Apple Pay drängt in Indiens Zahlungsmarkt: Eine strategische Expansion mit Hürden

Apple rollt seinen Bezahldienst Apple Pay in Indien aus. Der Markteintritt, der am Dienstag, dem 29. September, begann, erfolgt in Kooperation mit der Axis Bank, einem der größten privaten Kreditgeber des Landes.

Mit diesem Schritt will Apple die wachsende Basis von iPhone-Nutzern in Indien monetarisieren. Die Expansion von Apple Pay ist Teil einer Strategie, die bereits iPhone-Verkäufe, lokale Fertigung und den Ausbau des Einzelhandels in Indien umfasst.

Navigieren im dominierenden UPI-Ökosystem

Der Markteintritt erfolgt vor dem Hintergrund eines vom Unified Payments Interface (UPI) dominierten Zahlungsmarktes. UPI, ein staatlich unterstütztes System, wickelt Bank-zu-Bank-Zahlungen ohne Karten ab und macht rund 84 Prozent des digitalen Transaktionsvolumens in Indien aus. Apple Pay startet als kartenbasierter Dienst und erfordert die Integration von Kartenausstellern sowie Zahlungsinfrastrukturanbietern.

Zunächst unterstützt Apple Pay berechtigte Visa- und Mastercard-Karten der Axis Bank. Die Axis Bank zählte im Juli rund 16,26 Millionen aktive Karten und gehört damit zu den größten Kartenherausgebern in Indien.

Apple fokussiert sich auf den wachsenden Kreditkartenmarkt: Kreditkartenausgaben lagen im Juni bei über zwei Billionen Rupien. Der Konzern adressiert damit vorrangig iPhone-Nutzer, die tendenziell wohlhabender sind und eher Premium-Kreditkarten verwenden. Die biometrische Authentifizierung, die Apple Pay nutzt, ermöglichten regulatorische Anpassungen der Reserve Bank of India (RBI).

Gebührenstruktur und Bankenverhandlungen

Apple verlangt einer Quelle zufolge etwa 20 Basispunkte (0,2 Prozent) pro Transaktion. Dies stellt einen beträchtlichen Anteil an der üblichen Marge in der Zahlungsschicht von etwa 40 bis 50 Basispunkten (0,4 bis 0,5 Prozent) dar. Die Gebührenstruktur ist weitgehend mit Apples kommerziellem Modell in anderen Märkten vergleichbar.

Die HDFC Bank, ICICI Bank und SBI Card unterstützen Apple Pay zum Start nicht. Verhandlungen über kommerzielle Bedingungen laufen noch. Diese fehlende Unterstützung großer Kartenausgeber könnte den initialen Rollout komplexer und ungleichmäßiger gestalten.

Das indische Kartennetzwerk RuPay wird zum Start ebenfalls nicht unterstützt. Die RBI hat in der Vergangenheit Maßnahmen zur Förderung lokaler Zahlungsinfrastrukturen getroffen. Es gab zudem Berichte, dass Apple eine Integration von RuPay-Zahlungen für App-Store- und iCloud-Transaktionen plant.

Wachsender iPhone-Marktanteil und lokale Fertigung

Der Vorstoß in den Zahlungsmarkt fällt in eine Phase steigender Bedeutung Apples in Indien. Laut Counterpoint Research hielt Apple 2025 rund 28 Prozent des indischen Smartphone-Marktes nach Wert, nach 23 Prozent im Vorjahr. Der iPhone-Marktanteil in Indien hat sich seit 2022 deutlich erhöht.

Parallel dazu baut Apple seine lokale Fertigung aus: Indien macht bereits etwa ein Viertel der weltweiten iPhone-Produktion aus. Berichten zufolge könnte dieser Anteil in den nächsten fünf Jahren auf 30 bis 35 Prozent steigen. Die Einführung von Apple Pay fügt sich in diese Aktivitäten ein.

Ausblick: Anpassungen und weitere Partner

Der Start von Apple Pay in Indien ist ein Schritt mit Herausforderungen im komplexen lokalen Zahlungsmarkt. Beobachter gehen davon aus, dass Apple langfristig auch eine Integration mit UPI anstreben könnte, um eine breitere Nutzerbasis zu erreichen. Entsprechende regulatorische Fragen sind Teil der Diskussion.

Die Verhandlungen mit HDFC, ICICI und SBI Card laufen weiter. Weitere Partnerschaften sind möglich. Eine breitere Unterstützung durch Kartenherausgeber und gegebenenfalls eine UPI-Integration würden die Reichweite von Apple Pay deutlich erweitern. Analysten von JPMorgan bestätigten die Einstufung „Overweight“ für Apple und nannten ein Kursziel von 340 US-Dollar.