Die Jugend im asiatisch-pazifischen Raum fordert verstärkt praxisorientierte und unternehmerische Bildung. Eine Studie von FedEx und Junior Achievement (JA), betitelt „Shaping Tomorrow’s Workforce – Asia Pacific Youth Insights“, zeigt, dass 85 Prozent der Jugendlichen in der Region eine unternehmerische Denkweise für den Erfolg in jedem Job als entscheidend erachten. Auf den Philippinen liegt dieser Wert bei 94 Prozent, einem der höchsten in der untersuchten Region; Indonesien und Malaysia weisen ähnliche Anteile auf.
Die Studie befragte über 4.200 junge Menschen im Alter von 15 bis 22 Jahren in zehn APAC-Märkten und wurde am 20. September 2026 veröffentlicht.
Nachfrage nach Praxis und Unternehmertum steigt
Die Studie dokumentiert eine breite Zustimmung zur Relevanz unternehmerischer Kompetenzen. 90 Prozent der Befragten identifizieren eine Diskrepanz zwischen ihren Lehrinhalten und den Erwartungen der Arbeitgeber. Zudem wünschen sich 97 Prozent der Jugendlichen mehr Einblicke in die reale Arbeitswelt.
61 Prozent der Befragten fühlen sich sicher, neue Ideen oder Lösungen zu entwickeln. 62 Prozent passen sich nach eigener Einschätzung schnell an Planänderungen an. Die Selbstsicherheit in anderen Bereichen fällt geringer aus. 59 Prozent arbeiten und entscheiden sicher ohne wesentliche Anleitung, 55 Prozent lösen Probleme ohne offensichtliche Lösung und 56 Prozent agieren sicher ohne feste Routinen. Diese Unterschiede verdeutlichen, in welchen praktischen Kompetenzen Jugendliche weniger Selbstvertrauen haben.
Globaler Handel und Künstliche Intelligenz im Fokus
90 Prozent der Befragten halten ein Verständnis des grenzüberschreitenden Geschäfts für ihre Karriere für wichtig. 71 Prozent geben an, dass ihre Schule oder Universität sie über die Funktionsweise des grenzüberschreitenden Handels unterrichtet hat. Zudem sehen 84 Prozent die Notwendigkeit, mit KI zusammenzuarbeiten; 62 Prozent fühlen sich durch ihre Ausbildung auf den Einsatz von KI im Arbeitsumfeld vorbereitet. 42 Prozent nennen selbstgesteuerte Experimente als häufigste Quelle für ihr KI-Lernen. Auf den Philippinen geben 95 Prozent an, durch ihre Ausbildung gut auf den Einsatz von KI vorbereitet zu sein.
Unternehmen reagieren mit Förderprogrammen
FedEx und JA verweisen in der Studie auf Praxisangebote wie die FedEx / JA International Trade Challenge. Diese Programme fördern nach ihren Angaben das Verständnis für globale Geschäftsprozesse. Die Challenge hat seit 2007 über 54.000 Studierende im asiatisch-pazifischen Raum erreicht; auf den Philippinen wurden seit 2009 mehr als 12.000 Jugendliche geschult.
Salil Chari, Präsident Asia Pacific von FedEx, unterstreicht in der Studie die Bedeutung, junge Menschen auszustatten, damit sie Ideen in Unternehmen umsetzen können, die reale Probleme lösen und international konkurrieren. Vivek Kumar, President und CEO von JA Asia Pacific, hebt hervor, dass junge Menschen mehr Kontakt zur Arbeitswelt und praktische Erfahrungen fordern. Er weist parallel auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Region hin, die bei nahezu 14 Prozent liegt.
Kumar nennt zudem, dass JA Asia Pacific im vergangenen Jahr dank des Engagements von Partnerschulen, Lehrern, Freiwilligen und Unternehmenspartnern wie FedEx mehr als 5 Millionen junge Menschen erreichte.
Ausblick: Anpassungsdruck auf Bildungssysteme
Die Studienergebnisse senden ein klares Signal an Bildungssysteme und politische Entscheidungsträger im asiatisch-pazifischen Raum. Junge Menschen fordern stärker verankerte unternehmerische Fähigkeiten, tiefere Einblicke in die Arbeitswelt und relevantere KI-Kompetenzen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Frage, wie Lehrpläne und Bildungsangebote angepasst werden, um die Lücke zwischen akademischem Wissen und praxisrelevanten Fertigkeiten zu verringern.
Analysten beobachten, ob die Bildungspolitik auf diese Entwicklungen zeitnah reagiert, um die Wettbewerbsfähigkeit der zukünftigen Arbeitskräfte in der Region zu sichern.







