Moca Network, ein Flaggschiffprojekt von Animoca Brands, startet am 29. September 2026 sein Layer-1-Mainnet, die Moca Chain. Das Blockchain-Netzwerk ermöglicht Nutzern die datenschutzfreundliche Übertragung verifizierter digitaler Anmeldeinformationen (Credentials) zwischen verschiedenen Anwendungen.
Animoca Brands betreibt ein Portfolio von über 540 Unternehmen; die Moca Chain ist Teil dieses Portfolios und wird vom Moca Network sowie der Moca Foundation betrieben.
Dezentrale Identitäten für die digitale Wirtschaft
Die Moca Chain adressiert die Fragmentierung digitaler Identitäten, die entsteht, wenn Nutzer für verschiedene Dienste wiederholt Verifizierungen durchlaufen müssen. Statt Original-Identitätsdokumente bei jedem Dienst einzureichen, lassen sich Attribute oder Status digital bestätigt präsentieren. Die Plattform unterstützt datenschutzfreundliche verifizierbare Credentials und nutzt dafür unter anderem Zero-Knowledge-Proofs, zkTLS und dezentrale Speichermechanismen.
Die AIR-Integrationsschicht, die auf der Moca Chain basiert, dient als Ebene für Identität, Zahlungen und Loyalität. Laut Angaben haben sich bereits über 3,3 Millionen Accounts angebunden. Potenzielle Anwendungsfelder sind Finanzplattformen, Telekommunikationsanbieter, Einzelhändler und Ticketing-Dienste.
Diese können Kundeninformationen verifizieren und manipulationssichere Credentials ausstellen. Credentials lassen sich aktualisieren oder widerrufen, wobei Statusänderungen netzwerkweit auf der Moca Chain reflektiert werden. Emittenten könnten Gebühren verlangen, wenn Partner ihre Credentials überprüfen.
Animoca Brands und KI-Agenten
Die Moca Chain ist als Flaggschiffprojekt Teil der Strategie von Animoca Brands. Yat Siu, Mitbegründer und Executive Chairman von Animoca Brands, erklärt: "Nutzer sollten nicht gezwungen sein, sensible persönliche Informationen jedes Mal erneut preiszugeben, wenn sie einen neuen Dienst und eine neue Plattform nutzen." Er ergänzt, die Moca Chain schaffe ein digitales Ökosystem, in dem Nutzer endlich ihre Daten, Reputationen und Beiträge besitzen können.
Die Plattform ist darauf ausgelegt, auch KI-Agenten und deren Befugnisse verifizieren zu können. Diese Verifizierungsfunktion ist laut Angaben noch auf der Roadmap und gehört nicht zu den Startfunktionen des Mainnets.
Partner und der MOCA Token
Zum Ökosystem des Moca Network und der AIR-Integrationsschicht zählen Partner wie SK Planet, Biletinial, Oyunfor, Open Campus, OneFootball, Automobili Lamborghini, Inveo Kripto, Plume und Nansen. SK Planet betreibt die OK Cashbag-Loyalitätsplattform mit über 28 Millionen KYC-verifizierten Nutzern in Südkorea. Die Veröffentlichungen unterscheiden nicht durchgängig zwischen Produktions-Deployments, Pilotprojekten und geplanten Integrationen.
Einige Beziehungen, darunter die mit SK Planet, bestanden bereits vor dem Mainnet-Launch.
Der MOCA Token ist als Utility- und Governance-Token für das Moca Network vorgesehen. Er soll unter anderem für Gasgebühren, Staking, Oracle-Dienste und Verifizierungsgebühren verwendet werden. Nach der Ankündigung des L1-Projekts im Juni 2025 stieg der MOCA-Token-Kurs innerhalb von zwei Stunden um über sechs Prozent auf etwa 0,077 US-Dollar.
Der tatsächliche Mainnet-Launch erfolgte etwa neun Monate später als ursprünglich für Ende 2025 geplant.
Ausblick auf nächste Schritte und offene Fragen
Mit dem Start des Mainnets verlagert sich der Fokus auf die Skalierung und die Akzeptanz der dezentralen Identitätslösung. Entscheidend wird sein, wie schnell das Netzwerk Transaktionsvolumen aufbaut und wie sich die Anzahl sowie die Verteilung der Validatoren entwickeln. Dazu liegen derzeit keine öffentlichen Angaben vor.
Auch die detaillierte Token-Ökonomie, mögliche Änderungen daran und Umsatzprognosen für Emittenten von Credentials sind bisher nicht offengelegt. Unklar bleibt außerdem, in welchem Umfang regulierte Unternehmen sich auf von Dritten ausgestellte Credentials stützen können, um eigene KYC-Pflichten zu erfüllen, und wie verschiedene Jurisdiktionen Regularien hierzu interpretieren. Die Trennung zwischen live geschalteten, in Pilotprojekten befindlichen oder lediglich geplanten Partnerintegrationen ist wichtig, um das tatsächliche Momentum der Adoption zu bewerten.
Die Entwicklung der Nutzerzahlen und realer Anwendungsfälle der Moca Chain wird in den kommenden Monaten zu beobachten sein. Analysten und Marktbeobachter werden verfolgen, ob das Projekt die Erwartungen an eine breite Akzeptanz im Markt erfüllen kann.







