Die Vorstellung der achten Generation des BMW 3er am 30. September markiert einen Bruch: Erstmals verzichtet dieses Volumenmodell vollständig auf Sechszylinder-Dieselmotoren. BMW setzt stattdessen auf eine Doppelstrategie. Die Verbrenner-Varianten konzentrieren sich auf Benzinmotoren und Plug-in-Hybride, während die elektrische i3-Version eine dedizierte Elektro-Architektur nutzt.
Strategische Neuausrichtung im Premiumsegment
BMW trennt die Plattformstrategie für den 3er der achten Generation. Die rein elektrische i3-Variante, produziert im Stammwerk München, basiert auf der „Neuen Klasse“-Architektur. Parallel dazu nutzt die Verbrenner-Version G50, gefertigt im Werk Dingolfing, eine Weiterentwicklung der CLAR-Plattform.
Diese strategische Aufteilung ermöglicht es BMW, die Anforderungen der Elektromobilität sowie die Nachfrage nach traditionellen Antrieben parallel zu bedienen. Der Fokus auf Nachhaltigkeit spiegelt sich zudem in der Materialwahl wider: Rund 25 Prozent der verwendeten Materialien im neuen 3er sollen aus Rezyklaten bestehen.
Designchef Adrian van Hooydonk erklärt, dass die elektrische i3-Variante und der G50-Verbrenner optisch kaum zu unterscheiden sind. Technisch zeigen sich jedoch Unterschiede in der Raumökonomie. Der G50 benötigt eine längere Front für den Verbrennungsmotor und behält den Kardanwellentunnel bei. Im Gegensatz dazu weist die Elektro-Variante einen ebeneren Boden auf.
Ende der Sechszylinder-Diesel-Ära
BMW streicht sämtliche Sechszylinder-Dieselmotoren in der G50-Baureihe, wozu auch der M340d gehört. Dieser Schritt folgt einem Trend, der sich bereits in Nordamerika abzeichnete. Dort verzichtet BMW seit 2019 weitgehend auf Dieselmodelle, ausgenommen eine noch offene Entscheidung für den X5.
Das Unternehmen setzt dort vermehrt auf Plug-in-Hybride und Benziner. Ein BMW-Sprecher erklärte damals, die Diesel-Verkaufszahlen seien gesunken, während der Absatz von Modellen mit Plug-in-Hybrid-Antrieb steige und Benziner weiterhin gefragt sind.
Als Ersatz für das bisherige M-Performance-Modell M340i dient der neue BMW M350 xDrive. Dieser nutzt einen überarbeiteten Reihensechszylinder vom Typ B58. Zum Verkaufsstart ist der M350 xDrive zunächst nur mit Allradantrieb verfügbar.
Eine Heckantriebs-Version soll im Folgejahr per Over-the-Air-Update folgen. Für hohe Reichweiten ohne Diesel nennt BMW Plug-in-Hybride sowie die „Neue Klasse“ mit ihren schnellen Ladezeiten als Alternativen. Die Motorenpalette der Verbrenner-3er soll der des heutigen Fahrzeugs entsprechen.
Für alle Modelle der neuen 3er-Reihe ist das 8-Gang Steptronic-Getriebe serienmäßig, Schaltgetriebe entfallen.
Interieur und Marktausblick
Im Innenraum bietet der G50 das neue „Panoramic iDrive“, das klassische Instrumente hinter dem Lenkrad ersetzt. Fahrinformationen erscheinen im unteren Bereich der Windschutzscheibe. Optional stehen ein 3D-Head-up-Display und ein 17,9-Zoll-Zentralbildschirm zur Verfügung.
Die Bedienung erfolgt primär über Touchscreen, Multifunktionslenkrad oder Sprachsteuerung, der iDrive-Knopf entfällt. Das Kofferraumvolumen schrumpft um 30 Liter auf 450 Liter. Der Einstiegspreis liegt bei 49.900 Euro.
Die offizielle Präsentation der neuen 3er Limousine (G50) am 30. September soll detaillierte Angaben zu den zum Launch angebotenen Antriebsvarianten liefern. Derzeit kursieren unterschiedliche Informationen, sodass unklar bleibt, welche Varianten genau im September verfügbar sein werden.
Die rein elektrische i3-Limousine auf der „Neue Klasse“-Plattform soll Ende Frühjahr 2026 debütieren und im Herbst 2026 als Modell 2027 in den Verkauf gehen. Die Kombi-Variante 3er Touring (G51) wird voraussichtlich 2027 folgen und ebenfalls als Plug-in-Hybrid erhältlich sein. BMW setzt damit seine Strategie der Technologieoffenheit fort, indem der nächste 3er mit Verbrennern, Plug-in-Hybrid- und reinen Elektroantrieben angeboten wird.
Marktbeobachter werden genau verfolgen, wie sich diese breit aufgestellte Strategie in einem zunehmend fragmentierten Premiumsegment bewährt.







