25. September 2026 – Bitcoin erreichte ein Wochenhoch von 87.000 US-Dollar. Dieser Kursanstieg fällt zeitlich mit der Ankündigung des US-Finanzministeriums zusammen, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu erhöhen. Marktbeobachter sehen darin einen sogenannten „Debasement Bid“, der die Nachfrage nach knappen Assets wie Bitcoin steigert.
Liquiditätsschub durch Anleiherückkäufe
Seit dem 19. August verzeichnet der Bitcoin-Kurs eine deutliche Aufwärtsdynamik. Von einem Niveau oberhalb von 65.000 US-Dollar stieg er auf bis zu 87.000 US-Dollar, ein Zuwachs von 35 Prozent. Am 21. September notierte Bitcoin bei 85.863,40 US-Dollar und erreichte ein Tageshoch von 86.349,90 US-Dollar.
Am 22. September handelte die Kryptowährung nahe 86.000 US-Dollar, am 25. September lag der Kurs bei rund 84.099,83 US-Dollar.
Parallel dazu verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs seit dem 19. August Nettozuflüsse von rund 4,6 Milliarden US-Dollar. Die zeitliche Koinzidenz mit der Ankündigung des US-Finanzministeriums ist für Analysten wie Fiona Cincotta von StoneX auffällig.
Sie bezeichnet den 19. August als Wendepunkt, der mit diesen Plänen zusammenfiel.
Bitcoin als Absicherung gegen Inflation
Der Zusammenhang zwischen den Anleiherückkäufen und dem Bitcoin-Anstieg wird im Kontext des sogenannten „Debasement Trade“ diskutiert. Investoren positionieren sich demnach gegen eine potenzielle Abwertung des US-Dollars. Knappe Vermögenswerte wie Bitcoin gelten in diesem Szenario als Absicherung.
Gold legte im selben Zeitraum um rund acht Prozent zu. Das Bitcoin:Gold-Verhältnis kletterte auf 19,89, den höchsten Stand in diesem Jahr. Dies bedeutet, ein Bitcoin entspricht fast 20 Unzen Gold.
Analysten wie Fiona Cincotta sehen darin, dass dieselbe makroökonomische Entwicklung eine stärkere marginale Bewegung bei Bitcoin bewirkt. Brian Vieten, Senior Analyst bei Siebert Financial, stellt fest, dass sich die strukturelle Nachfrage nach Bitcoin verbessert und der „Debasement Trade“ zurückzukehren scheint.
ETF-Dynamik und regulatorische Rahmenbedingungen
Die Zuflüsse in Bitcoin-ETFs belegen ein wachsendes institutionelles Interesse. Nach acht Wochen mit Nettoabflüssen im Mai und Juni verzeichneten die ETFs in der Woche des 17. August fast zwei Milliarden US-Dollar an Zuflüssen.
Am Donnerstag vor dem 22. September summierten sich die Nettozuflüsse der Bitcoin-ETFs auf 159,5 Millionen US-Dollar. BlackRocks IBIT-Fonds verbuchte an diesem Tag allein 183,7 Millionen US-Dollar an Zuflüssen.
Das Scheitern des „Clarity Act“ im US-Senat am 15. September führte kurzfristig zu einem Rückgang des Bitcoin-Kurses unter 76.000 US-Dollar. In den drei Tagen nach der Senatsabstimmung beliefen sich die Nettoabflüsse aus den ETFs auf 586,8 Millionen US-Dollar.
Einige Marktteilnehmer argumentieren, die SEC und CFTC agierten unter der aktuellen Führung pro-Krypto. Die SEC veröffentlichte am 20. September eine Innovationsausnahme für den Handel mit tokenisierten Aktien.
Die CFTC hatte bereits am 17. September einen Regelentwurf für Krypto-Vermögenswerte an das Weiße Haus gesandt.
Fed-Zinspolitik und Marktstimmung
Die Federal Reserve erhöhte die Leitzinsen am 18. September um 0,25 Prozentpunkte auf einen Bereich von 3,75 bis 4,00 Prozent. Trotz dieser Straffung zeigte sich der Bitcoin-Markt relativ robust.
Dan Morehead von Pantera Capital sieht die geldpolitische Entwicklung als einen Faktor, der Bitcoin stützen könnte. Er argumentiert, die Fed liege „hinterher“ und die Zinsen blieben aus seiner Sicht niedriger, als es für die Inflationsbekämpfung nötig wäre.
Die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin mit Gold stieg Anfang September auf etwa 0,50, den höchsten Wert seit 2020. Zugleich fiel die Korrelation mit dem Nasdaq 100 auf etwa 0,30, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Dies deutet auf eine Entkopplung von traditionellen Tech-Werten und eine stärkere Verknüpfung mit Gold als Inflationsschutz hin.
Ausblick: Entscheidende Marken und politische Weichenstellungen
Analysten beobachten, ob Bitcoin die Marke von 87.000 US-Dollar nachhaltig überwinden kann, um die 90.000-US-Dollar-Schwelle in den Fokus zu rücken. Die weiteren Schritte des US-Finanzministeriums bei Anleiherückkäufen sowie die Entwicklung von Inflation und Zinspolitik der Fed bleiben entscheidende Einflussfaktoren. Die Dynamik der ETF-Zuflüsse dürfte ein wichtiger Indikator bleiben, auch wenn einige Marktteilnehmer die Maßnahmen der Aufsichten bereits positiv bewerten.
Zugleich wird der Markt die regulatorische Entwicklung in den USA genau verfolgen. Die Debatte um das Ende des „Krypto-Winters“ bleibt bestehen.







