Bitcoin-Dominanz erreicht 60 Prozent: Altcoins geraten unter Druck
Die Bitcoin-Dominanz (BTC.D) hat im Oktober 2026 die Marke von 60 Prozent überschritten. Dieser Anstieg vollzieht sich während eines breiteren Krypto-Ausverkaufs und setzt Altcoins wie Ethereum, Solana, XRP und Dogecoin unter Verkaufsdruck. Einige Marktbeobachter sehen darin eine Kapitalverschiebung hin zum Branchenführer in Zeiten erhöhter Marktunsicherheit.
Dominanz von Bitcoin festigt sich
Am 13. Oktober 2026 lag die Bitcoin-Dominanz laut TradingView bei rund 60,4 Prozent der Marktkapitalisierung der Top-125-Kryptowährungen. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin wurde in diesem Zusammenhang mit etwa 1,68 Billionen US-Dollar angegeben; die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarkts lag bei rund 2,78 Billionen US-Dollar.
Dieser Wert liegt leicht über den Angaben anderer Datenanbieter wie CoinMarketCap mit circa 59,9 Prozent und CoinGecko mit etwa 58,1 Prozent. Unterschiedliche Berechnungsgrundlagen, wie der Ein- oder Ausschluss von Stablecoins oder wenig gehandelten Projekten, erklären die Abweichungen. Zu Beginn des Monats lag die Dominanz bei ungefähr 58,5 Prozent.
Am 26. September 2026 war der Wert ebenfalls bei etwa 58,5 Prozent notiert. Beobachter werten den Anstieg als Bestätigung der Rolle von Bitcoin als bevorzugtes Asset in einem volatilen Marktumfeld.
Gründe für die Verschiebung
Ein wesentlicher Treiber der anhaltend hohen Bitcoin-Dominanz sind Spot-Bitcoin-ETFs in den USA. Diese haben institutionelle Kapitalflüsse in Bitcoin geleitet und stärken laut Berichten den Status von Bitcoin als investierbares Asset.
In Phasen von Marktunsicherheit oder sinkender Risikobereitschaft ziehen Investoren Kapital aus risikoreicheren Anlagen wie Altcoins ab. Sie verlagern es in Bitcoin, das innerhalb des Kryptosektors häufig als vergleichsweise stabiler Wert gilt. Makroökonomische Faktoren wie steigende Treasury-Renditen und eine gedämpfte Marktstimmung erhöhen diesen Druck.
Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank hat sich zuletzt eingetrübt. Die Wahrscheinlichkeit für eine Lockerung der Geldpolitik wurde mit rund 47 Prozent angegeben, was die Risikobereitschaft am Markt dämpft.
Altcoins leiden unter Druck
Viele Altcoins haben in diesem Umfeld Marktanteile verloren. Auch das offene Interesse (Open Interest) bei Perpetual Futures ist rückläufig. Bei Solana fiel das Open Interest auf Binance laut Berichten von über 1,2 Milliarden US-Dollar im März auf unter 680 Millionen US-Dollar.
Ethereum hat seit dem Merge gegenüber Bitcoin unterperformt. Die Einführung von Spot-ETH-ETFs hat diese Unterperformance nach Angaben der Berichte nicht umgekehrt.
Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass institutionelles Kapital weiterhin überwiegend in Bitcoin fließt. Dies beeinflusst die relative Performance von Altcoins. Der Altcoin Season Index bewegt sich derzeit zwischen 45 und 53. Damit bleibt er unter der Schwelle von 75, die üblicherweise als Beginn einer Altcoin-Saison gilt.
Ausblick: Volatilität und makroökonomische Einflüsse prägen den Markt
Die Kryptomärkte bleiben angesichts makroökonomischer Unsicherheiten volatil. Insbesondere werden die kommenden US-Wirtschaftsdaten genau beobachtet. Dazu gehören Arbeitsmarktberichte und der Verbraucherpreisindex. Diese liefern Hinweise auf die künftige Zinspolitik der Fed und damit auf die Risikoneigung der Anleger.
Oliver Carding, Leiter Marketing bei der Tesseract Group, die rund 500 Millionen US-Dollar verwaltet, sagte, er beobachte eine Realverzinsung von etwa drei Prozent für zehnjährige Anleihen als Orientierungspunkt. Eine anhaltende Bewegung darüber würde seiner Einschätzung nach einen Rückgang des Bitcoin-Kurses auf 80.000 bis 82.000 US-Dollar wahrscheinlicher machen als einen Anstieg auf 90.000 US-Dollar. Die strukturellen Auswirkungen der Spot-Bitcoin-ETFs dürften nach Einschätzung mehrerer Beobachter auch künftig eine zentrale Rolle für die Kapitalverteilung im Kryptomarkt spielen.







