Der Kampf um die Vorherrschaft im Elektro-SUV-Segment spitzt sich zu. BMW und Mercedes-Benz positionieren die jüngsten rein elektrischen Modelle iX3 und GLC Electric. Beide Fahrzeuge stellten die Hersteller auf der IAA in München vor.
Ein halbes Jahr nach der Präsentation startete der europäische Marktverkauf. Erste Berichte sehen BMW bei den Absatzzahlen vorn, während detaillierte Tests Stärken des GLC Electric in spezifischen Bereichen aufzeigen.
Architekturen und Strategien im Wettbewerb
BMW setzt beim iX3 auf die „Neue Klasse“-Plattform, eine dedizierte Architektur für reine Elektrofahrzeuge. Mercedes-Benz entwickelt den GLC Electric als Neuentwicklung auf der MB.EA-Plattform. Die unterschiedlichen Herangehensweisen demonstrieren verschiedene technische Ansätze beim Übergang zur Elektromobilität.
Der Konfigurator für den Mercedes GLC EQ ging am 21. Oktober 2025 online.
Reichweite und Ladeleistung: Ein Performance-Vergleich
Im direkten Vergleich der technischen Daten verfügt der BMW iX3 xDrive50 über eine nutzbare Batteriekapazität von 108,7 Kilowattstunden und eine WLTP-Reichweite von bis zu 800 Kilometern. Der Mercedes GLC 400 4Matic Electric nutzt eine 94,5 Kilowattstunden-Batterie und erreicht WLTP-Angaben von bis zu 715 Kilometern.
Bei der maximalen DC-Ladeleistung liegt der iX3 mit 400 Kilowatt vor dem GLC, der bis zu 330 Kilowatt erreicht. Für den iX3 geben die Hersteller an, dass sich in etwa zehn Minuten rund 320 Kilometer Reichweite nachladen lassen. Ein Ladevorgang von zehn bis 80 Prozent dauert beim iX3 circa 21 Minuten, beim GLC etwa 28 Minuten.
Beide Fahrzeuge liegen leistungsmäßig über 450 PS. Der GLC Electric wird mit 489 PS angegeben, der iX3 mit 469 PS. Der Sprint von null auf 100 Stundenkilometer dauert beim GLC 4,3 Sekunden, beim iX3 4,9 Sekunden.
Preisgestaltung und reale Effizienz
Die Listenpreise der Modelle starten in ähnlichen Regionen. Der BMW iX3 xDrive50 beginnt bei 60.655 Pfund, der Mercedes GLC 400 4Matic Electric bei 60.350 Pfund. Als getestete Versionen lagen die Preise in Reviews höher: 68.387 Pfund beim iX3 (M Sport mit diversen Paketen) beziehungsweise 77.100 Pfund beim GLC (AMG Line Premium Plus mit Extras).
Einzelne Tests und Videos nannten für voll ausgestattete Versionen Preise von knapp 91.000 Euro.
Bei der realen Effizienz zeigen sich Nuancen. Beide Fahrzeuge erreichen in warmem Klima rund 3,7 bis 3,9 Meilen pro Kilowattstunde. Detaillierte Tests deuten darauf hin, dass der GLC Electric in der Praxis, insbesondere bei Langstrecken, eine vergleichbare Reichweite erzielt, trotz geringerer WLTP-Angaben und Batteriekapazität.
Der GLC Electric verfügt an der Hinterachse über ein Zwei-Gang-Getriebe. Dieses soll die Effizienz bei Autobahngeschwindigkeit verbessern.
Fahrerlebnis und Interieur: Komfort versus Funktionalität
Tester und Teilnehmer in Online-Diskussionen beschreiben den GLC als komfortabler und mit einem klassischeren Innenraum ausgestattet. Kritik gab es vereinzelt an der Darstellung großer Hyperscreen-Elemente im Innenraum. Einige Kommentierende bezeichneten diese als lediglich aus zwei Tablets und einem Tacho bestehend.
Der iX3 wurde in Diskussionen als einfacher zu konfigurieren und mit stimmigeren Paketen beschrieben. Subjektive Wahrnehmungen von Design und Bedienung beeinflussen die Urteile in Tests und Foren erheblich.
Diskrepanzen in Absatzzahlen und Testergebnissen
Es bestehen widersprüchliche Signale. Einige Quellen bezeichnen den BMW iX3 als klaren Gewinner bei Absatzzahlen. Andere Tests sehen den Mercedes GLC Electric in Bereichen wie realer Effizienz, Komfort, Ladeleistung und Finanzierungskosten vorn.
Diese Unterschiede können an verschiedenen Erhebungszeitpunkten, regionalen Unterschieden oder abweichenden Testmethoden liegen. Mehrere Beobachter und Tester sind sich einig, dass beide Modelle unterschiedliche Käufergruppen ansprechen.
Ausblick auf das Duell der Premium-E-SUVs
Das Duell zwischen BMW iX3 und Mercedes GLC Electric zählt zu den relevanten Entwicklungen im Premium-E-SUV-Segment. Weitere Quartalsberichte und Absatzzahlen werden zeigen, wie sich die Marktanteile entwickeln. BMW setzt auf die Neue Klasse als Plattformstrategie.
Mercedes hingegen auf Komfortmerkmale und technische Lösungen wie das Zwei-Gang-Getriebe. Unterschiedliche Modelljahre und Markteinführungen, etwa in den USA, können Verfügbarkeit und Wahrnehmung beeinflussen. Die Entwicklung der Ladeinfrastruktur und die reale Effizienz unter verschiedenen klimatischen Bedingungen bleiben wichtige Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit beider Modelle.







