BlackRock, der weltweit größte Vermögensverwalter, intensiviert den Wettbewerb um die Bitcoin-Bestände großer institutioneller Anleger. Das Unternehmen senkt die Mindestgrenze für den direkten Tausch von Bitcoin in Anteile seines Spot-Bitcoin-ETFs IBIT und macht damit sogenannte „Bitcoin-Wale“ zu einer adressierbaren Kundengruppe. Auch Bitwise reduziert seine Schwelle für solche Swaps.
Direkter Tausch: Ein Steuer- und Sicherheitsvorteil
Im Kern dieser Entwicklung steht der „In-Kind-Creation“-Mechanismus. Dieser erlaubt Anlegern, Bitcoin direkt gegen ETF-Anteile zu tauschen. Dies geschieht, ohne die Kryptowährung vorher verkaufen zu müssen. Ein solcher Verkauf würde in der Regel Kapitalertragssteuern auslösen.
BlackRock senkte im Juli die Mindestgrenze für diese Swaps von 25 Millionen US-Dollar auf 1 Million US-Dollar. Bitwise reduzierte seine Schwelle ebenfalls, von 100 Millionen US-Dollar auf 3 Millionen US-Dollar. Die niedrigeren Schwellen erleichtern Großanlegern, ihre selbst verwahrten Bitcoins gegen ETF-Anteile zu tauschen.
Ein wesentlicher Treiber hierfür ist der Wunsch, Risiken wie Entführungen von Krypto-Vermögen, Hacks und Fehler bei der Selbstverwahrung zu minimieren. Robbie Mitchnick, Head of Digital Assets bei BlackRock, kommentierte: „People see things happen in the outside world. That motivate them to make this switch for all or some of their holdings.“
Milliardenschwere Zuflüsse treiben Bitcoin-Kurs
Spot-ETFs, die seit Anfang 2024 auf dem Markt sind, haben bereits Milliarden US-Dollar an Investorengeldern angezogen. BlackRocks IBIT verzeichnete nach vorliegenden Daten ein verarbeitetes Swap-Volumen von über 5 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von rund 3 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Stand im Oktober.
Die starke Nachfrage nach solchen Produkten fällt mit einem signifikanten Anstieg des Bitcoin-Kurses zusammen. Bitcoin überschritt Ende Mai die Marke von 75.000 US-Dollar und notierte am 26. August 2026 bei 79.015,90 US-Dollar.
Ethereum notierte am selben Stichtag bei 2.465,18 US-Dollar.
Weitere Anbieter ermöglichen Token-Swaps
Neben BlackRock und Bitwise bieten auch andere Emittenten In-Kind-Swaps an. Grayscale und VanEck ermöglichen solche Tauschgeschäfte für Ether, was den Trend zur Institutionalisierung von Kryptowerten unterstreicht.
Ausblick: Zugänglichkeit und Marktstruktur
Die gesenkten Schwellen reduzieren die Hürden für In-Kind-Swaps und machen diese Option für eine breitere Basis von Großanlegern zugänglich. Analysten erwarten, dass diese Entwicklung die Struktur des institutionellen Kryptomarktes weiter prägen wird. Sie könnte zusätzliche Kapitalströme in Spot-ETFs lenken und die Nachfrage nach professionellen Verwahrungslösungen für digitale Assets weiter verstärken.
Dies dürfte den Wettbewerb unter den Anbietern von Krypto-Finanzprodukten beleben.







