Die Dominanz von Bitcoin am Kryptomarkt festigt sich. Am 28. September 2026 erreichte Bitcoins Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung 58,3 Prozent, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten.
Dieser Wert schwankt im Jahresverlauf 2026, bleibt jedoch meist über 50 Prozent. Diese Entwicklung dämpft mitunter die Erwartungen an eine breite Altcoin-Rallye. Marktindikatoren und Analysten interpretieren dies zudem als Zeichen einer starken Prägung des Kryptomarktes durch Bitcoin-Bewegungen und einer Kapitalverschiebung hin zu Bitcoin.
Die Bitcoin-Dominanz (BTC.D) misst den prozentualen Anteil der Marktkapitalisierung von Bitcoin an der gesamten Kryptowährungs-Marktkapitalisierung. Sie berechnet sich aus der Division der Bitcoin-Marktkapitalisierung durch die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarktes, multipliziert mit 100. Unterschiedliche Datenanbieter verwenden jedoch diverse Stichproben, beispielsweise Top-125 versus 10.000 oder 15.000 Tokens, was zu geringfügigen Abweichungen in den Prozentwerten führt.
Ein Rückgang der BTC.D gilt oftmals als Indikator für eine Altcoin-Season – eine Phase, in der viele Altcoins Bitcoin in ihrer Performance übertreffen. Am 28. September 2026 lag die gesamte Kryptomarkt-Marktkapitalisierung bei rund 2,88 Billionen US-Dollar.
Bitcoins Vormarsch seit 2022
Die jüngste Entwicklung der Bitcoin-Dominanz reiht sich in einen längerfristigen Trend ein. Von Dezember 2022, als die BTC.D bei rund 40 Prozent verharrte, stieg sie bis Juni 2025 auf knapp 66 Prozent. Zu den treibenden Faktoren dieses Anstiegs zählen die Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024, ein gesteigertes institutionelles Interesse sowie Diskussionen über staatliche Bitcoin-Reserven.
Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im ersten Jahr Nettozuflüsse von 35,2 Milliarden US-Dollar. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock erreichte als der schnellste ETF der Geschichte ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar.
Einige Marktkommentatoren, darunter Benjamin Cowen, weisen darauf hin, dass eine Bitcoin-lastige Allokation in Phasen steigender Dominanz gegenüber vielen Altcoins tendenziell besser performt hätte. Bitcoin selbst erzielte im Jahr 2026 deutliche Kurszuwächse. Am 24.
August 2026 überschritt der Kurs 78.000 US-Dollar und legte in der Vorwoche um über 25 Prozent zu. Ende September notierte Bitcoin bei etwa 83.500 US-Dollar, während bereits im Mai 2026 ein Kurs von 83.016,60 US-Dollar vermeldet wurde.
Altcoins ringen um Aufmerksamkeit
Trotz Bitcoins Stärke verzeichneten einige Altcoins im September 2026 signifikante Zugewinne. Zcash (ZEC) stieg in den drei Monaten bis zum 28. September 2026 um 295 Prozent, Uniswap (UNI) um 248 Prozent und NEAR Protocol um 199 Prozent.
Solche Ausreißer bleiben jedoch Einzelfälle und signalisieren keine breite Altcoin-Season. Als ein Faktor für den Zcash-Anstieg wird ein Grayscale-Produkt genannt, das 306 Millionen US-Dollar anzog. Die Marktanteile am 28. September 2026 lagen bei Ethereum bei rund 11,4 Prozent, XRP bei etwa 3,3 Prozent und Solana bei etwa 2,4 Prozent.
Der Altcoin Season Index von BlockchainCenter stand im Juli 2026 bei 45 Punkten und damit im neutralen Bereich; im November 2024 lag er bei 31 Punkten. Die Marktstimmung zeigte sich im September 2026 gedrückt. Am 28.
September fiel der Gesamtmarkt um drei Prozent, während das Handelsvolumen um 125 Prozent anstieg. Dies wird von Beobachtern als Indikator für Zwangsliquidationen und nicht für frische Investitionen interpretiert.
Politische Einflüsse und Marktreaktionen
Politische und makroökonomische Faktoren beeinflussen die Kryptomärkte maßgeblich. Im August 2026 kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, den Rückkauf länger laufender Staatsanleihen von zwei auf mindestens vier Milliarden US-Dollar aufzustocken. US-Präsident Donald Trump, der im November 2024 wiedergewählt wurde, traf sich im August 2026 mit Vertretern führender Krypto-Unternehmen, darunter Coinbase, Ripple und Gemini, sowie Aufsichtsbehörden.
Er signalisierte dabei Unterstützung für die Branche und drängte auf die Verabschiedung des „Clarity Act“.
Timo Emden, Chefmarktanalyst bei Captrader, fasste die Marktdynamik am 24. August 2026 zusammen: „Der Dreiklang aus politischem Rückenwind aus Washington, einer Beruhigungspille für den US-Anleihemarkt und der sukzessiven Auflösung von Leerverkaufspositionen fungiert als Zünglein an der Waage.“ Solche Entwicklungen verliehen dem Markt zeitweise Auftrieb.
Die Bitcoin-Dominanz ist seit September 2023 nicht unter 50 Prozent gefallen – dies stellt die längste entsprechende Phase seit Anfang 2017 dar. Einige Beobachter deuten dies als Hinweis darauf, dass Investoren in Zeiten makroökonomischer Unsicherheit oder geringer Risikobereitschaft Kapital in Bitcoin parken. Demgegenüber meinte der Krypto-Analyst Moataz Elsayed: „The reign of Bitcoin is coming to an end.“
Stablecoins machen mehr als 300 Milliarden US-Dollar der Gesamtmarktkapitalisierung aus, im März 2026 rund 12,2 Prozent, und senken die BTC.D nach Schätzungen um etwa sechs bis acht Prozentpunkte, je nach Berechnungsmethode.
Ausblick: Stärke oder Stagnation?
Analysten beobachten gespannt, ob der Altcoin Season Index in den kommenden Monaten wieder anzieht oder ob Bitcoin seine Rolle als primärer Werttreiber beibehält. Die politischen Debatten um eine Krypto-Regulierung in den USA und die Zinspolitik der US-Notenbank dürften die Kapitalflüsse weiterhin beeinflussen. Einige Experten sehen eine Rotation in Richtung Altcoins erst bei zunehmender globaler Liquidität.
Bis dahin bleibt Kapital überwiegend in Bitcoin konzentriert, was die Aussicht auf eine breite Altcoin-Rallye dämpft. Die anhaltende Dominanz von Bitcoin wird in der aktuellen Marktphase als ein Faktor gesehen, der dem Markt Stabilität verleiht.







