Der US-Halbleiterkonzern AMD forciert den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten für Computerchips. Konzernchefin Lisa Su kündigte in Taipeh eine deutliche Steigerung der Produktion für die Jahre 2026 und 2027 an. Das Unternehmen reagiert damit auf die hohe Nachfrage nach Prozessoren für Künstliche Intelligenz.
AMD positioniert sich als Herausforderer des Marktführers Nvidia, wovon Kunden profitieren, die nach Alternativen suchen.
AMD plant in den kommenden Jahren eine signifikante Produktionssteigerung. Lisa Su erklärte: „Wir haben unser Angebot 2026 bereits gesteigert und werden es 2027 noch einmal deutlich erhöhen.“ Die Ausweitung zielt insbesondere auf die Versorgung mit Prozessoren für KI-Anwendungen ab.
Su warnt zugleich: „Die Nachfrage wird in den nächsten Jahren sehr, sehr hoch sein.“ AMD gibt an, derzeit einen Planungshorizont von drei bis fünf Jahren zu verfolgen.
Kapazitätssicherung bei den Fertigern
Um die geplanten Produktionsziele zu erreichen, ist AMD auf die Zusammenarbeit mit externen Auftragsfertigern angewiesen. Lisa Su ist in Asien unterwegs, um Kapazitäten bei wichtigen Partnern zu sichern. Während ihres Aufenthalts in Taiwan traf sie sich mit Vertretern von TSMC, dem weltweiten Auftragsfertiger, der für AMD im 3-Nanometer-Verfahren produziert.
Auch bei Foxconn suchte Su Kapazitäten. In den kommenden Tagen ist eine Reise nach Südkorea geplant, um die Versorgung mit Speicherchips bei Konzernen wie Samsung und SK Hynix zu klären.
Parallel dazu arbeiten OpenAI, Broadcom und TSMC an einem eigenen KI-Chip. Ziel dieser Initiative ist es, die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Erste Signale für diese Pläne gab es bereits Mitte des Jahres 2023.
Markt- und Technologieentwicklungen
Die steigende Nachfrage nach KI-Chips und die Produktionsausweitung bei AMD spiegeln einen Trend in der Halbleiterindustrie wider. Moderne Chipfertigung erfordert präzise und teure Technologien. Ein zentraler Akteur ist der niederländische Konzern ASML, der EUV-Lithographie-Maschinen herstellt.
Diese Maschinen, deren Kosten über 350 Millionen Euro liegen, benötigen Optiken des deutschen Unternehmens Zeiss SMT. Zeiss hat seinen Stammsitz in Oberkochen auf der Schwäbischen Alb und liefert Spiegel, die nach Angaben der Quelle 50.000 Mal präziser sind als gewöhnliche. Die Technologie ermöglicht die Fertigung von Chips mit Strukturgrößen im Nanometerbereich.
Ende 2023 erhielt Intel in den USA die erste High-NA-EUV-Maschine.
Unterdessen treibt China den Ausbau seiner Halbleiterindustrie voran. Experten zufolge wurden dafür über 100 Milliarden Euro investiert. Allein bis August 2024 sollen Maschinen und Anlagen im Wert von 26 Milliarden US-Dollar eingekauft worden sein.
Peter Fintl von Capgemini Engineering weist darauf hin, dass bestehende Anlagen durch Optimierungen, etwa trickreiche Mehrfachbelichtung der Wafer, für kleinere Strukturbreiten genutzt werden können. Aktuelle chinesische Chipreihen, etwa von Huawei, finden in der Branche Beachtung.
Bewertung und Ausblick
Die Kapazitätserweiterung durch AMD spiegelt die Einschätzung des Unternehmens zur Nachfrage im KI-Sektor wider. Im Zuge der KI-Rallye überschritt AMD zuletzt die Marke von einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung. Am Tag der Meldungen notierte AMD mit minus 0,34 Prozent, während Nvidia um 2,12 Prozent zulegte.
TSMC verzeichnete am Vortag ein Plus von 3,00 Prozent und liegt seit Jahresbeginn bei einem Zuwachs von 66,13 Prozent.
Kritische Stimmen wiesen zuvor auf eine hohe Bewertung hin: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für AMD im Jahr 2026 lag laut einer Quelle bei über 66. Dies ist deutlich höher als ein Branchendurchschnitt von 24. Diese Einschätzung datiert vom 28. Juli 2026 und liegt somit vor den aktuellen Meldungen zur Produktionsausweitung.
Offen bleibt, ob sich AMD an einem möglichen neuen TSMC-Werk in Texas beteiligen wird; Lisa Su gab darauf keine direkte Stellungnahme ab. Beobachter erwarten weiterhin eine hohe Dynamik bei Investitionen, Kooperationen und technologischen Fortschritten in der Halbleiterbranche. Diese Entwicklungen werden den Wettbewerb im KI-Chip-Segment weiter prägen.







