Die österreichische BAWAG Group verzeichnet im dritten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 248 Millionen Euro. Damit bestätigt sie ihre Prognose, im Gesamtjahr 2026 einen Nettogewinn von über 960 Millionen Euro zu erreichen. Diese Zahlen stehen im Kontext der geplanten Übernahme der irischen Permanent TSB Group (PTSB), mit der die BAWAG ihre Präsenz in Europa und den USA ausbauen will.
Operative Kennzahlen im dritten Quartal
Im dritten Quartal 2026 wies die BAWAG Group einen Nettogewinn von 248 Millionen Euro aus. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTCE) lag bei 26,9 Prozent. Die Cost-Income-Ratio (CIR) erreichte 29,8 Prozent. Kumuliert für die ersten neun Monate 2026 beläuft sich der Nettogewinn auf 735 Millionen Euro bei einem RoTCE von 28,0 Prozent.
Diese Kennzahlen übertreffen die langfristigen Ziele der Bank. Das RoTCE-Ziel liegt bei mehr als 20 Prozent, das CIR-Ziel bei unter 33 Prozent.
Im zweiten Quartal 2026 betrug der Nettogewinn 255 Millionen Euro, was einem Anstieg von 21 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Kernerträge wuchsen um 8 Prozent. Der Zinsüberschuss erreichte 488,2 Millionen Euro, ein Plus von 7 Prozent.
Der Provisionsüberschuss stieg um 12 Prozent auf 101,5 Millionen Euro. Die operativen Aufwendungen sanken im zweiten Quartal um 11 Prozent; die Kosten-Ertrags-Relation lag im Quartal bei 31,0 Prozent, verglichen mit 37,5 Prozent im Vorjahr.
Strategische Expansion durch PTSB-Übernahme
Die BAWAG bereitet die Übernahme der irischen Permanent TSB Group (PTSB) vor. Die irische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzkommission hat die Transaktion genehmigt. Der Abschluss der Akquisition wird für das vierte Quartal 2026 oder das erste Quartal 2027 erwartet, vorbehaltlich weiterer Zustimmungen. Die Aktionäre von PTSB sollten am 30. Juli über die Übernahme abstimmen.
Nach Unternehmensangaben würde die Übernahme die BAWAG Group nach einem erfolgreichen Abschluss auf über 100 Milliarden Euro an Gesamtaktiva und mehr als fünf Millionen Kunden in sieben Ländern bringen. Die Finanzierung der Übernahme soll durch Kapitalmanagementmaßnahmen erfolgen. Dazu gehören eine Anpassung der Dividendenpolitik für 2026 und Maßnahmen zur Optimierung risikogewichteter Aktiva (RWA).
Das Management erwartet, dass die Transaktion ab 2028 einen Nettogewinn von über 250 Millionen Euro generiert und das Ergebnis je Aktie (EPS) nach drei Jahren um mehr als 20 Prozent steigert. CEO Anas Abuzaakouk betonte die Ernsthaftigkeit, mit der das Vertrauen des PTSB-Vorstands und des irischen Finanzministers genommen wird.
Jahresziele und mittelfristige Perspektiven
Die BAWAG Group bekräftigt ihre Jahresprognose für 2026 eines Nettogewinns von über 960 Millionen Euro. Für 2027 nennt die Bank ein Ziel von 1,1 Milliarden Euro Nettogewinn. Für 2028 wird ein Nettogewinn von über 1,2 Milliarden Euro angestrebt.
Die langfristigen Zielvorgaben umfassen eine RoTCE von mehr als 20 Prozent und eine CIR von unter 33 Prozent. Die CIR lag im dritten Quartal 2026 bei 29,8 Prozent.
Die Integration früherer Übernahmen, etwa der niederländischen Knab Bank und des deutschen Privatkundengeschäfts von Barclays, das seit Februar 2026 als easybank firmiert, schreitet nach Unternehmensangaben voran. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag im zweiten Quartal 2026 bei 17,4 Prozent und wurde laut Unternehmensangaben vollständig für die PTSB-Übernahme berücksichtigt.
Ausblick
Im Fokus steht der Abschluss der PTSB-Akquisition und deren Integration. Die Auswirkungen auf Ertrags- und Kostenstrukturen sowie auf die Kapitalausstattung werden in den Folgeperioden zu beobachten sein. Die BAWAG hat eine geplante Kapitalausschüttungsquote von 55 Prozent des Nettogewinns genannt. Für detailliertere Aussagen werden die vollständigen Jahresergebnisse 2026 erwartet.







