Brian Armstrong, CEO von Coinbase, prognostiziert einen deutlichen Anstieg des Bitcoin-Kurses. Er hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass der Wert der führenden Kryptowährung bis 2030 zwischen 300.000 und 400.000 US-Dollar liegt. Diese Einschätzung begründet er vorrangig mit der Aussicht auf regulatorische Klarheit in den USA, insbesondere durch den sogenannten „Clarity Act“.

Für das laufende Jahr 2026 sieht Armstrong zudem die Möglichkeit, dass Bitcoin die Marke von 100.000 US-Dollar zurückerobert. Aktuell bewegt sich der Kurs um 77.800 US-Dollar. Um das von Armstrong formulierte Langzeitziel von 400.000 US-Dollar zu erreichen, wäre ein Kursanstieg von rund 430 Prozent binnen der nächsten vier Jahre erforderlich.

Der Einfluss der Regulierung

Armstrongs Prognose ist eng mit der US-Regulierung verknüpft. Er erwartet Impulse durch den „Clarity Act“, über den der US-Senat voraussichtlich am 15. September 2026 abstimmt.

Eine verbindliche Gesetzgebung, so Armstrong, stelle sicher, „dass keine neue Regierung die Regeln plötzlich wieder ändert.“ Er setzt dies in Kontrast zu Verordnungen von Behörden wie der SEC oder der CFTC, die seiner Darstellung nach anfälliger für spätere Änderungen wären.

Kürzlich empfing der frühere US-Präsident Donald Trump Krypto-Führungskräfte und Regulierungsvertreter im Weißen Haus. Er forderte dort den Kongress auf, eine „faire Version des Clarity Act“ zu verabschieden und sagte, die USA stünden am „sehr Anfang einer Revolution“ im Finanzwesen. Nach dem Treffen stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb weniger Tage um mehr als fünf Prozent auf rund 71.880 US-Dollar.

Später notierte Bitcoin zeitweise wieder über 79.000 US-Dollar.

Die Verabschiedung des Clarity Acts ist jedoch nicht gesichert. Demokratische Senatoren bremsen das Gesetz seit Monaten und fordern verbindliche Ethik-Klauseln. Kompromissvorschläge scheiterten zuletzt am Weißen Haus. Vor diesem Hintergrund bereiten sich SEC und CFTC darauf vor, eigene regulatorische Maßnahmen auf Agenturebene vorzulegen, falls der Clarity Act scheitert.

Marktzyklen und Analystenstimmen

Armstrong verweist zudem auf frühere Marktzyklen und konstatiert, dass frühere Bärenmärkte jeweils rund 370 bis 380 Tage dauerten. Aus dieser Beobachtung und den bevorstehenden regulatorischen Ereignissen schließt er, „dass wir am Rande des nächsten Bullenmarktes für Spot-Trading in Krypto stehen.“ Die Monate Oktober bis Dezember gelten laut Armstrong traditionell als starke Monate für Bitcoin im Rahmen der Halving-Zyklen.

Parallel dazu lag die Volatilität des Bitcoin-Kurses im August nahe historischen Tiefstwerten. Sean Farrell, Leiter der Digital-Asset-Strategie bei Fundstrat, weist darauf hin, dass niedrige Volatilität oft einer starken Kursbewegung vorausgeht.

Nicht alle Marktbeobachter teilen Armstrongs Optimismus. Markus Thielen von 10x Research bezeichnet eine Bitcoin-Prognose von bis zu einer Million US-Dollar bis 2030 als „mathematisch völlig unrealistisch“. Er rechnet vor, dass dafür zusätzliche Investitionen von etwa 15 Billionen US-Dollar nötig wären, was einem Viertel des gesamten US-Aktienmarktes entspräche.

Eine Rückkehr auf 100.000 US-Dollar wäre unter aktuellen Bedingungen nach Thielen „ein großer, großer Erfolg“.

Auch Gracy Chen, CEO der Kryptobörse Bitget, äußert Skepsis gegenüber extrem hohen Kurszielen wie einer Million US-Dollar bis 2030. Sie verweist darauf, dass sich die Renditen in den Vierjahreszyklen von Bitcoin verringert haben. Sie selbst habe 50.000 US-Dollar als persönlichen Wiedereinstiegskurs im Blick.

Aktuelle Marktentwicklungen

Der Kryptomarkt zeigte zuletzt erhöhte Dynamik. Der Bitcoin-Kurs stieg in der Woche vor dem 24. August 2026 um 24 Prozent, was die beste Wochenperformance seit März 2023 darstellt.

Dieser Anstieg folgte auf die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe von langlaufenden Anleihen zu verdoppeln. Infolgedessen wurden laut Berichten mehr als drei Milliarden US-Dollar an Bitcoin-Short-Positionen liquidiert.

Gleichwohl sank das Spot-Handelsvolumen an 14 großen Börsen im Juli 2026 um 21,7 Prozent auf 429,0 Milliarden US-Dollar. Zugleich fiel das Futures-Handelsvolumen auf 3,03 Billionen US-Dollar. Das Futures-zu-Spot-Verhältnis stieg auf 7,06x.

Der Fear and Greed Index lag am 13. August bei 29 (Angst) und stieg zuletzt auf 71 (Gier). Die Bitcoin-Dominanz liegt bei 59,2 Prozent, während der Altcoin-Season-Index 42 von 100 erreicht.

Ausblick

In den kommenden Wochen zeigt sich, ob der US-Senat den „Clarity Act“ verabschiedet und damit den von Armstrong erhofften Schub für den Kryptomarkt liefert. Ein Scheitern könnte die US-Regulierungslandschaft fragmentieren und die Unsicherheit für institutionelle Investoren aufrechterhalten, was Armstrongs Kurszielen entgegenwirken würde. Analysten betonen, dass die historische Volatilität auf größere Kursbewegungen hindeutet, deren Richtung aber ungewiss bleibt.