Bitcoin gerät am 22. Oktober 2026 unter moderaten Verkaufsdruck und verliert innerhalb von 24 Stunden zwischen 2,3 und 2,8 Prozent an Wert. Die nach Marktkapitalisierung weltgrößte Kryptowährung notiert am europäischen Nachmittag in einer Spanne von rund 81.690 bis 81.800 US-Dollar beziehungsweise zwischen 72.940 und 73.080 Euro.
Während frische Zuflüsse in US-amerikanische Spot-ETFs eine erneute institutionelle Nachfrage signalisieren, belasten US-Inflationsdaten und eine Entscheidung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Deutschland das Marktsentiment.
Kurskorrektur trifft auf anziehendes Handelsvolumen
Die aktuelle Bewegung unterbricht die Erholung der vorangegangenen Tage. Im Wochenvergleich verbleibt die Leitwährung zwar mit rund ein bis zwei Prozent im Plus, auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus jedoch auf rund drei bis fünf Prozent. Gegenüber dem Allzeithoch vom 6.
Oktober 2025 bei 126.198 US-Dollar handelt Bitcoin derzeit etwa 32 bis 35 Prozent tiefer. Auf Jahressicht ergibt sich ein Kursrückgang von rund 24 Prozent. Der Vorjahresstand lag zeitweise bei rund 92.700 Euro.
Das weltweite Handelsvolumen klettert binnen 24 Stunden um mehr als 40 Prozent auf 32,9 bis 38,2 Milliarden US-Dollar. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin beläuft sich bei einer zirkulierenden Menge von rund 20,10 Millionen Einheiten auf etwa 1,60 bis 1,64 Billionen US-Dollar, was rund 1,47 Billionen Euro entspricht.
Einzelne Marktberichte bezifferten den Gesamtwert zuletzt abweichend auf rund 1,33 Billionen US-Dollar. Rechnerisch bestätigt sich die höhere Marktkapitalisierung bei Kursen um 81.700 US-Dollar und einem Umlaufvolumen von etwa 20,10 Millionen Bitcoin.
Trotz der Tagesverluste behauptet Bitcoin einen Marktanteil von rund 61,7 bis 62 Prozent am gesamten Krypto-Sektor.
Auf der dezentralen Prognoseplattform Polymarket liegen die Wahrscheinlichkeiten für einen Tagesschlusskurs am 22. Oktober bei rund 69 Prozent für die Spanne von 80.000 bis 82.000 US-Dollar sowie bei 29 Prozent für die Spanne von 82.000 bis 84.000 US-Dollar.
Der Fear-and-Greed-Index notiert bei 48 Punkten und verharrt damit im neutralen Bereich an der Schwelle zur Angst. Am 16. Oktober wies der Index noch 63 Punkte aus.
Institutionelle Zuflüsse stützen gegen makroökonomischen Gegenwind
Mitte Oktober löste die US-Kerninflation mit einem Anstieg von 3,7 Prozent im Jahresvergleich erneute Zinsängste aus. Mitte des Monats verzeichneten US-Spot-ETFs an einzelnen Tagen Abflüsse von bis zu 261,5 Millionen US-Dollar. Zeitweise fiel der Bitcoin-Kurs unter die Marke von 80.000 US-Dollar.
Zum Stichtag dreht das Bild bei den Spot-ETFs wieder ins Positive: Berichte weisen Neuzuflüsse in Höhe von 528 Millionen US-Dollar aus, angeführt von BlackRock und Fidelity. Diese Mittelaufnahme dämpft den Verkaufsdruck an den Spot- und Derivatemärkten spürbar, kann den Tagesverlust jedoch nicht vollständig abfedern.
Große Marktteilnehmer bauen ihre Bestände parallel aus. MicroStrategy kaufte vor wenigen Tagen weitere 250 Bitcoin für rund 21,5 Millionen US-Dollar und erhöhte seine Gesamtposition damit auf 848.250 Bitcoin. Das Unternehmen Strive übte Mitte Oktober Optionen aus und erwarb 2.822 Bitcoin im Gegenwert von 369,2 Millionen US-Dollar.
Überdies stehen Fusionssondierungen zwischen Tesla und SpaceX im Raum. Eine Umsetzung könnte mehr als 30.000 Bitcoin unter dem Dach einer börsennotierten Einheit bündeln.
BaFin-Entscheidung verunsichert den deutschen Markt
In Deutschland verweigerte die BaFin den Antrag der futurum bank AG auf Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen nach MiCAR. Die futurum bank AG betreibt den Handelsplatz Bitcoin.de, der mehr als 1,1 Millionen registrierte Nutzer zählt.
Infolge der behördlichen Entscheidung setzte die Plattform Einzahlungen und den aktiven Handel vorübergehend aus. Die Betreibergesellschaft sucht nun nach Kooperationen mit regulierten Partnern, um Verwahrung und Handelsabwicklung fortzuführen. Der temporäre Handelsstopp bei Bitcoin.de verdeutlicht den regulatorischen Druck, dem Anbieter im europäischen Markt unter MiCAR ausgesetzt sind.
Parallel bereiten sich traditionelle Großbanken vor, bestehende Angebotslücken zu schließen. Die Deutsche Bank plant, in wenigen Wochen Verwahrungsdienstleistungen für Bitcoin und Ethereum in Deutschland anzubieten. Eine Ausweitung nach Asien visiert das Institut für 2027 an.
International setzt sich die institutionelle Etablierung fort. Anfang Oktober startete an der Börse in Thailand der Handel mit Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether.
Charttechnik und Ausblick auf die kommenden Handelstage
Die Divergenz zwischen anziehenden ETF-Käufen und anhaltender Kursschwäche rückt technische Unterstützungsmarken in den Mittelpunkt. Sollte die Unterstützung um 80.000 US-Dollar dem Verkaufsdruck nicht standhalten, drohen aus Sicht von Marktbeobachtern tiefere Rücksetzer. André Dragosch, Head of Research bei Bitwise, kalkuliert mit einem Abwärtsrisiko von bis zu 20 Prozent und nennt 48.000 US-Dollar als mögliches „Max Pain“-Niveau, falls sich die makroökonomische Liquidität weiter verknappt.
In den kommenden Handelstagen richten sich die Blicke vorrangig auf Signale der Federal Reserve zur Zinsentwicklung und die Nettoflüsse der US-Spot-ETFs. Zugleich bleibt abzuwarten, wie schnell die Betreiber von Bitcoin.de eine tragfähige Übergangslösung präsentieren, um Kundengelder und Handelsaktivitäten nachhaltig abzusichern.







