Die Schweizer Immobiliengesellschaft Allreal verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg des operativen Ergebnisses ohne Neubewertungseffekte um 20,8 Prozent auf 75,6 Millionen Schweizer Franken. Dieser Zuwachs basiert primär auf einem Gewinn aus dem Verkauf von Anlageimmobilien. Gleichzeitig reaktiviert das Unternehmen seine Entwicklungspipeline mit der Akquisition neuer Grundstücke und dem Vermarktungsstart des Großprojekts Baarermatte.
Der deutliche Anstieg des operativen Ergebnisses speist sich primär aus Verkaufserlösen. Allreal erzielte 15,7 Millionen Schweizer Franken Gewinn aus dem Verkauf von Anlageimmobilien. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert bei 2,5 Millionen Schweizer Franken.
Die gesamten Verkaufserlöse aus Veräußerungen beliefen sich auf 121,6 Millionen Schweizer Franken und lagen damit rund 15 Prozent über dem letzten Buchwert. Diese Verkäufe umfassten sechs kleinere Wohnliegenschaften in der Genfer Region sowie die Liegenschaft Efringerstrasse 15 in Basel.
Parallel zu den Veräußerungen verstärkt Allreal die Entwicklungstätigkeit. Dazu gehört die Akquisition zweier Entwicklungsgrundstücke in Zumikon und in Zürich Seebach (Köschenrüti). Im letztgenannten Projekt erwirbt Allreal über 90 Wohnungen für den eigenen Bestand.
Die Vermarktung des Großprojekts Baarermatte in Baar (ZG) startet im August 2026. Das Projekt umfasst mehr als 100 Eigentumswohnungen und ein Bürogebäude. Für das Bürogebäude ist ein Investitionsvolumen von 40,8 Millionen Schweizer Franken ausgewiesen; der prognostizierte jährliche Mietertrag beträgt 2,1 Millionen Schweizer Franken. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.
Allreal tätigte im Februar 2026 eine Akquisition in Genf. Die Büroimmobilie an der Rue du Grand-Pré 64–66 wurde am 13. Februar 2026 für 144,5 Millionen Schweizer Franken erworben. Die jährlichen Mieteinnahmen aus diesem Objekt betragen 7,8 Millionen Schweizer Franken. Ankermieter sind das Genfer Kantonale Amt für Informationstechnologie und die Europäische Union.
Der Mietertrag erreichte im ersten Halbjahr 102,6 Millionen Schweizer Franken und liegt leicht unter dem Vorjahresniveau. Portfolioverkäufe werden als Grund genannt. Die kumulierte Leerstandsquote stieg auf 3,6 Prozent.
Ende 2025 lag sie bei 3,4 Prozent, im Vorjahr bei 2,9 Prozent. Dieser Anstieg ist primär auf Gewerbeimmobilien zurückzuführen, welche eine Leerstandsquote von 4,5 Prozent aufweisen. Wohnimmobilien verzeichnen eine Quote von 0,9 Prozent.
Einzelne Gewerbeobjekte weisen höhere Leerstände auf. Dazu zählen die Freiburgstraße in Bern mit 30,3 Prozent und eine Büroimmobilie am Flughafen Genf (Le Grand-Saconnex) mit 36,6 Prozent. Dennoch meldet Allreal Neu- und Wiedervermietungen von Büro- und Gewerbeflächen von rund 30.000 Quadratmetern. Die gewichtete Restlaufzeit befristeter Gewerbemietverträge liegt bei 4,8 Jahren.
Der Reingewinn inklusive Neubewertungseffekte belief sich auf 105,6 Millionen Schweizer Franken. Die Neubewertung durch Wüest Partner trug 40,8 Millionen Schweizer Franken bei. Im Vorjahr waren es 70,3 Millionen Schweizer Franken. Die durchschnittliche Kapitalisierungsrate liegt bei 2,83 Prozent.
Im Segment Entwicklung und Realisation trug Allreal 25,9 Millionen Schweizer Franken zum Ergebnis bei. Im Vorjahr waren es 26,0 Millionen Schweizer Franken. Der Gewinn aus Projektfertigstellungen stieg um 33,3 Prozent auf 12,0 Millionen Schweizer Franken. Der Gewinn aus Stockwerkeigentumsverkäufen betrug 7,0 Millionen Schweizer Franken.
Beim Projekt Panorama Eggen in Luzern sind 38 von 73 Wohnungen reserviert oder verkauft. Beim Projekt Zumikon sind 13 von 19 Einfamilienhäusern reserviert oder verkauft. Der gesicherte Auftragsbestand beträgt 885 Millionen Schweizer Franken und sichert Arbeit für mehr als 24 Monate.
Die Finanzverbindlichkeiten stiegen von 2,67 Milliarden Schweizer Franken Ende 2025 auf 2,82 Milliarden Schweizer Franken zum Halbjahr 2026. Der durchschnittliche Zinssatz lag per Bilanzstichtag bei 1,14 Prozent; die Festzinsperiode betrug 35 Monate. Im Juli 2026 wurde eine Anleihe über 105 Millionen Schweizer Franken mit einer Laufzeit von acht Jahren zu 1,255 Prozent begeben.
Mit dieser Transaktion ergibt sich ein durchschnittlicher Zinssatz von 1,16 Prozent und eine Festzinsperiode von 39 Monaten.
Die Eigenkapitalquote liegt bei 44,3 Prozent, die Beleihungsquote (Loan-to-Value) bei 46,8 Prozent. Allreal bestätigt für das Gesamtjahr die Erwartung eines höheren operativen Gewinns. Die Leerstandsquote im Portfolio soll bis Jahresende wieder sinken.
Der Baubeginn für die 65 Mietwohnungen an der Badenerstrasse in Zürich Altstetten ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant; die Baubewilligung wurde erteilt. Die weitere Entwicklung der Leerstandsquoten in Schlüsselmärkten und die Einhaltung der prognostizierten Mieterträge aus den neuen Akquisitionen werden für Investoren von Interesse sein.







