Der Markenschmuckbereich (Branded Jewelry) macht nur etwa 20 Prozent des globalen Schmuckmarktes aus, gewinnt jedoch schneller Marktanteile als andere Segmente. Richemont, die Schweizer Holding, zu der Cartier gehört, wird im Premiumsegment oft von Investoren und Analysten als Referenz genannt.

Cartier, dessen Wurzeln bis in die 1840er Jahre zurückreichen und das europäische Königshäuser belieferte, steht für eine Markenführung, die Tradition und kontrolliertes Angebot betont. Markus Hansen, Portfoliomanager bei Vontobel, sieht in der Bewahrung von Historie einen wichtigen Wettbewerbsvorteil – einen sogenannten „moat“. Hansen merkt an: „You can’t buy time.

So building that heritage is one of the biggest moats around.“ Er beschreibt zudem die bewusste Zurückhaltung beim Wachstum als „restraint“ und bezeichnet dies als „a very hard thing to do.“

Exklusivität als Geschäftsmodell

Branded Jewelry bildet einen kleineren, aber wachsenden Teilmarkt. Cartier bietet sowohl Luxusuhren, etwa die Santos Chronograph, als auch Schmuck wie das mit Diamanten und Farbsteinen besetzte „Panther“-Armband an und bedient damit das Premiumsegment. Die Strategie vieler Luxusmarken, das Angebot begrenzt zu halten, dient laut Hansen der Wahrung von Exklusivität und verschafft ihnen Preissetzungsmacht.

Historie und lange Unternehmensgeschichte gelten als Wettbewerbsvorteil. Hansen wiederholt dies: „You can’t buy time. So building that heritage is one of the biggest moats around.“

Als Referenzpunkt für die operative Leistungsfähigkeit von Premium-Luxusmarken wird in der Recherche Hermès genannt. Hermès weist eine operative Marge von nahezu 40 Prozent auf und verfügt über eine schuldenfreie Bilanz.

Richemont als Investitionsvehikel

Wer am Erfolg von Cartier partizipieren möchte, kann nicht direkt in „Cartier-Aktien“ investieren. Cartier ist eine Marke innerhalb des Richemont-Konzerns. Die Aktie der Muttergesellschaft Richemont (Ticker: CFR) ist deshalb die relevante Börsenposition für Investitionen. Richemont vereint unter anderem Cartier und Van Cleef & Arpels.

Im Beitrag „5 luxury stocks built to stand the test of time“ von Jon Erlichman auf BNN Bloomberg wird Richemont als eines dieser Unternehmen erwähnt. Konkrete Finanzkennzahlen für Cartier als einzelne Marke sind in den vorliegenden Quellen nicht verfügbar. Bewertungen stützen sich daher auf Konzernzahlen von Richemont oder auf Kennzahlen vergleichbarer Luxuskonzerne.

Ausblick: Beständigkeit in einem volatilen Umfeld

Einige Investoren suchen in Luxusmarken Anlagen mit hoher Preissetzungsmacht und starken Markenwerten. Die Fähigkeit, Exklusivität zu bewahren und die Tradition zu pflegen, betrachten Beobachter wie Markus Hansen als einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Dies könnte zur Widerstandsfähigkeit von Luxusunternehmen gegenüber Marktveränderungen beitragen.

Präzisere Aussagen zur Performance von Cartier innerhalb von Richemont erfordern detailliertere Angaben zum Umsatzbeitrag und zur Profitabilität der Schmucksparte. Analysten werden insbesondere die operativen Margen und die strategische Ausrichtung von Richemont beobachten, um die Nachhaltigkeit dieses Geschäftsmodells zu beurteilen.