Die Venture-Capital-Gesellschaft Andreessen Horowitz (a16z) hat eine Finanzierungsrunde über insgesamt 42 Millionen US-Dollar für die neu gegründete Horowitz Andreessen Academy (HAA) geführt. Die private, gewinnorientierte Akademie in San Francisco startet ab September 2027 mit einem einjährigen Fellowship-Programm. Ziel ist die gezielte Ausbildung junger Talente zu Unternehmern und Führungskräften für das KI-Zeitalter.
Herausforderung für das etablierte Bildungssystem
Die HAA, auch „The Academy“ genannt, positioniert sich als Alternative zum klassischen College-Studium. Sie bildet Menschen für eine zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägte Welt aus. Die Gründer nennen San Francisco als bevorzugten Standort aufgrund der hohen Konzentration an Technologieunternehmen, Investoren, Forschungslaboren und Startup-Gründern.
Die Finanzierungsrunde über 42 Millionen US-Dollar führte a16z an. Ergänzt wurde sie durch Beiträge individueller Investoren, darunter Tobi Lütke von Shopify und Adam D'Angelo von Quora.
Das Führungsteam der Akademie umfasst etablierte Persönlichkeiten: Gagan Biyani, Mitbegründer der Online-Lernplattformen Udemy und Maven, fungiert als CEO. Im Vorstand sitzen Marc Andreessen und Erik Torenberg, Partner beziehungsweise General Partner bei a16z.
Gagan Biyani erklärt das Konzept: „The big difference between going to the academy and going to college is we are not gonna prioritize your grades. We’re gonna prioritize proof of work.“ (Deutsch: „Der große Unterschied zwischen dem Besuch der Akademie und einem College besteht darin, dass wir Deine Noten nicht priorisieren. Wir priorisieren den Nachweis Deiner Arbeit.“)
Ausbildung für das KI-Zeitalter
Der erste Jahrgang, das sogenannte „Founding Class Fellowship“, beginnt im September 2027. Er umfasst rund 50 Studierende, für die die Studiengebühren erlassen sind (tuition-free).
Studierende erhalten ein Computer-Guthaben von mehr als 50.000 US-Dollar sowie ein Reise- und Forschungsbudget von 5.000 US-Dollar.
Die Akademie ist nicht akkreditiert und vergibt im ersten Jahrgang keine akademischen Abschlüsse oder Studienpunkte.
Ben Horowitz, Mitbegründer von a16z, betont die Notwendigkeit einer Anpassung der Ausbildung: „The training that worked for the Industrial Revolution isn’t going to map perfectly onto the AI revolution, so somebody has to pioneer how you train a person for this new world.“ Erik Torenberg ergänzt die strategische Bedeutung: „The Horowitz Andreessen Academy is a bet that the builders who will define the next generation of American technology should move to San Francisco and learn how to succeed directly from the best in Silicon Valley.“
Die Akademie kooperiert mit zahlreichen Gründungs- und Einstellpartnern. Zu den genannten Gründungspartnern gehören OpenAI, Nvidia, Meta, Google, Palantir und Stripe. Insgesamt nennt die Initiative zehn Gründungspartner und über 40 zusätzliche Einstellpartner.
Ein Netzwerk von mehr als 200 Mentoren und Gastrednern steht den Studierenden zur Verfügung. Namentlich genannte Persönlichkeiten in diesem Kreis sind unter anderem Sam Altman, CEO von OpenAI, Jensen Huang, CEO von Nvidia, und Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister.
Zukünftige Pläne und Marktbetrachtung
Ab 2028 plant die Horowitz Andreessen Academy die Einführung eines zweijährigen Programms. Für dieses Programm sind Studiengebühren vorgesehen. Diese sollen mit denen elitärer Privatuniversitäten in den USA vergleichbar sein und voraussichtlich zwischen 60.000 und 90.000 US-Dollar pro Jahr liegen. Die Einführung dieses kostenpflichtigen Modells ist abhängig von behördlicher Genehmigung.
Die aktuelle Finanzierung von 42 Millionen US-Dollar entspricht bei rund 50 Studierenden einem Betrag von etwa 840.000 US-Dollar pro Student im ersten Jahrgang.
Ökonomen wie Bryan Caplan äußern Skepsis hinsichtlich der Skalierbarkeit des Modells. Caplan bewertet das Programm für die ersten 50 handverlesenen Studierenden als potenziell erfolgreich. Er zweifelt jedoch an der Umsetzbarkeit für eine deutlich größere Zahl von Studierenden.
Marktbeobachter werden die Entwicklung der Akademie sowie deren Fähigkeit zur Ausweitung des Angebots genau verfolgen. Entscheidend bleibt, ob das Modell über den initialen Förderrahmen hinaus tragfähig ist.







