Die Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs haben sich in den vergangenen Wochen verstärkt. In der Woche, die am Freitag endete, verzeichneten diese Fonds Nettozuflüsse von 986,9 Millionen US-Dollar. Die Zuflüsse fielen zeitlich mit Kursanstiegen zusammen.

Allein in den vergangenen drei Wochen summierten sich die Nettozuflüsse in diese börsengehandelten Produkte auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Den höchsten Tageszufluss seit Januar registrierten die Fonds am 3. September mit 730,9 Millionen US-Dollar.

Am 3. September zog der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock 454 Millionen US-Dollar an Kapital an. Insgesamt verwalten die US-Spot-Bitcoin-ETFs inzwischen über 103 Milliarden US-Dollar.

Institutionelle Ströme und Marktdynamik

Der August markierte mit Nettozuflüssen von 3,52 Milliarden US-Dollar den stärksten Monat für US-Spot-Bitcoin-ETFs seit Oktober 2025. Nach verfügbaren Daten hatten die Fonds im Mai und Juni kumulierte Abflüsse von nahezu 5 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Aktuell halten die US-ETFs etwa 6,32 Prozent der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung.

Die Kapitalflüsse bleiben volatil. Am 3. September gab es einen Tageszufluss von 730,9 Millionen US-Dollar, am 5. September zogen die Fonds weitere 174,6 Millionen US-Dollar an. Am 5. September dominierte IBIT mit Zuflüssen von 117,4 Millionen US-Dollar, was etwa 67 Prozent der Tageszuflüsse entsprach.

Der Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) verzeichnete an diesem Tag Zuflüsse von 57,2 Millionen US-Dollar.

Parallel zu diesen Zuflüssen überwand der Bitcoin-Kurs am 3. September kurzzeitig die Marke von 80.000 US-Dollar. Der Kurs lag danach bei rund 79.868 US-Dollar.

Makroökonomisches Umfeld und Kursentwicklung

Die Bitcoin-Rally im August brachte Renditen zwischen rund 23 Prozent und 26 Prozent. Zeitgleich reagierten die Märkte auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, in dem 162.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft ausgewiesen wurden. Die Markterwartung für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der kommenden FOMC-Sitzung lag zuletzt bei etwa 66 Prozent (FedWatch: 66,4 Prozent).

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,80 Prozent.

Robin Brooks von der Brookings Institution warnte, die Märkte seien wachsam gegenüber hoch verschuldeten Regierungen, die mit Anleiherenditen spielten. Fabian Dori, Investmentchef bei Sygnum, wertete die gleichzeitige Nachfrage nach Gold, Silber und Bitcoin als Rotation in knappere, nichtstaatliche Vermögenswerte.

Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold ist nach verfügbaren Daten so positiv wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Die US-Gesamtverschuldung überschritt kürzlich die Marke von 40 Billionen US-Dollar. Der jährliche Zinsdienst wird mit rund 1,2 Billionen US-Dollar angegeben.

Ausblick: Zwischen Zinsentscheidung und ETF-Dynamik

In den kommenden Wochen zeigt sich, ob die Dynamik der Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs anhält. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex am 11. September und der Zinsentscheidung der Federal Reserve am 15. September. Diese Veröffentlichungen dürften die Marktstimmung und die Kapitalflüsse in digitale Assets beeinflussen.

Die Nettozuflüsse seit Jahresbeginn sind nach wie vor negativ, bei rund 1 Milliarde US-Dollar. Dies zeigt, dass die jüngsten Zuflüsse die vorherigen Abflüsse noch nicht vollständig kompensiert haben. Marktbeobachter analysieren, ob die Erwartung stabiler oder steigender Inflation sowie die zunehmende Staatsverschuldung weitere institutionelle Anleger in Bitcoin treiben wird.