Blackstone, das weltweit größte Private-Equity-Haus, setzt konsequent auf Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Strategie des Asset Managers umfasst den Bau und Betrieb von Rechenzentren, die Bereitstellung von KI-Rechenleistung durch sogenannte Neocloud-Angebote sowie die Finanzierung von Unternehmen im gesamten KI-Ökosystem. Dazu investiert Blackstone Milliarden US-Dollar in physische Infrastruktur, die zum Betrieb und Training von KI-Modellen dient.

Strategischer Fokus auf KI-Infrastruktur

Blackstones Präsident Jon Gray und CEO Stephen Schwarzman sehen in der KI-Entwicklung einen wesentlichen Treiber für Wirtschaftswachstum und eine steigende Nachfrage nach Rechenleistung. Die Unternehmensstrategie fokussiert sich auf den Aufbau und Betrieb von Rechenzentren. Gleichzeitig bietet Blackstone spezialisierte KI-Rechenleistung an und sichert diese Investments durch Expertise in Private Credit und Real Assets ab.

Blackstone engagiert sich bereits intensiv im Rechenzentrumssektor und pflegt nach eigenen Angaben Kontakte zu führenden Technologieunternehmen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Übernahme von QTS im Jahr 2021. Stephen Schwarzman bezeichnete QTS als die „weltgrößte Rechenzentren-Plattform“, während Jon Gray das Geschäft mit Rechenzentren als bedeutenden Renditetreiber für Blackstones Infrastruktur- und Immobilienstrategie hervorhob.

Milliardenschwere Engagements und globale Expansion

Blackstone plant rund 5 Milliarden US-Dollar in ein neues Unternehmen namens Crux AI zu investieren. Dieses soll Googles KI-Chips, sogenannte TPUs, erwerben und als Neocloud-Anbieter vermieten. Parallel dazu kündigte QTS, das Rechenzentrumsunternehmen im Blackstone-Portfolio, Investitionen von bis zu 4 Milliarden Euro für ein Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen an.

Martin Brand, Sprecher von Blackstone, betont, dass neue Kapazitäten nicht spekulativ gebaut werden. Sie entstünden erst, wenn Abnehmer und mehrjährige Verträge mit bonitätsstarken Vertragspartnern vorliegen. Die Größenordnung des NRW-Projekts konkretisiert er mit dem Hinweis auf „bis zu vier Milliarden Euro“.

Blackstone baut zudem seine Präsenz in Europa aus. CEO Stephen Schwarzman kündigte anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Londoner Niederlassung mögliche Investitionen von bis zu 500 Milliarden US-Dollar in Europa über die nächsten zehn Jahre an. Auch im Nahen Osten identifiziert er Wachstumschancen für Infrastrukturinvestitionen.

Die Aktivitäten gehen über reine Rechenzentren hinaus. Blackstone gründete gemeinsam mit dem KI-Modellentwickler Anthropic und weiteren Private-Equity-Investoren das unabhängige Joint Venture Ode. Bei Ode arbeiten nach Angaben der Beteiligten rund 100 Ingenieure, die Firmen bei der Integration von KI in den Geschäftsalltag unterstützen.

Blackstone investierte auch direkt in Anthropic und ist ebenso in OpenAI und den Speicheranbieter DDN engagiert.

Zahlen und der Wandel der Anlagestrategie

Per Jahresergebnis vom 30. Januar 2026 verwaltete Blackstone rund 1,3 Billionen US-Dollar. Die Infrastrukturplattform wuchs im Geschäftsjahr 2025 um 40 Prozent auf 77 Milliarden US-Dollar.

Die Rendite der Infrastruktur-Investitionen lag im Jahreszeitraum bei 23,5 Prozent. Die Jahresergebnisse zum 30. Januar 2026 weisen für das Geschäftsjahr 2025 Einnahmen von 14,5 Milliarden US-Dollar aus, was einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der Fokus auf KI-Infrastruktur ist Teil einer breiteren Diversifizierungsstrategie von Blackstone. Das Unternehmen orientiert sich verstärkt weg von börsennotierten Wertpapieren hin zu Real Assets, Private Credit und Infrastruktur. Jon Gray hebt hervor, dass der Aufbau der KI-Infrastruktur große Mengen an privatem Fremdkapital für Fabs, Energieversorgung und Rechenzentren erfordert.

Das Private-Credit-Portfolio stieg im Jahresverlauf um 30 Prozent auf 130 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2025 übernahm Blackstone TXNM Energy, eine Holding für Versorgungsunternehmen, für 11,5 Milliarden US-Dollar. Eine Investorengruppe, an der Blackstone beteiligt war, gewährte dem Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave einen Kredit von 7,5 Milliarden US-Dollar.

CoreWeave, ein GPU-fokussierter Anbieter, verzeichnete seit seinem Börsengang im März 2025 einen Kursanstieg von etwa 300 Prozent.

Weitere Transaktionen und Partnerschaften ergänzen das Portfolio. Dazu zählen der Blackstone Digital Infrastructure Trust, dessen IPO über 2 Milliarden US-Dollar einbrachte, sowie eine Partnerschaft zwischen Blackstone Energy Transition Partners und Hitachi Energy im Bereich Servicegeschäft und Beteiligungen.

Ausblick

Die vorliegenden Unternehmensangaben prognostizieren eine anhaltend steigende Nachfrage nach Rechenzentrums- und Energielösungen. Offene Fragen, die in der Analyse diskutiert werden, betreffen die Skalierbarkeit der Energieversorgung und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Diese sind für den Aufbau und den Betrieb solch umfangreicher Infrastrukturprojekte erforderlich.

Marktbeobachter werden verfolgen, wie Blackstone diesen Herausforderungen begegnet und seine Wachstumsstrategie in den kommenden Jahren umsetzt.