Die Schweizer Anlagestiftung 1291 AST steigert ihren Netto-Mietertrag im Geschäftsjahr 2025/2026 um neun Prozent auf 55,4 Millionen Schweizer Franken. Dieser Zuwachs resultiert hauptsächlich aus dem Zukauf von elf Liegenschaften. Parallel dazu baut die Stiftung ihr Portfolio aus und stärkt ihre Kapitalbasis durch zwei Kapitalerhöhungen.

Strategischer Portfolioausbau treibt Erträge

Die 1291 AST, eine auf Schweizer Immobilien spezialisierte Anlagestiftung, erwirtschaftet im abgelaufenen Geschäftsjahr, das Ende Juni 2026 endete, einen Netto-Mietertrag von 55,4 Millionen Franken. Dies entspricht einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erhöhung geht nahezu vollständig auf den Erwerb von zehn Wohnliegenschaften und einer gemischt genutzten Immobilie zurück.

Der Marktwert des Portfolios der Anlagegruppe «Immobilien Schweiz» steigt um elf Prozent auf 1,68 Milliarden Franken. Zur Finanzierung dieser Expansion führt die Anlagestiftung im Oktober 2025 und Mai 2026 zwei Kapitalerhöhungen durch, die insgesamt 201,0 Millionen Franken einbringen.

Die Fremdfinanzierungsquote sinkt in der Berichtsperiode von 20,26 Prozent auf 14,08 Prozent. Die hypothekarische Verschuldung reduziert sich von 304,5 Millionen Franken auf 235,9 Millionen Franken. Der absolute Hypothekarzinsaufwand geht von 4,5 Millionen Franken auf 2,7 Millionen Franken zurück.

Dieser Rückgang des Zinsaufwands ist auf das gesunkene Schuldenniveau zurückzuführen, obwohl der durchschnittliche Zinssatz zugleich von 0,91 Prozent auf 1,03 Prozent steigt.

Positive Entwicklung bei Gewinn und Kennzahlen

Der Reingewinn der 1291 AST steigt im Berichtszeitraum um 21 Prozent von 30,2 Millionen Franken auf 36,6 Millionen Franken. Die Ausschüttung pro Einheit bleibt mit 3,00 Franken stabil. Die Ausschüttungsquote beträgt 94,24 Prozent des Reingewinns. Die Anlagerendite erreicht 4,73 Prozent.

Das Bestandsportfolio zeigt ebenfalls positive Veränderungen: Die prognostizierten Mieteinnahmen steigen von 55,7 Millionen Franken auf 60,8 Millionen Franken. Die Mietverlustrate sinkt von 4,72 Prozent auf 4,48 Prozent, während die Leerstandsquote von 4,1 Prozent auf 3,4 Prozent zurückgeht. Im Segment der Wohnliegenschaften liegt die Leerstandsquote bei 1,31 Prozent.

Der Wohnanteil am Portfolio erhöht sich von 63,7 Prozent auf 65,8 Prozent.

Fortschritte bei Projektentwicklungen

Die Anlagegruppe «Nachhaltige Immobilienprojekte Schweiz» verzeichnet Fortschritte bei mehreren Projekten. Das Areal «Perronimo» in Wil (SG) wird im ersten Quartal 2026 fertiggestellt und weist per Stichtag einen Leerstand von 0,1 Prozent auf. Ab Oktober 2026 sind jährliche Zielmieteinnahmen von rund 3,3 Millionen Franken geplant.

Das Projekt umfasst 32 Seniorenwohnungen sowie Flächen für Gastronomie, Büros und Gesundheitsdienstleister. Die prognostizierten Jahresmieten im Bericht lagen bei 2,6 Millionen Franken mit einem stufenweisen Anstieg zur Zielmiete.

Beim Hochhausprojekt «Roots» in Effretikon (ZH) wird der Gestaltungsplan im Juli 2025 rechtskräftig. Die Baubewilligung wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2029 vorgesehen. Ein Mietvertrag mit einem Ankermieter liegt bereits vor.

Der Ersatzneubau auf dem Wächter-Areal in Zürich befindet sich im Hochbau. Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Marktumfeld und Ausblick

Marktbeobachter und Analysten beschreiben die Bautätigkeit in der Schweiz als verhalten. Thomas Rieder von der UBS verweist auf niedrige Bewilligungszahlen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Donato Scognamiglio von IAZI nennt begrenzte Flächen, hohe regulatorische Hürden und Widerstände gegen Verdichtung als Bremsfaktoren für das Angebot.

MoneyPark weist darauf hin, dass angesichts des knappen Angebots und der weiterhin hohen Zahlungsbereitschaft von einer breiten Preiskorrektur keine Rede sein kann. Gleichzeitig entspannt sich die Risikolage am Schweizer Immobilienmarkt im zweiten Quartal 2026 erstmals seit drei Jahren leicht.

Die 1291 AST hat im Berichtszeitraum gezielt in Wohnimmobilien investiert und Projektentwicklungen vorangetrieben, unter anderem in der Anlagegruppe «Nachhaltige Immobilienprojekte Schweiz». Die Anlegerversammlung entscheidet am 16. September 2026 über die vorgeschlagene Ausschüttung.