Die Schweizer Uhrenmanufaktur Blancpain feiert das 70-jährige Jubiläum ihrer Ladybird-Kollektion. Am 17. September 2026 lanciert das Unternehmen die Blancpain Lady B. Das Modell ist eine zeitgemäße Neuinterpretation der Ladybird Bullet von 1956. Diese Uhr ist für das R55-Kaliber bekannt, das als kleinstes jemals in Serie produziertes rundes mechanisches Uhrwerk gilt.
Die neue Lady B ist als tragbares Schmuckstück konzipiert. Blancpain unterstreicht damit seinen Fokus auf die Miniaturisierung mechanischer Uhrmacherei.
Miniaturisierung im Luxussegment als Strategie
Die Blancpain Lady B besitzt einen Gehäusedurchmesser von 19 Millimetern und ein Gehäusevolumen von 2,9 Kubikzentimetern. Damit greift sie die ursprüngliche Idee der Ladybird Bullet von 1956 auf: Feine Uhrmacherkunst in ein juwelgroßes Objekt zu integrieren.
Blancpain stellt ausschließlich mechanische Uhren her und hat nach Markenangaben niemals Quarzuhren produziert. Dies ist ein fester Bestandteil der Markenphilosophie. Das neue Modell wird vom Manufakturkaliber 615 angetrieben.
Dieses Werk wurde 1995 eingeführt und gilt als eines der kleinsten runden Automatikwerke am Markt. Das Kaliber hat einen Durchmesser von 15,7 Millimetern, eine Dicke von 3,9 Millimetern und bietet eine Gangreserve von 38 Stunden. Eine Silizium-Spiralfeder kommt ebenfalls zum Einsatz.
Das Gehäuse der Lady B wird handbearbeitet. Es ist in Edelstahl ab 9.500 Schweizer Franken oder 18 Karat Rotgold ab 14.500 Schweizer Franken erhältlich.
Historische Wurzeln und weibliche Führung
Die Geschichte der Ladybird-Kollektion und die von Blancpain sind eng mit Betty Fiechter verbunden. Sie trat 1912 im Alter von 16 Jahren als Auszubildende bei Blancpain ein. 1933 kaufte sie das Unternehmen gemeinsam mit Andre Leal und führte es nach Leals Tod 1939 alleine. Damit war sie die erste Frau, die eine Schweizer Uhrenmanufaktur leitete.
Unter Betty Fiechter sowie später mit ihrem Neffen Jean-Jacques Fiechter entstanden Modelle wie die Taucheruhr Fifty Fathoms im Jahr 1953 und die ursprüngliche Ladybird im Jahr 1956. Die Ladybird Bullet von 1956 wurde auf der Basler Schweizer Industriemesse vorgestellt. Sie verwendete das Kaliber R55 mit 11,85 Millimetern Durchmesser und 3,7 Millimetern Dicke.
Dieses gilt bis heute als kleinstes in Serie produziertes rundes mechanisches Uhrwerk.
Das Design der Lady B nimmt Bezug auf diese Historie. Das kieselsteinartige und kugelförmige Gehäuse ist vom biomorphischen Design der 1950er Jahre inspiriert. Die Armbandbefestigung ist integriert: Das Doppel-Wrap-Kalbslederband läuft durch einen Schlitz im Gehäuse, wodurch keine sichtbaren Bandanstöße entstehen.
Der Bandwechsel ist werkzeuglos möglich. Das Zifferblatt ist opalin-beige mit applizierten Goldindizes. Die Krone ist mit den Initialen „JB“ signiert.
Marktpositionierung und Ausblick
Im Wettbewerbsumfeld hebt sich die Blancpain Lady B durch ihr vollmechanisches Werk in einem 19-Millimeter-Gehäuse ab. Die kleinste Rolex Lady-Datejust misst derzeit 28 Millimeter. Mehrere andere Luxusmarken wie Audemars Piguet, Patek Philippe, Cartier oder Omega bieten im Unter-30-Millimeter-Segment häufig quarzbetriebene Modelle an.
Die Bulgari BVL 100 Piccolissimo stellt mit 12,3 Millimetern Durchmesser ein noch kleineres rundes mechanisches Uhrwerk dar. Dieses ist manuell aufziehbar, hat rund 30 Stunden Gangreserve und wird vorwiegend in High-Jewellery-Stücken eingesetzt.
Die Lady B positioniert sich als moderne, gut ausgestattete mechanische Uhr für das Luxussegment. Sie kombiniert Mechanik und Schmuckästhetik. Es bleibt abzuwarten, wie das Modell die Präsenz Blancpains im Damenuhrensegment verändert und wie die Markenphilosophie der Mechanik in diesem Kontext zur Geltung kommt.
Marktbeobachter werden insbesondere darauf achten, ob die Nachfrage nach kleinen, mechanischen Luxusuhren durch solche Neuentwicklungen einen weiteren Impuls erhält.







