Die Gemeinde Schöneck, östlich von Frankfurt, wird zum Standort eines neuen Rechenzentrums von Amazon Web Services (AWS). Das Unternehmen erwarb hierfür ein 7,4 Hektar großes Grundstück und leistete eine erste Anzahlung. Das Projekt generiert für die Kommune voraussichtlich erhebliche Einnahmen.
Details des Millionendeals
Den formellen Kaufvertrag für das Grundstück schloss AWS am 31. Juli. Das Unternehmen plant, im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten für das Rechenzentrum zu beginnen. Die vollständige Erschließung des 7,4 Hektar großen Areals ist bis zum 30. Juni 2027 vorgesehen.
Der Kaufpreis des Grundstücks liegt bei über 220 Millionen Euro. Ein Teil dieses Betrags ist für das Jahr 2027 eingeplant; der Restkaufpreis in Höhe von 199 Millionen Euro soll im dritten Quartal 2027 an die Gemeinde fließen. Die Erschließungskosten des Geländes betragen insgesamt 6,2 Millionen Euro, wovon AWS 81 Prozent übernimmt.
Die Bürgermeisterin bezeichnet den Kaufpreis als „außergewöhnliche Dimension“. Das künftige Rechenzentrum wird nach seiner Fertigstellung Teil der globalen AWS-Infrastruktur sein.
Lokale Politik und Infrastruktur
Die Planungen für das Vorhaben begannen bereits 2021. Am 29. Juni 2026 beschloss die Gemeindevertretung den Bebauungsplan Kilianstädten Nord II einstimmig. Die Grünen in Schöneck hatten im Vorfeld Verbesserungen gefordert. Eine flächensparende, zweigeschossige Bauweise ist demnach erfüllt. Die Nutzung der Abwärme ist noch nicht final geklärt, die Grünen sehen hierfür jedoch gute Chancen.
Die erwarteten hohen Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf haben indes eine politische Initiative ausgelöst: SPD, Grüne und die lokale Wählergemeinschaft WAS stellten am 12. August 2026 einen Antrag für eine Wohnrauminitiative. Ihr Ziel ist es, einen signifikanten Teil der Erlöse in bezahlbaren und klimagerechten Wohnraum zu investieren.
Ausblick und Marktreaktion
Die Ansiedlung von AWS in Schöneck spiegelt die anhaltende Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten im Großraum Frankfurt wider. Diese Region gilt als wichtiger europäischer Internetknotenpunkt. Für Schöneck und den Main-Kinzig-Kreis bedeutet das Projekt erhebliche Einnahmen und die Anbindung der Kommune an die digitale Infrastruktur eines globalen Technologiekonzerns.
Offen bleibt die konkrete Ausgestaltung der Wohnrauminitiative und deren Finanzierung aus den Verkaufserlösen. Wichtige Termine in der Projektentwicklung sind die Erschließung des Areals bis zum 30. Juni 2027 sowie die finale Restzahlung des Kaufpreises im dritten Quartal 2027. Diese Schritte markieren die nächsten Phasen der Integration von Schöneck in die internationale Tech-Infrastruktur.







