BlackRock reicht bei der US-Börsenaufsicht SEC einen vorläufigen Prospekt für einen neuen Krypto-Fonds ein. Das Produkt trägt die Bezeichnung iShares Bitcoin Managed Protection ETF, alternativ auch iShares Bitcoin Managed Protect ETF, und soll unter dem Ticker PBIT an den Markt gehen. Das Vehikel ist als sogenannter Buffer- oder Defined-Outcome-ETF konzipiert.

Es partizipiert an Kursgewinnen des Bitcoin-Referenzwerts sowie des hauseigenen Spot-ETFs iShares Bitcoin Trust (IBIT) bis zu einer festen Obergrenze und federt Kursverluste bis zu einer definierten Schwelle ab. Nach IBIT vom Januar 2024 und dem einkommensorientierten iShares Bitcoin Premium Income ETF (BITA) vom Juni 2026 bereitet BlackRock damit sein drittes Bitcoin-ETF-Produkt vor.

Optionenmechanik statt Direktanlage

Der Fonds hält weder Bitcoin direkt noch physische Anteile des Schwesterfonds IBIT. Das Engagement wird über derivative Instrumente abgebildet. Der Manager kauft dafür primär Call-Optionen, einschließlich FLEX-Optionen auf IBIT oder vergleichbare Krypto-Vehikel, und verkauft zugleich teurere Call-Optionen, was die maximale Rendite nach oben begrenzt.

Durch den Verkauf dieser Upside-Optionen finanziert das Portfolio die Absicherung gegen Kursrücksetzer. Zur Absicherung der Liquidität und zur Generierung von Zinserträgen hält der Fonds US-Treasury-Bills, kurzfristige Anleihen und Barmittel.

Rechtlich nutzt BlackRock den Investment Company Act von 1940 im Rahmen des iShares Trust. Damit weicht die Struktur von klassischen Spot-Krypto-ETFs ab, die in der Regel nach dem Securities Act von 1933 aufgesetzt sind. Das Management steuert das Portfolio über drei zeitlich versetzte Options-Tranchen mit einer Laufzeit von jeweils rund drei Monaten.

Da die Tranchen monatlich versetzt starten, wird jeden Monat eine Tranche fällig und anschließend rolliert.

Der anfängliche Schutz greift je Tranche bei etwa 90 Prozent des Referenzwerts. Verluste pro Tranche bleiben vor Gebühren damit auf rund zehn Prozent limitiert. Anleger, die unterjährig ein- oder aussteigen, erzielen abweichende Profile, da Verluste jenseits des definierten Puffers vollständig auf das Fondsvermögen durchschlagen.

Der Prospekt sichert dem Management zudem den Spielraum zu, Schutzschwellen und Gewinnobergrenzen an veränderte Marktbedingungen anzupassen.

Bewährungsprobe für das Buffer-Segment

BlackRock betritt damit ein Segment, das andere Emittenten im Krypto-Bereich bereits erschlossen haben. Anbieter wie Calamos Investments, First Trust und Innovator ETFs führen bereits entsprechende Produkte. Calamos legte Anfang 2025 mehrere Bitcoin-Protection-ETFs mit Absicherungsstufen von zehn Prozent, 20 Prozent und 100 Prozent Puffer auf.

Der Calamos Bitcoin Structured Alt Protection ETF – October (CBOO) verlor über einen Zwölfmonatszeitraum seit Oktober 2025 rund ein Prozent an Wert, während der Bitcoin-Spotkurs im selben Zeitraum um mehr als 50 Prozent einbrach.

Bloomberg-Intelligence-Analyst James Seyffart hält fest, der Fonds sei keineswegs der erste seiner Art, hebt jedoch die Marktmacht von BlackRock in diesem Segment hervor. Im traditionellen Aktienbereich verwalten US-Buffer-ETFs mittlerweile ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar. BlackRock bedient diesen Markt seit Juni 2023 mit dem iShares Large Cap Moderate Buffer ETF sowie dem iShares Large Cap Deep Buffer ETF.

Mit PBIT überträgt der Vermögensverwalter das Prinzip nun auf digitale Vermögenswerte.

Dominanz im Spot-Handel und offene Konditionen

Die Einreichung fällt in eine dynamische Marktphase der US-Spot-Bitcoin-ETFs. Am Tag der PBIT-Einreichung verzeichnete IBIT einen Tageszufluss von 665,2 Millionen US-Dollar. Zeitgleich wiesen Konkurrenzprodukte Nettoabflüsse aus, darunter Fidelity (FBTC) mit minus 83,6 Millionen US-Dollar und Grayscale (GBTC) mit minus 54,9 Millionen US-Dollar.

IBIT steht bei einem Nettovermögen von rund 66,37 Milliarden US-Dollar. Das kumulierte Volumen aller US-Spot-Bitcoin-ETFs summiert sich auf etwa 105,46 Milliarden US-Dollar.

Wesentliche wirtschaftliche Kennzahlen lässt der vorläufige Prospekt noch offen. Die genaue Gewinnobergrenze und die Managementgebühr sind nicht beziffert. Die finale Obergrenze hängt laut Dokumentation von den Zinssätzen und den Optionsprämien am Tag der Emission ab.

Strukturierte Derivatefonds verlangen in der Praxis höhere Gesamtkostenquoten als reine Spot-Vehikel. IBIT erhebt eine Sponsor-Fee von 0,25 Prozent. Parallel dazu plant Morgan Stanley ein Spot-Produkt (MSBT) mit einem Gebührensatz von 0,14 Prozent, was den Margendruck im Krypto-Sektor weiter erhöht.

Regulatorischer Fahrplan bis zum Handelsstart

Mit dem Einreichen der Unterlagen beginnt die formelle Prüfung durch die US-Börsenaufsicht. Nach den Bestimmungen des Investment Company Act kann der Antrag frühestens 75 Tage nach Einreichung wirksam werden. Ein Handelsstart vor Januar 2027 ist daher ausgeschlossen. Bis zur Wirksamkeit muss BlackRock den Handelsplatz benennen und die finalen Konditionen einreichen.

Die gewählte Konstruktion über FLEX-Optionen bringt je nach Rechtsraum und Depotführung abweichende steuerliche Vorgaben im Vergleich zu physisch besicherten Spot-Fonds mit sich. Für Marktbeobachter wie Nate Geraci bestätigt der Schritt die übergeordnete Linie des Asset Managers: BlackRock konzentriert sein Engagement bei regulierten Krypto-Vehikeln weiterhin konsequent auf die beiden Leitwährungen Bitcoin und Ethereum.