Die US-Börsen zeigten ein uneinheitliches Bild, während die Ölpreise nach einem ruhigen Morgen wieder anzogen. Makroökonomische Daten und Unternehmensmeldungen dominierten die Tagesagenda. Zugleich belasten geopolitische Risiken die Energiemärkte weiterhin.

Ölpreise steigen durch geopolitische Spannungen

Die Ölpreise verzeichneten eine erneute Aufwärtsbewegung, nachdem sie am Morgen zunächst entspannt notiert hatten. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze um bis zu 1,9 Prozent auf über 106 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte WTI stieg in ähnlichem Umfang.

Hinter dem Anstieg stehen anhaltende Spannungen im Nahen Osten. Marktbeobachter beschreiben die geopolitische Lage als sehr fragil. Auch die Angst vor einer Eskalation im Jemen gehört zu den Risikofaktoren.

Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Kämpfe im Iran verflüchtigten sich. Finanzminister Scott Besson hatte eine Einigung mit dem Iran und eine Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt. Medien bezeichneten solche Erwartungen als unrealistisch.

US-Präsident Donald Trump betonte zuletzt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran ausweiten zu wollen, wohingegen General Dan Quin, Chairman des Joint Chiefs of Staff, für Deeskalation plädiert.

Saudi-Arabien verlagert Teile seiner Rohölexporte auf das Rote Meer, um Risiken durch Angriffe der Huthi-Rebellen zu minimieren. Die Huthi kontrollieren große Teile der Küste. Die Türkei hat den Schifffahrtsverkehr im Schwarzen Meer eingegrenzt. Beide Entwicklungen wirken sich auf die Schifffahrt in den betroffenen Regionen aus.

Uneinheitliche Entwicklung an der Wall Street

An der Wall Street gab es keine klare Richtung. Der Dow Jones verzeichnete ein leichtes Plus. Technologieorientierte Titel im S&P 500 und im Nasdaq Composite gaben anfängliche Gewinne wieder ab. Marktbeobachter beschrieben die Stimmung als von Sorgen über steigende Inflation und hohe US-Treasury-Renditen geprägt.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen näherte sich der Marke von fünf Prozent. Berichten zufolge lag sie bei rund 4,92 Prozent.

Wichtige Wirtschaftsdaten beeinflussten die Marktstimmung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen leicht auf 206.000, bei erwarteten 205.000. Die US-Erzeugerpreise (PPI) stiegen im Jahresvergleich auf 5,4 Prozent, erwartet waren 5,3 Prozent. Monatlich legten sie um 0,4 Prozent zu.

Die Kern-Erzeugerpreise stiegen im Jahresvergleich um 4,6 Prozent. Diese Daten nährten Inflationssorgen und könnten den Druck auf die Federal Reserve erhöhen. Die Verkäufe bestehender Häuser fielen im August auf 3,98 Millionen Einheiten, ein Rückgang von zwei Prozent im Monatsvergleich, was den Erwartungen entsprach.

Unternehmensmeldungen und ihre Auswirkungen

Oracle meldete nach Börsenschluss Zahlen und hatte vorab knapp drei Prozent an Marktwert eingebüßt. Der Analystenkonsens sah einen Gewinn je Aktie von 1,75 US-Dollar und einen Umsatzrückgang auf 19,15 Milliarden US-Dollar.

Apple stellte ein neues faltbares iPhone-Modell vor, dessen Preis mit 1.999 US-Dollar angegeben wurde. Die Aktie stieg um etwa zwei Prozent.

Intel plant eine Kapitalerhöhung in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar. Berichte erwähnen, dass dies zu einer Verwässerung für Aktionäre führen könnte.

Taiwan Semiconductor meldete für Juli Umsätze, die um rund 45 Prozent zulegten und über den Markterwartungen lagen. Berkshire Hathaway veröffentlichte Quartalszahlen mit einem operativen Einkommen von knapp 13 Milliarden US-Dollar und einem Umsatz von 101,8 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen reduzierte seinen Kassenbestand um 30 Milliarden US-Dollar auf 365 Milliarden US-Dollar und tätigte Aktienrückkäufe in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar.

Berkshire Hathaway investierte zudem rund zehn Milliarden US-Dollar in ein Private Placement bei Google.

Amazon kündigte eine erweiterte Partnerschaft mit OpenAI sowie die Integration von ChatGPT an. Broadcom meldete, dass sich die Umsätze im KI-Bereich mehr als verdoppelt hätten. Die Aktie legte laut Berichten um 4,8 Prozent zu.

Weitere Unternehmensmeldungen reichten von Blackstones Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am Sanha Logistics Park II in Südkorea bis zu positiven Überraschungen bei einzelnen Software- und IT-Titeln.

Ausblick: Volatilität bleibt bestimmend

Marktteilnehmer richten den Blick auf die weitere Entwicklung im Nahen Osten und auf die Energiepreise. Zusätzliche Impulse werden von den anstehenden Quartalsberichten großer Banken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Citigroup sowie von Gesundheitskonzernen wie UnitedHealth Group und Johnson & Johnson erwartet.

Die anstehenden Veröffentlichungen von Verbraucher- und Erzeugerpreisen in den USA sollen weiteren Aufschluss über den Inflationsdruck geben. Sie liefern Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve. Die Diskussion, ob die Fed angesichts hoher Renditen intervenieren könnte, bleibt ein Faktor für die Anlegerstimmung.

Die uneinheitlichen Signale aus Wirtschaft und Geopolitik deuten auf anhaltende Volatilität an den Märkten hin.