Der Bitcoin-Markt erlebt zu Beginn des Septembers einen Rückgang. Nach einem starken August, der die digitale Währung um 25 Prozent steigen ließ, belasten Spekulationen um bevorstehende Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Kurs. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Performance traditioneller Risikoanlagen wider und steht im Kontext der historisch schwachen Tendenz des Septembers für Bitcoin.

Der August war mit einem Anstieg von 25 Prozent der stärkste Monat für Bitcoin seit November 2024. Zu Beginn des Septembers fällt der Kurs jedoch um rund 1 Prozent auf unter 78.000 US-Dollar. Die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed um 25 Basispunkte bei ihrer Sitzung am 16.

September drückt auf die Stimmung. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent für diesen Schritt ein, wie Daten der CME Group zeigen.

Makroökonomische Belastung für Risikoanlagen

Höhere Zinsen straffen traditionell die Finanzbedingungen und unterstützen den US-Dollar-Index. Das übt Druck auf Risikoanlagen wie Kryptowährungen aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt aktuell bei 4,784 Prozent.

Es wird zudem erwartet, dass die Fed bis Ende 2026 eine weitere Zinserhöhung vornehmen könnte. Dies würde den Zielbereich der Federal Funds Rate auf 4,00 bis 4,25 Prozent anheben.

Diese makroökonomischen Faktoren beeinflussen nicht nur Bitcoin. Auch der Goldpreis verzeichnete jüngst einen Rückgang von mehr als zwei Prozent an einem Handelstag. Der WTI-Rohölpreis steigt dagegen auf 88 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von zwei Prozent innerhalb von 24 Stunden, und erreicht damit das höchste Niveau seit Ende Juli.

Die Auswirkungen der Fed-Politik sind breit gefächert und betreffen somit verschiedene Anlageklassen.

Historische Schwäche im September

Der September ist für Bitcoin historisch ein schwieriger Monat. Seit 2013 verzeichnet die Kryptowährung in diesem Monat durchschnittlich einen Rückgang von rund drei Prozent. Nur in fünf Fällen seit 2013 konnte Bitcoin im September eine positive Monatsrendite erzielen. Diese historische Datenlage ergänzt die aktuelle Negativtendenz, die auch durch Fed-Spekulationen beeinflusst wird.

Das Phänomen der September-Schwäche beschränkt sich nicht allein auf Kryptowährungen. Auch der S&P 500, der Leitindex des US-Aktienmarktes, weist seit 1975 den September als einzigen Monat mit einem negativen Durchschnittsertrag aus.

Fed Chair Kevin Warsh hielt Ende August in Jackson Hole eine als hawkish beschriebene Rede, in der er die anhaltend hohe Inflation betonte. Diese Rede trug nach Darstellung der Quellen zum globalen Bond-Ausverkauf bei und beeinflusste die Markterwartungen zur Zinspolitik.

Ausblick auf die kommenden Wochen

Die Märkte blicken gespannt auf die Fed-Sitzung am 16. September. Höhere Zinsen straffen die Finanzbedingungen und belasten tendenziell Risikoanlagen wie Bitcoin.

Analysten werden in den kommenden Wochen insbesondere Inflationsdaten und Äußerungen von Notenbankvertretern genau verfolgen, um Rückschlüsse auf den weiteren geldpolitischen Kurs ziehen zu können. Eine Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik würde den Druck auf den Kryptomarkt voraussichtlich aufrechterhalten.