Eine gemeinnützige Organisation kritisiert geplante Exchange Traded Funds (ETFs), die auf Wahlergebnissen und Sportergebnissen basieren. Better Markets fordert die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) auf, die Zulassung dieser sogenannten Novel ETFs zu verweigern. Die Organisation argumentiert, diese Produkte erfüllten keinen Investitions-, Absicherungs- oder anderen wirtschaftlichen Zweck.
Zudem stünden sie im Widerspruch zum öffentlichen Interesse.
Die Debatte um diese neuartigen Finanzprodukte rückt die grundsätzliche Frage in den Fokus, wo die Grenze zwischen legitimen Investitionen und Glücksspiel verläuft. Kritiker bezeichnen Sportwetten-ETFs als gefährlichen Unsinn und warnen, solche Produkte könnten Anleger täuschen. Die Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund statt, dass die SEC bereits Single-Stock-ETFs genehmigte.
Dies habe laut Better Markets die Trennlinie zwischen Investition und Spekulation bereits verwischt.
Verwischung der Grenzen: Investment oder Glücksspiel?
Better Markets argumentiert, ETFs auf Wahlergebnisse und Sportereignisse stellten nichts anderes als Glücksspiel dar. Sie sollten daher nicht als traditionelle ETFs reguliert werden. Benjamin Schiffrin, Director of Securities Policy bei Better Markets, hebt hervor, die Zulassung solcher Produkte täusche Anleger.
Die Organisation kritisiert, dies missbrauche das Vertrauen in den ETF-Markt, indem Finanzinstrumente angeboten würden, die keinerlei wirtschaftliche Funktion im Sinne einer Investition oder Absicherung aufweisen.
Dies stehe nach Ansicht von Better Markets im Widerspruch zur Mission der SEC. Die Behörde müsse Anlegerschutz und öffentliches Interesse in den Vordergrund stellen. Die Organisation befürchtet, die Genehmigung dieser ETFs mache Wertpapierbörsen zu Vehikeln für Glücksspiel.
Die Kritik erstreckt sich auch auf die Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Dieser US-Behörde wird vorgeworfen, Prognosemarktunternehmen zu erlauben, unregulierte Sportwetten unter dem Deckmantel legitimer Finanzderivate anzubieten. Hierbei handelt es sich um Event-Kontrakte, deren Auszahlung von einem zukünftigen Ereignis wie einem Wahlergebnis oder einem Sportergebnis abhängt.
Auch Futures-Kontrakte, deren Wert an die Performance von Sportmannschaften gebunden ist, fallen nach dieser Darstellung in die kritisierte Kategorie.
Rolle der Aufsichtsbehörden und öffentliches Interesse
Die SEC steht im Zentrum dieser Kontroverse. Ihre Hauptaufgabe ist der Anlegerschutz. Sie entscheidet über die Zulassung von ETFs.
Better Markets, eine gemeinnützige, überparteiliche und unabhängige Organisation, fördert das öffentliche Interesse an den Finanzmärkten. Die Organisation wurde nach der Finanzkrise 2008 gegründet und fordert die Behörde auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Better Markets reichte das Kommentarschreiben zu dieser Thematik bereits im August 2026 bei der SEC ein.
Am 1. September 2026 folgte eine öffentliche Stellungnahme zur Einreichung. Insbesondere der amtierende Vorsitzende der SEC, Chair Atkins, gerät in die Kritik.
Ihm wird vorgeworfen, von der ursprünglichen Mission des Anlegerschutzes abzuweichen. Die Genehmigung von Single-Stock-ETFs in der Vergangenheit interpretieren Kritiker als eine Verwischung der Grenze zwischen Investitionen und Glücksspiel. Eine Zulassung der nun diskutierten Novel ETFs würde diese Grenze nach Ansicht der Kritiker weiter eliminieren.
Ausblick: Droht eine neue Art der Finanzialisierung?
Die Forderung von Better Markets an die SEC ist Teil der laufenden Diskussion über die Grenzen von Finanzinnovationen. Better Markets argumentiert, nicht jedes beliebige Ereignis sollte zur Grundlage eines handelbaren Finanzprodukts werden. Dies gelte primär, wenn es keiner traditionellen Investitions- oder Absicherungsfunktion dient.
Die SEC muss nun entscheiden, ob sie der Argumentation von Better Markets folgt und den Anlegerschutz in diesem Fall prioritär behandelt.
Analysten erwarten eine gründliche Prüfung der SEC. Eine Genehmigung der Novel ETFs könnte weitreichende Präzedenzfälle für die Ausweitung des Finanzmarktes auf bisher unregulierte Bereiche schaffen. Eine Ablehnung hingegen würde das Bekenntnis der SEC zum Anlegerschutz in traditioneller Auslegung bekräftigen. Die Finanzwelt blickt gespannt auf die kommende Entscheidung der US-Börsenaufsicht.







