Nach der Insolvenz der Signa-Gruppe wechselt das Chrysler Building in New York City erneut den Besitzer. Tishman Speyer, ein Immobilienunternehmen, übernimmt das Gebäude sowie dessen Betrieb und plant Investitionen von 235 Millionen US-Dollar für Sanierung und Modernisierung. Die Transaktion ist Teil der Abwicklung der Signa-Assets und betrifft ein historisches Art-Déco-Gebäude im New Yorker Büromarkt.

Tishman Speyer investiert 235 Millionen US-Dollar in Renovierung

Tishman Speyer kündigt an, das Chrysler Building zu erwerben und umfassend zu sanieren. Das Unternehmen beabsichtigt, 235 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 209 Millionen Euro, in die Modernisierung des 1930 fertiggestellten Wolkenkratzers zu investieren. Diese Mittel fließen in die Erneuerung der Mechanik, Elektrik, Aufzüge und Klimaanlagen.

Auf dem Plan stehen zudem die Wiederherstellung der Fassade sowie die Politur und Erneuerung der charakteristischen Krone des Gebäudes. Rob Speyer, CEO von Tishman Speyer, sagte, das Unternehmen wolle das Gebäude als Manhattans „unverwechselbarstes neues Boutique-Bürogebäude“ positionieren. Als Partner sind PSP Investments und weitere institutionelle Investoren beteiligt.

Teil der Umgestaltung ist die Repositionierung von Flächen innerhalb des Gebäudes. So soll die 61. Etage, bekannt für ihre Adler-Wasserspeier, in einen Gastronomiebereich mit Zugang zu Außenterrassen umgewandelt werden.

Eine zweite Ausstattungssuite im unterirdischen Arkadengang ist für Fitness-, Wellness- und Tagungsräume vorgesehen. Tishman Speyer plant außerdem, Suiten für 75 Prozent der aktuellen und zukünftigen Leerstände vorzumontieren, um diese schneller bezugsfertig zu machen. Als Ziel wird zudem die Optimierung der Energieeffizienz genannt.

Das Gebäude umfasst rund 120.774 Quadratmeter.

Turbulente Eigentümerhistorie des Art-Déco-Wahrzeichens

Das Chrysler Building hat eine bewegte Eigentümerhistorie, die zuletzt auch die Turbulenzen der Signa-Gruppe berührte. Ein signifikanter Anteil gehörte zuletzt der insolventen österreichischen Signa-Gruppe von René Benko. Im Jahr 2019 erwarben Signa und die RFR Holding das Gebäude für einen Kaufpreis von 151 Millionen US-Dollar.

Dieser Preis liegt deutlich unter den 800 Millionen US-Dollar, die 2008 für einen 90-prozentigen Anteil erzielt wurden. Tishman Speyer hatte das Gebäude bereits 1997 für rund 220 Millionen US-Dollar erworben.

Die Wertentwicklung des Gebäudes ist wesentlich von den Pachtzahlungen für das Grundstück beeinflusst, das der Cooper Union, einem New Yorker College, gehört. Die jährliche Pacht stieg 2018 von 7,75 Millionen US-Dollar auf 32,5 Millionen US-Dollar. Für 2028 sind Zahlungen von 41 Millionen US-Dollar jährlich und für 2038 von 55 Millionen US-Dollar vorgesehen.

Diese steigenden Belastungen wirkten sich auf die wirtschaftliche Lage der Vorbesitzer aus; die Auslastung des Gebäudes lag vor dem Verkauf unter 50 Prozent.

Signa-Insolvenz und die Rolle der Cooper Union

Die Signa-Gruppe musste ihren Anteil am Chrysler Building im Zuge ihrer Insolvenz, die Ende 2023 angemeldet wurde, veräußern. Ende März 2025 gab der Insolvenzverwalter Christof Stapf den Verkauf der Signa-Anteile an die RFR Holding bekannt. Der Deal umfasste eine Zahlung von fünf Millionen Euro; Käufer zogen zudem Insolvenzforderungen von rund 50 Millionen Euro zurück.

René Benko hatte im November 2023 den Vorsitz der Signa Holding niedergelegt, nachdem das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Gründe dafür waren unter anderem steigende Zinsen und Baukosten. Die Verbindlichkeiten der Signa Holding wurden mit rund fünf Milliarden Euro angegeben.

Die Insolvenz hatte unter anderem einen Baustopp am Elbtower in Hamburg und Insolvenzen mehrerer Tochtergesellschaften zur Folge.

Die Cooper Union spielte eine wichtige Rolle im jüngsten Vorgang. Berichten zufolge hatte RFR im Juni 2024 die Mietzahlungen an Cooper Union eingestellt. Anfang 2025 drohte dem Pächter die Kündigung des Mietvertrags und eine Zwangsräumung. In der aktuellen Transaktion sind Zahlungen an Cooper Union und der Erbpachtvertrag Teil der Vereinbarungen.

Marktrelevanz und Ausblick für das Chrysler Building

Rob Speyer sagte, man verfolge „einen ehrgeizigen Plan für das Chrysler Building zu einem historisch starken Moment für den Manhattaner Büromarkt“. Tishman Speyer bezeichnete das Gebäude als Option für Unternehmen, die „eine hochwertige, amenity-reiche Umgebung direkt über dem Grand Central Terminal suchen“. Steven W.

McLaughlin, Präsident von The Cooper Union, sagte, die Vereinbarung stärke die finanzielle Basis des Colleges und helfe, dessen Bildungsauftrag zu sichern.

Wie erfolgreich die angekündigten Modernisierungen und die Repositionierung sein werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Beobachter werden verfolgen, ob durch die Maßnahmen die Leerstände gesenkt und die Energieeffizienz des ikonischen Wolkenkratzers verbessert werden können. Die Entwicklung am New Yorker Büromarkt bleibt dabei ein entscheidender Faktor.