DAX mit Gewinnen – Anleger blicken auf Geopolitik und KI-Boom
Der deutsche Leitindex DAX startet voraussichtlich mit weiteren Kursgewinnen in den Dienstagshandel, nachdem er am Montag bereits um 1,1 Prozent auf 25.575 Punkte zulegte. Die positive Stimmung speist sich aus der Entwicklung an der Wall Street, wo Technologieaktien und der breite Markt deutliche Zugewinne verzeichneten. Marktbeobachter richten ihren Blick zudem auf die beginnende UN-Vollversammlung in New York, die Hoffnungen auf diplomatische Impulse weckt.
Die Kauflaune an den Märkten befeuern mehrere Faktoren. Der US-Technologieindex Nasdaq erreichte am Montag ein Rekordhoch und schloss erstmals seit dem 2. Juni wieder auf seinem Höchststand.
Ein anhaltender Boom bei KI-Aktien trug maßgeblich zu den deutlichen Gewinnen an der Wall Street bei. Parallel dazu wirkten sinkende Ölpreise und nachgebende Anleiherenditen stützend auf die amerikanischen Börsen.
Wall Street unterstreicht Tech-Dominanz
Die US-Leitindizes schlossen den Montag mit Gewinnen. Der Dow Jones legte um 0,7 Prozent zu, der S&P 500 gewann 1,5 Prozent. Der Nasdaq Composite stieg um 2,26 Prozent auf 27.122 Punkte und schloss auf einem Rekordhoch.
Die Entwicklung wurde von starkem Interesse an KI-Werten getragen. Einzelwerte wie AMD (Advanced Micro Devices) profitierten mit einem Kursplus von zehn Prozent und erreichten erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar. Auch Intel und Arm Holdings verzeichneten zweistellige Kursgewinne.
Meta legte nach einer Hochstufung durch Wells Fargo um 11,4 Prozent zu. Brent Thill von Jefferies schrieb zu Metas neuem KI-Assistenten Muse, dieser verfüge über „alle Anzeichen einer Killer-App“ mit nie gesehener Verbraucher-Akzeptanz. Diese liege deutlich über jener von Anthropic’s Claude oder Google’s Gemini und biete enorme Monetarisierungschancen.
Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen war zeitweise über fünf Prozent gestiegen und notierte am Mittwochmorgen bei 4,994 Prozent.
Ölpreise und geopolitische Signale im Fokus
Brent, das Nordseeöl, notierte am Montag bei 101,15 US-Dollar je Barrel, WTI bei 96,19 US-Dollar. Am Dienstag fiel Brent auf 100,34 US-Dollar je Barrel und erreichte damit den tiefsten Stand seit dem 9. September. Diese Entwicklung sorgte für Erleichterung an den Märkten.
Art Hogan, Chef-Marktstratege bei B. Riley Wealth, kommentierte: „Wir sind darauf programmiert, den Ölpreis und die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen zu verfolgen.“ Beide Faktoren hätten sich zumindest kurzfristig von Gegenwind in Rückenwind für den Markt verwandelt.
Gleichzeitig stehen die 78. UN-Vollversammlung in New York und dort erwartete Gespräche zu den Kriegen im Nahen Osten und in der Ukraine sowie zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz im Fokus der Anleger. US-Präsident Donald Trump zeigte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der in New York erwartet wird.
Für Chinas Staatschef Xi Jinping ist Berichten zufolge ein Treffen mit Donald Trump in Washington geplant.
Europäische und asiatische Märkte ziehen mit
Die positive Stimmung übertrug sich auch auf asiatische Märkte. Die Shanghaier Börse verzeichnete ein Plus von 0,5 Prozent, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,9 Prozent. Nikkei 225 und Kospi legten am Mittwochmorgen zu, angetrieben von einer Rallye bei Technologiewerten.
In Südkorea profitierte der Chiphersteller SK Hynix mit einem Plus von 3,8 Prozent nach einer Einigung mit Gewerkschaften über Erfolgsprämien.
Der X-DAX indizierte für den Dienstag ein leichtes Plus auf 25.585 Punkte. Die Dynamik an den globalen Märkten, insbesondere im Technologiebereich, beeinflusste die Marktstimmung nachhaltig.
Ausblick: Zinsentscheidungen und geopolitische Weichenstellungen
Die kommende Woche bleibt aus Investorensicht von Bedeutung. Beobachtet werden die anstehenden Reden von Währungshütern, darunter Bundesbank-Präsident Joachim Nagel, EZB-Bankenaufseherin Claudia Buch sowie mehrere Vertreter der US-Notenbank. Deren Äußerungen zum künftigen Zinskurs könnten Hinweise auf die weitere Geldpolitik liefern.
Bei der Bank of Japan erwarten Analysten eine Zinserhöhung. Die Ergebnisse der UN-Vollversammlung, mögliche Entscheidungen zu Handelsthemen zwischen den USA und China sowie Fortschritte bei der Regulierung von Künstlicher Intelligenz werden ebenfalls genau beobachtet. Diese Faktoren könnten die Marktstimmung beeinflussen.
Analysten werden in den kommenden Tagen die Reaktionen der Notenbanken und politischen Akteure auf die jüngsten Marktentwicklungen studieren.







