Die Müttersterblichkeitsrate in den USA gehört zu den höchsten unter den Industrienationen. Olivia Walton, Ehefrau von Tom Walton und Gründerin der gemeinnützigen Organisation Healthy Moms, Healthy Babies America (HMHBA), stellt 100 Millionen US-Dollar bereit. Damit will sie die mütterliche Sterblichkeit in den Vereinigten Staaten innerhalb von fünf Jahren halbieren.

Die Anschubfinanzierung soll als Katalysator dienen, um weitere öffentliche und private Mittel zu mobilisieren.

Millioneninvestition in Müttergesundheit

Die 100 Millionen US-Dollar fließen über die von Olivia Walton gegründete HMHBA. Die Organisation agiert als unabhängige 501(c)(3)-Stiftung. Ziel der Initiative ist es, die mütterliche Sterblichkeitsrate in den USA innerhalb der nächsten fünf Jahre zu halbieren.

Im Jahr 2023 starben 669 Frauen an mütterlichen Ursachen. Die Sterblichkeitsrate für schwarze Frauen lag bei 50,3 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten. Damit war sie mehr als dreimal so hoch wie bei weißen Frauen.

HMHBA und ihre Vertreter betonen, dass ein Großteil dieser Todesfälle vermeidbar ist. Olivia Walton merkt dazu an: „Fast 90 Prozent der mütterlichen Todesfälle sind vermeidbar. Wir wissen, was funktioniert, und Staaten im ganzen Land beweisen es bereits.“

Die Anschubfinanzierung soll weitere öffentliche und private Mittel anziehen. Dies geschieht durch staatliche Matching Grants, Partnerschaften und Infrastrukturinvestitionen. Arkansas und Kansas erhalten jeweils 10 Millionen US-Dollar aus der Initiative, um lokale Verbesserungen voranzutreiben.

Persönliche Motivation und ökonomische Argumente

Olivia Walton erklärt ihre Motivation als persönlich: Sie erlebte bei der Geburt ihres mittleren Kindes in Arkansas Lücken in der Mütterversorgung. Dies geschah, obwohl sie alle Ressourcen, familiäre Unterstützung und eine gute Ausbildung hatte. Sie beschreibt die Erfahrung wie folgt: „Es war für mich gefährlicher, meine Kinder zur Welt zu bringen, als für meine Mutter in den 1980er Jahren, mich zur Welt zu bringen.

Das ist unentschuldbar – und es ist behebbar.“

Die Initiative ist als überparteiliche Kampagne konzipiert. Eine nationale Umfrage vom Juli 2026 unter registrierten und voraussichtlichen Wählern ergab, dass 86 Prozent der Befragten eine Verbesserung der Müttergesundheit für notwendig halten. Dies unterstreicht die breite gesellschaftliche Relevanz des Themas.

Ökonomische Argumente stützen die Initiative zusätzlich. Schlechte Gesundheitsergebnisse kosteten die US-Wirtschaft im Jahr 2020 schätzungsweise 165 Milliarden US-Dollar. Die Vermeidung der Hälfte dieser vermeidbaren Fälle würde nach vorliegenden Berechnungen fast 80 Milliarden US-Dollar pro Jahr einsparen.

Eine gesunde, termingerechte Geburt kostet etwa 6.400 US-Dollar, während eine extrem frühe Frühgeburt bis zu 238.000 US-Dollar verursachen kann. Die medizinischen Kosten im ersten Lebensjahr sind für Frühgeborene etwa viermal höher als für termingerechte Säuglinge. Olivia Walton appelliert an Arbeitgeber: „Erweitert eure Leistungen.

Kümmert euch besser um Mütter, nicht weil es das Richtige ist, sondern weil es für euer Unternehmen meistens das Klügste ist.“

Die Engagements der Walton-Familie

Olivia Walton ist nicht nur Gründerin von HMHBA, sondern auch CEO von Ingeborg Investments. Dieses Unternehmen finanziert weibliche Startup-Gründerinnen. Ihr Ehemann Tom Walton sitzt im Vorstand der Walton Family Foundation.

Die Walton Family Foundation wurde 1987 von Sam und Helen Walton gegründet. Im Jahr 2024 vergab sie fast 550 Millionen US-Dollar an Zuschüssen mit Schwerpunkten auf Umwelt, Bildung und Nordwest-Arkansas.

Alice Walton, Tochter von Sam Walton, gründete 2011 das Crystal Bridges Museum of American Art. Sie spendete Mittel für den Bau der Alice L. Walton School of Medicine in Bentonville, Arkansas.

Die School of Medicine soll 2025 ihre erste Klasse von 48 Studenten aufnehmen. Lukas Walton leitet Builders Vision, ein Family Office, das rund 4 Milliarden US-Dollar verwaltet. Er verpflichtete 90 Prozent des Stiftungsvermögens der Builders Initiative Foundation, etwa 1 Milliarde US-Dollar, in ESG-Investitionen.

Ausblick und nächste Schritte

HMHBA verweist darauf, dass Maßnahmen in einzelnen Staaten bereits Erfolge zeigen. Der Ausbau der Nachsorge stellt einen zentralen Hebel dar. Zwei Drittel der mütterlichen Todesfälle treten im Jahr nach der Geburt auf, und 40 Prozent der Mütter erhalten keine adäquate Nachsorge.

Die Organisation zielt darauf ab, weitere Partner zu mobilisieren, um das Ziel der Halbierung der Sterblichkeitsrate innerhalb von fünf Jahren zu erreichen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie viele weitere Staaten und private Akteure sich dieser Initiative anschließen.