Abby Care sichert sich 82 Millionen US-Dollar für Pflegemodell

Das US-amerikanische Healthtech-Startup Abby Care schließt eine Serie-C-Finanzierungsrunde über 82 Millionen US-Dollar ab. Das Unternehmen betreibt ein KI-gestütztes Home-Care-Modell. Es bildet Familienmitglieder zu bezahlten, zertifizierten Pflegekräften aus und agiert als Medicaid-Anbieter.

Leitinvestor der Runde ist Transformation Capital. Zu den neuen Investoren zählen CVS Health Ventures, Frist Cressey Ventures und Pivotal Ventures.

Strategische Finanzierung für Pflegelücke

Abby Care positioniert sich als Medicaid-Anbieter. Du bildest Familienmitglieder aus, um die Pflege für Kinder mit Behinderungen oder ältere Erwachsene zu übernehmen. Dieses Modell adressiert den Mangel an qualifizierten Pflegekräften. Es ermöglicht zudem Angehörigen, für Leistungen entlohnt zu werden, die sie oft ohnehin erbringen.

Gründerin und CEO Havi Nguyen hebt hervor, dass Familienpflegekräfte eine große ungenutzte Arbeitskraft im Gesundheitswesen darstellen. Seit der Gründung hat Abby Care nach eigenen Angaben bereits über 1,9 Millionen Stunden Familienpflege geleistet. Laut Unternehmensangaben verringerte sich die Rate der Krankenhausaufenthalte in der Beobachtung um 46 Prozent im ersten Jahr nach Beginn der Pflege durch Abby Care.

Für einen Zeitraum von 120 Tagen weist das Unternehmen eine Reduktion von 38 Prozent aus. Außerdem werden 96 Prozent der geplanten Pflegestunden erfüllt.

Investoren und Wachstumspfad

Neben Transformation Capital beteiligen sich Khosla Ventures, Thrive Capital und Sequoia erneut an der Serie C. Neu dabei sind CVS Health Ventures, Frist Cressey Ventures und Pivotal Ventures. Alfred Lin von Sequoia kommentierte das Modell als einen potenziellen „interesting unlock“ für eine Plattform und einen Marktplatz.

Justin Brock, General Partner bei CVS Health Ventures, verweist auf die große Pflegelücke und die niedrige Füllrate traditioneller privater Pflegedienste.

Nach Addition früherer Angaben ergibt sich für Abby Care eine Gesamtfinanzierung von 127 Millionen US-Dollar. Andere Quellen nennen abweichende Summen. Die zuletzt publizierte Bewertung vor der Serie C lag bei 225 Millionen US-Dollar.

Das Unternehmen gibt die Zahl der Beschäftigten mit 352 an und nennt ein Mitarbeiterwachstum von 112 Prozent im letzten Jahr. Der Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 15 Millionen US-Dollar.

Expansion und Marktrelevanz

Abby Care nennt Colorado, Pennsylvania, Indiana, Florida und Massachusetts als aktive Staaten. Georgia, New Jersey und Tennessee sind als geplante Erweiterungen genannt. Das Unternehmen gibt an, insgesamt in acht US-Bundesstaaten aktiv zu sein. Forbes führte Abby Care auf der Liste „Next Billion-Dollar Startups“ in den Jahren 2025 und 2026.

Das Geschäftsmodell reagiert auf den Mangel an Pflegepersonal und die Belastung pflegender Angehöriger in den USA. Es ermöglicht, dass Familienmitglieder für bestimmte Pflegeleistungen bezahlt werden. Nutzerberichte, etwa von Maria Villegas Corrales aus Colorado, betonen, dass viele Familien nicht wussten, dass sie die Möglichkeit haben, für die Pflege ihrer Kinder bezahlt zu werden.

Ausblick auf die Entwicklung

Es bleibt abzuwarten, wie schnell Abby Care in weitere Bundesstaaten expandiert und das Modell an unterschiedliche Medicaid-Regelungen anpasst. Auch die Entwicklung weiterer Patientenergebnisse und die Skalierbarkeit des Ausbildungsprogramms sind relevante Beobachtungspunkte, nachdem die Serie-C-Finanzierung bekannt wurde.