Ein Start-up namens Any tritt mit seinem Elektro-Zweirad LUV1 auf den Markt. Das Fahrzeug ist als „Life Utility Vehicle“ positioniert und richtet sich auch an Unternehmen der Last-Mile-Logistik. Mit einem modularen Konzept und hohem Stauraum will Any Pendler, Familien und Gewerbekunden ansprechen und eine neue Fahrzeugklasse etablieren.

Vision und Konzept des LUV1

Any positioniert das modulare Elektromotorrad LUV1 als Lösung für urbane Transportbedürfnisse. Das Fahrzeug bietet bis zu 120 Liter Stauraum und soll alltägliche Aufgaben wie Einkaufstransporte oder den Weg zur Arbeit abdecken. Any argumentiert, dass viele Europäer weniger am Auto selbst hängen als an dessen Bequemlichkeit.

Du als Leser findest hier eine potenzielle Alternative zum Pkw, wenn Du ein Zweirad mit ausreichendem Stauraum, Reichweite und Geschwindigkeit suchst.

Das Konzept des LUV1 entstand unter der Federführung von Lowie Vermeersch, ehemals Designchef von Pininfarina und Gründer von Granstudio. Vermeersch ist sowohl am Design des LUV1 beteiligt als auch als Investor in das Start-up eingestiegen. Erste Prototypen des LUV1 wurden bereits auf der Milan Design Week gezeigt.

Finanzierung und Markteintrittsstrategie

Any hat bislang 2,75 Millionen Euro an Finanzmitteln gesammelt. Davon wurden zunächst 1,5 Millionen Euro eingeworben, gefolgt von weiteren 1,25 Millionen Euro im Mai. Das Start-up strebt eine Series-A-Runde von mindestens 10 Millionen Euro an und möchte diese Runde möglichst bis Jahresende abschließen.

Der Einstiegspreis für das LUV1 liegt bei rund 7.000 Euro. Damit positioniert sich das Fahrzeug deutlich unter dem Preis eines Pkw, bewegt sich jedoch auf dem Niveau hochwertiger elektrischer Cargo-Bikes. Der endgültige Preis hängt von der individuellen Konfiguration und den gewählten Ausstattungsoptionen ab; diese sind online anpassbar.

Die Preisstrategie des Unternehmens zielt darauf ab, eine breite Akzeptanz im urbanen Raum zu erreichen.

Technische Details und Zielgruppenansprache

Das LUV1 verfügt über eine Reichweite von bis zu 140 Kilometern, ermöglicht durch zwei austauschbare Batterien. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h; zum Fahren ist ein A1-Führerschein erforderlich. Diese Spezifikationen sollen die Bedürfnisse von Pendlern und kleinere Transportaufgaben abdecken.

Das modulare Design erlaubt die Wahl zwischen einem offenen Rahmen und verschiedenen Verkleidungen, etwa für den Transport von Hunden, spezieller Arbeitsausrüstung oder Campinggepäck. Zu den zusätzlichen Optionen gehören eine Windschutzscheibe, ein Gepäckträger oder ein Regenponcho. Die Zielgruppe umfasst Pendler, Familien sowie Gewerbekunden und Unternehmen aus der Last-Mile-Logistik.

Reservierungen und Managementteam

Any gibt an, innerhalb der ersten 100 Tage nach Öffnung der Reservierung mehr als 600 Vorbestellungen erhalten zu haben. Die Reservierungsgebühr beträgt 49 Euro. Sie ist auf den Kaufpreis anrechenbar und vollständig erstattungsfähig.

CEO ist Pieter Van de Velde, der zuvor als Venture-Capital-Investor tätig war. Mitgründer und CCO ist Erik de Winter. Lowie Vermeersch fungiert als Designchef und Investor. Alessandro Mangano ist Head of Engineering; er war unter anderem bei Aprilia, Ferrari und der Piaggio Group tätig. Granstudio ist als Designstudio beteiligt.

Marktausblick und nächste Schritte

Any plant langfristig die Entwicklung eines Fahrzeugportfolios, das möglicherweise auch ein Dreirad umfasst. Der europäische Motorradherstellerverband erwartet, dass Zweiräder in Europa bis 2030 größtenteils elektrisch betrieben sein werden. Any positioniert sich mit dem LUV1 in diesem wachsenden Marktsegment für elektrische Mikromobilität.

Die Sicherung der angestrebten Series-A-Finanzierung wird für den Aufbau von Produktionskapazitäten und die Expansion in europäischen Städten entscheidend sein. Marktbeobachter werden die Entwicklung der Reservierungszahlen und die Reaktion der Investoren auf die laufende Finanzierungsrunde verfolgen, um die Marktakzeptanz des Konzepts einschätzen zu können.