Brian Armstrong, CEO von Coinbase Global, prognostiziert einen Bitcoin-Kurs von 400.000 US-Dollar bis Ende 2030. Diese Einschätzung gab Armstrong am 10. September 2026 in Interviews mit Bloomberg und CNBC bekannt und bezeichnete das Ziel als „vernünftiges Ziel“.
Die optimistische Prognose von Armstrong stützt sich auf zwei Faktoren: die erwartete regulatorische Klarheit durch den geplanten „Digital Asset Market Clarity Act“ (Clarity Act) sowie das bevorstehende Bitcoin-Halving-Ereignis. Er ist überzeugt, der Tiefpunkt des aktuellen Bitcoin-Preiszyklus sei bereits erreicht.
Derzeit notiert Bitcoin bei rund 77.000 US-Dollar. Ein Kurs von 400.000 US-Dollar würde eine Steigerung von etwa 420 Prozent bis zum prognostizierten Ziel bedeuten. Um dies zu erreichen, müsste Bitcoin in den kommenden Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 51 Prozent aufweisen.
Dies liegt über der historischen CAGR von 33,6 Prozent, die Bitcoin von August 2017 bis Juli 2026 erreichte. Bei dieser historischen Rate wäre ein Kursziel von etwa 250.000 US-Dollar zu erwarten.
Regulatorische Impulse durch den „Clarity Act“
Ein zentraler Katalysator für Armstrongs Kursziel ist die potenzielle Verabschiedung des „Digital Asset Market Clarity Act“. Dieses Gesetz soll regulatorische Klarheit für die Kryptoindustrie in den USA schaffen. Eine solche Klarheit könnte Innovationen im Digital-Asset-Sektor beschleunigen, institutionellen Investoren den Zugang zu Bitcoin erleichtern und Kapital freisetzen.
Die geplante Abstimmung über den Clarity Act im Senat ist für den 15. September 2026 angesetzt. Sollte das Gesetz nicht verabschiedet werden, erwartet Armstrong, dass die SEC und die CFTC Regeln erlassen. Auch dies könnte zu mehr Rechtssicherheit führen.
Armstrong betont zudem die Bedeutung von Bitcoin als „digitales Gold“. Er verweist auf die hohe US-Staatsverschuldung von über 40 Billionen US-Dollar. Die These, dass Bitcoin als Absicherung gegen inflationäre Tendenzen und Staatsdefizite dienen kann, untermauert seine positive Einschätzung.
Historische Zyklen und das nächste Halving
Armstrong verweist auf die typischerweise vierjährigen Marktzyklen von Bitcoin. Diese umfassen Phasen des Anstiegs, der Euphorie und der Korrektur. Viele Abwärtsphasen dauern etwa ein Jahr; dieses Jahr sei nun erreicht. Daher geht er davon aus, dass der Tiefpunkt überwunden ist.
Er weist darauf hin, dass Bitcoin bereits von rund 60.000 US-Dollar auf das aktuelle Niveau gestiegen ist. Der Kurs liegt allerdings noch etwa 39 Prozent unter dem Rekordhoch von 126.198 US-Dollar, das Bitcoin im Oktober 2025 erreichte.
Das nächste Bitcoin-Halving, bei dem die Belohnung für Miner halbiert wird, wird für April 2028 erwartet. Dieses Ereignis findet etwa alle vier Jahre statt. Historisch stiegen die Bitcoin-Kurse nach einem Halving tendenziell an; ein signifikanter Preisanstieg wird häufig etwa 18 Monate nach dem Ereignis beobachtet.
Armstrong berücksichtigt diesen zyklischen Effekt als wichtigen Faktor für die weitere Kursentwicklung.
Marktbeobachter sehen weiterhin offene Fragen
Trotz Armstrongs Äußerungen sehen Marktbeobachter noch offene Fragen. Die erforderliche 51-prozentige jährliche Wachstumsrate bis 2030 übertrifft die historische Rate von 33,6 Prozent. Zudem legte Armstrong kein spezifisches Bewertungsmodell oder eine präzise Zeitachse für den prognostizierten Tiefpunkt vor.
Seine Aussage wurde daher eher als „directional conviction“ denn als konkretes Handelsziel eingeordnet.
Der Markt sendet zudem widersprüchliche Signale. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der Woche bis zum 4. September Zuflüsse von 986,9 Millionen US-Dollar.
In der folgenden Berichtsperiode zeigten sich jedoch Nettoabflüsse von rund 166,9 Millionen US-Dollar. Damit endete ein positiver Fluss, und es gibt Hinweise, dass die Spotnachfrage eine nachhaltige Erholung noch nicht vollständig bestätigt. Beobachter führen an, dass ein Wochenschlusskurs über dem 50-Wochen-Durchschnitt, der historisch eine nachhaltige Erholung signalisiert, noch nicht erreicht wurde.
Die Reaktionen in sozialen Medien reichten von Ablehnung bis zu kritischen Kommentaren. Diese verweisen auf frühere, möglicherweise nicht eingetretene Vorhersagen. Der Markt wartet nun auf die Entwicklungen rund um den Clarity Act und auf weitere makroökonomische Daten.
Diese könnten Aufschluss über die Dynamik des Bitcoin-Kurses geben. Ob sich Armstrongs Einschätzung zur möglichen Etablierung von Bitcoin als Zahlungsmittel oder zur Schaffung einer „Strategic Bitcoin Reserve“ durch die US-Regierung als Kurstreiber erweist, bleibt abzuwarten.







