Aroundtown, der Spezialist für Gewerbeimmobilien, meldet einen deutlichen Gewinneinbruch im ersten Halbjahr 2026. Gestiegene Finanzierungskosten und rückläufige Bewertungsgewinne belasten das Ergebnis, während die Mieteinnahmen stabil bleiben. Gleichzeitig baute das Unternehmen die Beteiligung an der Wohnimmobilientochter Grand City Properties aus.
Trotz des Rückgangs bestätigt Aroundtown die Jahresprognose für das operative Ergebnis.
Aroundtown, im MDAX gelistet, verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 einen massiven Gewinneinbruch. Der Konzerngewinn sank um mehr als 60 Prozent auf 218 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch bei 578 Millionen Euro. Hauptgründe hierfür sind gestiegene Finanzierungskosten sowie deutlich niedrigere Bewertungsgewinne infolge rückläufiger Immobilienpreise.
Im ersten Halbjahr 2025 erreichten die Bewertungsgewinne noch gut 383 Millionen Euro. Im aktuellen Berichtszeitraum beliefen sie sich lediglich auf knapp 2 Millionen Euro. Parallel dazu stiegen die Zinsaufwendungen um 26 Prozent auf 142,3 Millionen Euro.
Operatives Ergebnis unter Druck, Mieteinnahmen stabil
Die Nettomieteinnahmen lagen im ersten Halbjahr bei 591 Millionen Euro und blieben damit nahezu stabil zum Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche (like-for-like) stiegen die Mieteinnahmen um 2,7 Prozent. Das operative Ergebnis aus dem Vermietungsgeschäft (FFO I) sank hingegen um 4 Prozent auf 144 Millionen Euro.
Pro Aktie beträgt der FFO I für das erste Halbjahr 2026 0,13 Euro, nach 0,14 Euro im Vorjahr. Aroundtown hält an der im April angehobenen Jahresprognose für den FFO I von 275 bis 305 Millionen Euro fest. Das Unternehmen hat eine Dividende von 0,08 Euro je Aktie beschlossen; die Auszahlung erfolgte am 6. Juli 2026 und markierte die Wiederaufnahme der Ausschüttungspolitik.
Portfoliobereinigung und Stärkung der GCP-Beteiligung
Im Zuge des Portfolioumbaus verkaufte Aroundtown im ersten Halbjahr Immobilien im Wert von 350 Millionen Euro. Berichte sprechen von einem Abschlag von rund 1 Prozent zum Buchwert. Weitere Verkäufe im Volumen von 400 Millionen Euro sind geplant.
Das Gesamtportfolio wird mit rund 25,2 Milliarden Euro angegeben. Dessen Zusammensetzung weist 34 Prozent Büroimmobilien, 33 Prozent Wohnimmobilien und 20 Prozent Hotels aus.
Die Leerstandsquote im Wohnbereich liegt bei 3,3 Prozent, im Gesamtportfolio bei 13,6 Prozent. Aroundtown baute zudem die Beteiligung an Grand City Properties (GCP) aus und erhöhte den Anteil von 62,5 Prozent auf 84 Prozent. Langfristig strebt das Unternehmen einen Anteil von knapp 90 Prozent an.
Die ausgewiesene Liquidität beträgt 3,9 Milliarden Euro. Das Loan-to-Value-Verhältnis lag im Juni 2026 bei 43 Prozent.
Marktbewertung und Ausblick
Die Reaktion des Kapitalmarkts auf die Halbjahreszahlen war uneinheitlich. Die Aktie notierte am Veröffentlichungstag in der Nähe von rund zwei Euro, wobei Berichte unterschiedliche Handelsplätze und Zeitpunkte nennen.
Analysten geben unterschiedliche Einschätzungen ab. Warburg Research stuft die Aktie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 3,80 Euro. Berenberg stuft auf „Hold“ mit einem Kursziel von 4,00 Euro und die Deutsche Bank Research ebenfalls auf „Hold“.
Goldman Sachs nennt ein Kursziel von 2,70 Euro und verweist auf einen schwächeren Markt in den kommenden Monaten. First Berlin nennt ein Kursziel von 4,10 Euro und erwartet eine Erholung ab den Jahren 2026/2027.
Die bestätigte Prognose für den FFO I, die laufenden Portfolioverkäufe und die Erhöhung der GCP-Beteiligung sind Reaktionen des Unternehmens auf das aktuelle Marktumfeld. Die weitere Entwicklung der Zinslandschaft und der Immobilienpreise bleibt zentral für die Erreichung der gesteckten Ziele im laufenden Geschäftsjahr.







