Bitvavo führt Web3-Wallet für 15.000 Krypto-Assets ein

Die niederländische Kryptobörse Bitvavo integriert eine neue Web3-Wallet für Self-Custody-Lösungen in ihre bestehende App. Diese Neuerung ermöglicht Nutzern den Zugang zu über 15.000 Krypto-Assets und Transaktionen über mehrere Blockchain-Netzwerke hinweg. Bitvavo erweitert damit sein Angebot in den Bereich dezentraler Dienste.

Erweiterter Zugang und volle Kontrolle

Die eingeführte Web3-Wallet ist eine Self-Custody-Lösung. Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihre privaten Schlüssel und somit über ihre Krypto-Assets. Dies unterscheidet die Wallet von regulären Bitvavo-Konten, bei denen die Vermögenswerte zentral von der Börse verwahrt werden.

Transaktionen über die Web3-Wallet erfolgen direkt auf der Blockchain und nicht über die Infrastruktur von Bitvavo.

Du erhältst Zugriff auf mehr als 15.000 Krypto-Assets, die über die auf der Bitvavo-Börse gelisteten Werte hinausgehen. Dazu zählen etablierte Token, neuere Projekte sowie Memecoins. Ein zentrales Feature der Wallet ist die Möglichkeit, Token-Swaps über mehrere Blockchain-Netzwerke durchzuführen.

Unterstützt werden unter anderem Ethereum, Solana, Base, Binance Smart Chain, Optimism und Arc Mainnet. Die Web3-Wallet ist nahtlos in die bestehende Bitvavo-App integriert. Eine separate Wallet-App musst Du somit nicht installieren.

Die Einrichtung erfolgt direkt in der Bitvavo-App. Du wählst die „Web3 wallet“ in Deinem Profil aus, bestätigst Deine Bitvavo-Zugangsdaten wie Passwort und 2FA und fügst anschließend Krypto von einem Bitvavo-Konto oder einer anderen Wallet hinzu. Anfallende Transaktionsgebühren zeigt die App Dir vor der Bestätigung einer Transaktion an.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Nutzerverantwortung

Die Web3-Wallet wird von Vavo Web3 Limited bereitgestellt. Diese juristisch eigenständige Einheit agiert getrennt von Bitvavo B.V. Die Dienste von Vavo Web3 Limited sind nicht als regulierter Dienst unter der MiCA-Verordnung der EU eingestuft. Diese Aufteilung in separate Einheiten spiegelt die unterschiedliche Natur zentralisierter und dezentralisierter Dienste im regulatorischen Kontext wider.

Der Self-Custody-Ansatz bedeutet erhöhte Eigenverantwortung für Dich als Nutzer. Da private Schlüssel bei Dir liegen, kann Bitvavo Transaktionen nicht rückgängig machen, falls Assets an eine falsche Adresse oder über ein nicht unterstütztes Netzwerk gesendet werden. In der Krypto-Community fasst man dieses Prinzip oft mit „Not your keys?

Not your coins“ zusammen. Daher ist es wichtig, dass Du Assets vor einem Swap sorgfältig prüfst, Adressen und Netzwerke kontrollierst, Transaktionen vor der Bestätigung prüfst und private Schlüssel sicher verwahrst. Sicherheit ist ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl einer Self-Custody-Wallet.

Recherchiere die Authentizität und Sicherheit der App gründlich (DYOR – Do Your Own Research).

Parallele Entwicklungen im Self-Custody-Markt

Die Bitvavo-Web3-Wallet reiht sich in einen breiteren Trend zu Self-Custody-Lösungen ein. Stable.com und Polygon arbeiten zum Beispiel zusammen, um direkte Banküberweisungen von Stablecoins aus Self-Custody-Wallets zu ermöglichen. Dadurch müssen Assets nicht erst in verwahrte Konten transferiert werden, bevor Banktransfers erfolgen können.

Marc Boiron, CEO von Polygon Labs, kommentierte dazu: „People should not have to surrender control of their assets simply because they want to send money to a bank account.“ Das Polygon-Ökosystem verzeichnet über 8 Milliarden kumulative Transaktionen.

World (ehemals Worldcoin) führt eine Self-Custody-Super-App namens „World Money“ in über 150 Ländern ein. Diese ermöglicht Stablecoin-Transaktionen und den Handel mit digitalen Assets. Im institutionellen Bereich plant die Deutsche Bank die Einführung eines regulierten Dienstes zur Verwahrung digitaler Assets für institutionelle und Firmenkunden in Europa.

Dies steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung.

Ausblick auf die Marktentwicklung

Die Integration einer Web3-Wallet erweitert das Angebot von Bitvavo um eine Self-Custody-Option und den Zugang zu einer größeren Zahl von Assets. Die regulatorische Unterscheidung zwischen Bitvavo B.V. und Vavo Web3 Limited verweist auf die anhaltenden Herausforderungen bei der Regulierung des Web3-Sektors, insbesondere im Kontext der MiCA-Verordnung.

Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Die Nutzerverantwortung bei Self-Custody-Modellen und die Notwendigkeit, Transaktionen und Adressen sorgfältig zu prüfen, werden die Nutzung solcher Wallets beeinflussen. Anbieter und Nutzer müssen Wege finden, Komplexität und Sicherheitsanforderungen im operativen Betrieb effektiv abzubilden.