Der Kryptomarkt erlebte kürzlich eine Korrektur, nachdem der Bitcoin Kurs unter die Marke von 84.000 US-Dollar fiel. Dieses Ereignis ging mit einer Kaskade von Liquidationen einher. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Positionen im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar zwangsweise geschlossen. Ein Großteil dieser Liquidationen betraf Long Positionen.

Marktbeobachter führen diese Entwicklung auf Gewinnmitnahmen, einen sogenannten „Leverage Flush“ sowie makroökonomische und geopolitische Faktoren zurück. Diese Elemente belasteten das Anleger Sentiment.

Massenliquidationen nach Kursrückgang

Der Bitcoin Kurs sank wiederholt unter 84.000 US-Dollar und wurde zeitweise bei rund 84.071 US-Dollar gehandelt. Tiefststände lagen bei etwa 83.800 US-Dollar. Dieser Rückgang initiierte eine Welle von Zwangsliquidationen. Die gemeldeten Summen variieren je nach Quelle und Betrachtungszeitraum, lagen jedoch in mehreren Berichten im Bereich von mehr als 500 Millionen US-Dollar.

Einige Berichte sprechen von 555,6 Millionen US-Dollar innerhalb von 24 Stunden, andere nennen höhere Werte bis zu 696 Millionen US-Dollar oder größere Aggregatsummen für längere Zeiträume. Ein erheblicher Teil der gemeldeten Liquidationen entfiel auf Long Positionen. In einzelnen Quellen werden Long Liquidationen mit etwa 480 bis 487 Millionen US-Dollar angegeben.

Liquidationen treten ein, wenn Börsen Positionen automatisch schließen, da Verluste das zur Absicherung erforderliche Kapital unterschreiten.

Parallel dazu notierte Ether teilweise bei rund 2.612 US-Dollar, was einem Rückgang von etwa 3,3 Prozent entsprach. Weitere Altcoins wie XRP und Solana verzeichneten ebenfalls Kursrückgänge. Angaben zum Crypto Fear & Greed Index widersprechen sich zwischen Quellen.

Eine Meldung nennt einen Rückgang von 67 auf 62, eine andere berichtet von einem Wert von 10 und verweist auf den niedrigsten Stand seit Juli 2022.

Berichte nennen auch große Zahlen betroffener Trader. Die angegebenen Werte reichen von rund 160.000 bis zu mehreren hunderttausend Händlern. Beispiele in den Quellen sind etwa 241.118 und etwa 390.000.

Ursachen der Marktturbulenzen

Analysten benennen mehrere Faktoren für diese Entwicklung. Dominick John von Zeus Research führt die Korrektur vorwiegend auf Gewinnmitnahmen und erzwungene Long Liquidationen zurück. Zuvor hatten ein Anstieg des offenen Interesses und der Finanzierungsraten den Markt anfälliger für eine Hebelreduktion gemacht.

Dan Khus von LVRG Research beschreibt die Bewegung als „Leverage Flush“, bei dem überfüllte Wetten auf höhere Preise aus dem Markt gespült werden.

Makroökonomische und geopolitische Entwicklungen spielten ebenfalls eine Rolle. Berichten zufolge verschärften Ankündigungen von Zolldrohungen durch ehemalige US Regierungsstellen gegenüber China die Handelsspannungen. Laut einigen Quellen führte dies zu vermehrter Unsicherheit und zu Kapitalflucht in sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Gold.

Ravi Doshi von FalconX spricht von einem Wechsel in einen „Risk-off“ Modus bei Anlegern.

Weitere in den Quellen genannte Belastungsfaktoren sind Inflationsängste und ein rückläufiges Interesse an Meme Coins. Auch einzelne größere Verkäufe durch sogenannte Wale trugen bei, etwa der Verkauf von rund 24.000 BTC in eine dünne Marktliquidität, der in einer Quelle als Auslöser für einen Flash Crash genannt wird.

Institutionelle Reaktionen und Ausblick

Analysten verweisen darauf, dass institutionelles Interesse am Markt weiterhin präsent ist. Kumulierte Zuflüsse in Spot Bitcoin ETFs werden in den Quellen mit mehr als 53 Milliarden US-Dollar angegeben. K33 Research beurteilt das bullishe Bild für Bitcoin in einer Quelle als intakt und stellt fest, dass nach einem Anstieg von etwa 64.000 auf 85.000 US-Dollar das im Verlust befindliche Angebot reduziert wurde.

Jeff Ko von ViaBTC weist darauf hin, dass Bitcoin das dritte Quartal in einer Quelle mit rund 40 Prozent Plus abschloss. Spot ETF Zuflüsse erreichten 6,5 Milliarden US-Dollar. Er nennt den Bereich 82.000 bis 83.000 US-Dollar als wichtige Haltezone für eine konstruktive Konsolidierung.

Der Optionsmarkt zeigt laut Berichten eine erhöhte Nachfrage nach Absicherung gegen Kursrückgänge. Gemeldet werden Anstiege von Put Skew und impliziter Volatilität. Einige Marktteilnehmer verlängerten Short Positionen auf spätere Laufzeiten, um sich gegen weitere Einbrüche abzusichern.

Expertenprognosen variieren. Arthur Hayes nennt in den Quellen ein mögliches Tief zwischen 40.000 und 78.000 US-Dollar, während Jiang Zhuoer ein mögliches Tief von 42.000 bis 44.000 US-Dollar Ende 2026 sieht.

Die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle der US Notenbank wird in den Berichten als relevant für die kurzfristige Marktentwicklung genannt. Vincent Liu von Kronos Research hebt in den Quellen die makroökonomischen Verbindungen der Kryptowährungen hervor. Er empfiehlt, Anzeichen für eine Erholung in bereinigten Märkten zu beobachten.