Der deutsche Leitindex DAX stabilisierte sich am Donnerstag, den 03. September 2026, nach drei Verlusttagen. Er notiert nahezu unverändert bei rund 25.863 Punkten, nachdem er in den vergangenen Tagen rund drei Prozentpunkte eingebüßt hatte. Parallel dazu verzeichnen Aktien aus dem Gebrauchtwagensektor, insbesondere die AUTO1 Group SE, deutliche Kursgewinne.

Die Stabilisierung des DAX erfolgt inmitten anhaltender Sorgen um steigende Ölpreise, hohe Anleihezinsen und die Inflationsentwicklung, die den Börsenmonat September prägen. Einzelne Unternehmen zeigen in diesem Umfeld Stärke.

DAX findet Halt oberhalb der 25.800er-Marke

Nach einem Rückgang unter die Marke von 26.000 Punkten konnte der DAX am Donnerstagvormittag Verluste weitgehend aufholen. Er notierte um 13:26 Uhr bei 25.840,92 Punkten, was einem Plus von 0,01 Prozent entspricht. Am Vortag hatte der Index noch 0,5 Prozentpunkte niedriger bei 25.839 Punkten geschlossen.

Auch der TecDAX zeigte sich mit einem frühen Plus von 0,03 Prozent auf 4.013,76 Einheiten. Der breiter gefasste EURO STOXX 50 bewegte sich zum Börsenstart kaum verändert.

Die Erholung des DAX fällt in eine Phase, die statistisch als der schlechteste Börsenmonat des Jahres gilt. Belastend wirken weiterhin steigende Ölpreise, die am Donnerstag über 95 US-Dollar pro Barrel Brent notieren. Zudem schüren Befürchtungen vor baldigen Zinserhöhungen durch die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank Inflationssorgen bei Anlegern.

US-Notenbankchef Kevin Warsh bekräftigte kürzlich die Entschlossenheit zur Inflationsbekämpfung. Die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinsanhebung im September durch die Fed stieg auf 47 Prozent. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, konstatiert eine hohe Unsicherheit am Markt.

Leicht nachgebende Ölpreise trotz militärischer Auseinandersetzungen sowie optimistische Signale von der US-Notenbank sorgen teilweise für Entspannung. John Williams, Chef der New Yorker Fed, verweist auf ermutigende Konjunkturdaten und eine nachlassende Teuerung.

Am Donnerstag standen weitere wichtige Wirtschaftsdaten an, darunter Konjunkturprognosen von vier deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten sowie Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone und den USA.

AUTO1 Group trotzt dem Markttrend mit starken Zahlen

Gegen den allgemeinen Markttrend sticht die AUTO1 Group SE hervor. Die Aktie des Gebrauchtwagenhändlers zog am Donnerstag deutlich an, nachdem Analysten positive Bewertungen abgaben. Um 12:30:31 Uhr stieg der Kurs an der Frankfurter Börse um 5,61 Prozent auf 21,84 Euro.

Das Unternehmen veröffentlichte am 02. September 2026 seinen Finanzbericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. AUTO1 verkaufte im ersten Halbjahr 489.000 Fahrzeuge, was einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das Rohergebnis im ersten Halbjahr wuchs um 22 Prozent auf 570 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr 2026 lag bei 118 Millionen Euro und wurde als bestes Resultat seit dem Börsengang bezeichnet. Die bereinigte EBITDA-Marge auf Gruppenebene erreichte 2,4 Prozent.

Im zweiten Quartal 2026 wurden 240.000 Fahrzeuge verkauft. Dies entspricht einem Anstieg von 19,9 Prozent gegenüber den 200.000 Fahrzeugen im zweiten Quartal 2025. Der Gesamtumsatz im zweiten Quartal 2026 betrug 2.432,1 Millionen Euro, verglichen mit 1.970,6 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025 – ein Plus von 23,4 Prozent.

Das bereinigte EBITDA des zweiten Quartals verbesserte sich um 38,4 Prozent auf 58,6 Millionen Euro.

Automobilwerte zeigen gemischtes Bild

Während AUTO1 relative Stärke demonstriert, präsentieren sich traditionelle Automobilwerte uneinheitlich. Am Freitag der Vorwoche legten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz zu: BMW verzeichnete ein Plus von 4,5 Prozent, Volkswagen von 2,8 Prozent und Mercedes-Benz von 3 Prozent.

Citigroup-Analysten sehen bei BMW ein begrenztes Abwärtspotenzial nach vorherigen Kursverlusten. Autowerte zeigen sich zinssensibel und tendierten am Dienstag schwächer. Mercedes-Benz verzeichnete seit Jahresbeginn ein Minus von 23 Prozent und führt die DAX-Dividendenrangliste an.

Schwache Nachfrage aus China und hoher Investitionsbedarf für die Elektrifizierung belasten die Kurse. Die BMW-Aktie notierte rund 21 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie; der iX3 zeigt derweil starkes Interesse auf dem chinesischen Markt.

Ausblick: Wirtschaftsprognosen und Geldpolitik im Fokus

Die weitere Entwicklung am deutschen Aktienmarkt beeinflussen die noch zu veröffentlichenden Konjunkturprognosen der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sowie die Einkaufsmanagerindizes. Insbesondere Reaktionen auf die US-Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindizes und die europäischen Erzeugerpreise stehen im Blick der Anleger. Auch die Rhetorik der Notenbanker bleibt entscheidend.

Die Europäische Zentralbank gilt am Markt als fast vollständig für eine mögliche Leitzinsanhebung in der kommenden Woche eingepreist. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Anhebung im September gestiegen. Die statistische Schwäche des Septembers bleibt ein wiederkehrendes Thema für Marktteilnehmer, die nun die Daten und die Zentralbankkommunikation genau analysieren.