Animoca Brands beendet die Gespräche über eine Reverse-Merger-Transaktion mit der Nasdaq-gelisteten Currenc Group. Das Unternehmen sucht weiterhin nach einem alternativen Weg für eine Börsennotierung. Beide Seiten nennen den voraussichtlichen Zeitplan für den Abschluss des Deals und ein verändertes Marktumfeld als Gründe für die Beendigung.
Diese Faktoren stimmen demnach nicht mehr mit den kurz- und mittelfristigen Zielen der Firmen überein.
Agilität vor Fusion
Die Fusionsgespräche wurden erstmals im November 2025 angekündigt. Geplant war, dass Currenc Animoca Brands über ein australisches „Scheme of Arrangement“ erwirbt. Bestehende Animoca-Aktionäre hätten dabei 95 Prozent des fusionierten Unternehmens gehalten.
Yat Siu, Co-Founder und Executive Chairman von Animoca Brands, betont, das Unternehmen müsse Agilität über das Festhalten an der Fusion mit Currenc stellen.
Animoca betont zugleich, flexibel zu bleiben. Eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Currenc schließt man nicht aus, sollten sich die Rahmenbedingungen ändern. Animoca Brands war zuvor an der Australian Securities Exchange (ASX) gelistet.
Im Jahr 2020 erfolgte das Delisting, nachdem kryptobezogene Geschäftsmodelle geprüft wurden. Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) verhängte 2022 eine Geldstrafe, da Animoca Jahresberichte für 2019 bis 2021 sowie einige Halbjahresberichte nicht fristgerecht eingereicht hatte.
Das Unternehmen hält an seinem Plan fest, an öffentliche Märkte zurückzukehren. Um die Compliance-Standards großer Börsen zu erfüllen, führt Animoca umfassende Finanzprüfungen (Audits) durch. Den geprüften Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlichte Animoca im Juli 2026. Die Prüfung der Finanzberichte für 2024 ist aktuell in Arbeit.
Gemischte Signale im Tech- und IPO-Markt
Die Entscheidung von Animoca fällt in eine Phase mit differenzierten Signalen im Tech- und IPO-Markt. Am 21. September 2026 stand der S&P 500 bei plus 1,49 Prozent und der NASDAQ bei plus 2,26 Prozent.
Meta verzeichnete an diesem Tag einen Kursanstieg von 11,43 Prozent, nachdem der KI-Assistent Muse Platz 1 in den App-Stores erreicht hatte. Auch Chipwerte wie Intel und Arm zeigten deutliche Zugewinne. Parallel dazu beantragte Nscale einen Börsengang, um Mittel für seine KI-Computing-Anforderungen zu beschaffen.
Nscale meldete für die sechs Monate bis 30. Juni 2026 einen Umsatz von 140,6 Millionen US-Dollar und einen Nettoverlust von 1,02 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr lagen die Zahlen bei 10,4 Millionen US-Dollar Umsatz und 368,9 Millionen US-Dollar Verlust.
Gleichzeitig setzten andere Unternehmen IPO-Pläne aus. Holtec Nuclear verschob Pläne, bis zu 900 Millionen US-Dollar bei einer angestrebten Bewertung von 10,2 Milliarden US-Dollar einzusammeln. Aktien von Unternehmen im Nuklearsektor wie Oklo, Centrus und Nuscale lagen deutlich unter ihren früheren Niveaus.
Matt Kennedy, Senior Strategist bei Renaissance Capital, bezeichnete die Entwicklung als „a shock to an already-wobbly IPO market“. Er wertet sie nicht als strukturelles Problem, sondern als Teil kleinerer Zyklen innerhalb des KI-Investment-Superzyklus.
Auch in China gibt es Unsicherheiten. Das volatile Börsendebüt von Unitree Robotics auf dem STAR Market war von einem kurzfristigen Kursanstieg von bis zu 460 Prozent gefolgt. Berichten zufolge hat die chinesische Regierung informell die IPO-Zulassung für humanoide Robotikunternehmen verlangsamt.
Shao Tianlan, CEO von Mech-Mind, warnte, dass ein Teil der Umsätze im Sektor aus „data collection centers, related-party deals and other unsustainable arrangements“ stamme.
Baidu und die Herausforderung der KI-Kommerzialisierung
Baidu sieht sich mit einer Klage konfrontiert, die irreführende Angaben zum KI-Geschäft kritisiert. Das Unternehmen konnte das Wachstum des KI-gestützten Geschäfts nicht vollständig als Kompensation für den Rückgang des klassischen Online-Marketing-Geschäfts darstellen. Die Online Marketing Services sanken im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr um 17,6 Prozent.
Der Gesamtumsatz im vierten Quartal 2025 ging um mehr als vier Prozent zurück. Für das Gesamtjahr 2025 wuchs das AI-Powered Business um 48 Prozent auf 40 Milliarden RMB. Die Wachstumsrate des KI-Geschäfts verlangsamte sich jedoch von 49 Prozent im ersten Quartal 2026 auf 25 Prozent im zweiten Quartal 2026.
Die KI Cloud Infra fiel im zweiten Quartal 2026 von 8,8 Milliarden RMB auf 7,3 Milliarden RMB gegenüber dem Vorquartal. Auf diese Zahlen folgten Kursrückgänge der Baidu-Aktie.
Ausblick auf Animoca Brands
Mit dem Abbruch der Reverse-Merger-Gespräche setzt Animoca Brands die Suche nach einem alternativen Weg an die Börse fort. Das Unternehmen, das als Hauptinvestor im Web3- und KI-Sektor gilt, prüft weiterhin die Optionen für einen Marktzugang und führt die nötigen Finanzprüfungen durch, um die Anforderungen großer Börsen zu erfüllen. Analysten werden die weiteren Schritte von Animoca Brands auf dem Weg zu einer potenziellen Notierung genau beobachten.
Dies könnte neue Impulse für den Web3- und Gaming-Sektor bedeuten, dessen Marktzugänge weiterhin volatil bleiben.







