Die Cardano Foundation fördert die Verknüpfung der Blockchain-Welt mit dem etablierten Internet. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat die Bewerbung der Organisation für die Top-Level-Domain (gTLD) „.ada“ in die nächste Phase des New gTLD Program aufgenommen. ICANN bestätigte diesen Fortschritt am 7.

Oktober mit der Veröffentlichung der Liste der weitergeleiteten Anträge. Die .ada-Initiative zielt darauf ab, die Cardano-Blockchain direkt mit dem traditionellen Internet (Web2) zu verbinden und die Nutzung von Web3-Tools zu vereinfachen.

Cardano strebt Integration ins klassische Internet an

Die .ada-Domain soll als Brücke zwischen der dezentralen Infrastruktur von Cardano und dem globalen Domain Name System (DNS) dienen. Die Cardano Foundation nennt als Ziel, die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit von Web3-Diensten zu verbessern. In einem Tweet vom 8.

Oktober erklärte die Cardano Foundation: „Our .ada application is advancing to the next phase of the @ICANN Generic Top-Level Domain (gTLD) Program. If approved, the .ada domain would bring Cardano into the global internet address system, same as .com or .org.“ Laura Mattiucci ist Director of Marketing and Communications bei der Cardano Foundation.

Die Bewerbung wurde im Rahmen einer Governance-Abstimmung von der Cardano-Community mit einer Zustimmung von rund 75 Prozent unterstützt. Die aktuelle Antragsrunde für neue generische Top-Level-Domains ist die erste seit dem Jahr 2012. ICANN öffnete das Fenster für Bewerbungen am 30.

April; die Einreichungsfrist endete am 12. August. Insgesamt gingen in dieser Runde über 1.600 primäre Anträge bei ICANN ein.

Wettbewerb im Web3-Domainmarkt

Im Rennen um Top-Level-Domains konkurriert Cardano mit zahlreichen anderen Bewerbern. Neben globalen Marken wie OpenAI, Meta und Anthropic sind auch Web3-Akteure vertreten. Unter den weitergeleiteten Bewerbungen finden sich Beispiele wie .sol, .ethereum, .btc und .bitcoin.

Unstoppable Domains zog seine geplanten Bewerbungen für mehrere gTLDs zurück. Gründer Matthew Gould begründete den Rückzug damit, dass „the cost of taking web3 domains through icann in both compliance and application and bidding is higher than what we believe we’d recover in sales.“ Für ihre neun geplanten gTLDs schätzte Unstoppable Domains die Kosten für Compliance, Bewerbung und potenzielle Auktionskosten auf über zwei Millionen US-Dollar.

ICANN verlangt für die Evaluierung jedes neuen gTLD-Antrags eine Gebühr von 227.000 US-Dollar. Die Cardano Foundation finanziert die Bewerbung für die .ada-gTLD.

Ein weiterer relevanter Akteur ist der Ethereum Name Service (ENS), der das .eth-Namenssystem verwaltet. ENS generierte in den zwölf Monaten bis zu einem Bericht vom 27. August 2026 rund 4,04 Millionen US-Dollar an Registrierungs- und Erneuerungsgebühren.

Die kumulierten Gebühren seit 2019 lagen bei etwa 112,5 Millionen US-Dollar. ENS strebt die Anerkennung der .ens-gTLD an. .eth wird dem Bericht zufolge nicht angestrebt, weil ICANN dreistellige Zeichenketten für ISO 3166-1 Alpha-3-Ländercodes reserviert.

Veridian und die digitale Identität

Parallel zur .ada-Bewerbung treibt die Cardano Foundation die Entwicklung digitaler Identitätssysteme voran. Sie hat Veridian als unabhängiges Digital-Identity-Unternehmen ausgegliedert. Veridian wird als dezentrales Identitätssystem beschrieben, das in Verbindung mit künftigen .ada-Domains genutzt werden könnte.

Finanzielle Tragweite und Ausblick

Die Cardano Foundation finanziert die Bewerbung für die .ada-gTLD vollständig. Die genaue Höhe der Ausgaben der Foundation für diese Bewerbungen ist nicht öffentlich beziffert. Berichte nennen zudem eine Absicht, sich auch für die gTLD .cardano zu bewerben.

Die offizielle ICANN-Liste vom 7. Oktober weist die .cardano-Bewerbung im Kontext der weitergeleiteten Anträge jedoch nicht explizit aus. Es bleibt unklar, ob eine .cardano-Bewerbung ebenfalls eingereicht wurde oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.

Die Delegation der Top-Level-Domains aus dieser Antragsrunde wird nach aktuellem Zeitplan voraussichtlich zwischen 2028 und 2030 erfolgen. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig vom Fortgang der einzelnen Anträge. Die Einbindung einer Blockchain-basierten Domain wie .ada in das globale DNS könnte einen Präzedenzfall für weitere Web3-Projekte schaffen und die Akzeptanz dezentraler Technologien im Internet beeinflussen.

Marktbeobachter werden die weitere Entwicklung verfolgen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser direkten Verbindung von Blockchain und traditionellem Internet zu beurteilen.