Das KI-Startup Causa Prima sichert sich in einer Seed-Finanzierungsrunde 20 Millionen US-Dollar. Diese Mittel sollen den Ausbau eines Agent-to-Agent-Netzwerks vorantreiben, das mithilfe Künstlicher Intelligenz die Automatisierung von Rechnungsstreitigkeiten und Zahlungsbedingungen zwischen Unternehmen ermöglicht. Lead-Investor der Runde ist Base10 Partners.
Milliardenmarkt im Visier
Causa Prima unterhält Büros in Madrid und München. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, manuelle Prozesse bei der Abstimmung offener Rechnungen und Zahlungsdifferenzen durch KI zu ersetzen. Die Plattform entwickelt KI-Agenten, die Rechnungsstreitigkeiten, Zahlungsbedingungen und Skontoverhandlungen in Echtzeit automatisieren und lösen.
Maex Ament, Mitgründer von Causa Prima, betont, dass viele Abläufe heute noch manuell erfolgen und ein Netzwerk spezialisierter Agenten für Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung benötigt wird.
Das Unternehmen adressiert einen signifikanten Markt. Die jährlichen Zahlungen zwischen Unternehmen belaufen sich laut Causa Prima auf rund 98 Billionen US-Dollar. Mastercard schätzt das breitere Marktpotenzial sogar auf 125 Billionen US-Dollar ein.
Finanzierungsdetails und Unternehmensentwicklung
Die Seed-Runde über 20 Millionen US-Dollar führte Base10 Partners an. Weitere Teilnehmer sind QED Investors und FJ Labs. Bereits im Juni hatte Causa Prima eine Pre-Seed-Runde über 10 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Damit hat das Startup insgesamt 30 Millionen US-Dollar an externem Kapital erhalten. Die Pre-Seed-Runde wurde damals von Creandum angeführt, mit Beteiligung von Kfund und HelloWorld.
Zu den namhaften Business Angels, die investiert haben, gehören Mario Götze und André Schürrle. Causa Prima beschäftigt aktuell 25 Mitarbeiter und zählt über 3.000 aktive Nutzer auf seiner Plattform. Eine Offenlegung der Unternehmensbewertung nach der Seed-Runde lehnte das Startup ab.
Gründer mit Branchenerfahrung
Hinter Causa Prima stehen die deutschen Unternehmer Maex Ament, Henrik Gebbing und Philip Stanislaus. Maex Ament begann seine Karriere als Softwareentwickler bei SAP SE. Im Jahr 2009 gründete er Taulia, einen Anbieter für Dynamic Discounting, der 2022 von SAP übernommen wurde. Nach Taulia gründete Ament zudem Centrifuge.
Henrik Gebbing war Senior Associate bei McKinsey & Company und ist Mitgründer des Krypto-Fintechs Finoa. Philip Stanislaus fungiert als CTO von Causa Prima. Er leitete zuvor die technische Entwicklung bei Centrifuge und verantwortete bei Oak Security mehr als 600 Enterprise-Sicherheitsaudits.
Der Name Causa Prima, lateinisch für „erste Ursache“, beziehe sich laut Ament auf die Auffassung, dass Bezahltwerden die Wurzel des Geschäfts ist.
KI-Agenten als neue Verhandlungsführer
Die Kerninnovation von Causa Prima liegt im Einsatz von KI-Agenten, die im Auftrag von Unternehmen handeln und miteinander kommunizieren. Diese sollen Verhandlungen automatisieren. Die Agenten sollen nicht nur Rechnungsstreitigkeiten lösen, sondern auch Zahlungszeiten beschleunigen und Verhandlungen über Dynamic Discounting automatisieren.
Praktisch bedeutet dies, dass ein Lieferant früher bezahlt werden kann und dafür einen Rabatt anbietet.
Henrik Gebbing erklärt, die Plattform lasse sich beispielsweise mit Systemen wie SAP verbinden. Langfristig verfolgt das Unternehmen die Vision, klassische Zahlungsziele wie „Net-30“ oder „Net-60“ durch individuell verhandelte Zahlungszeitpunkte und Konditionen zu ersetzen.
Ausblick und Marktreaktion
Analysten weisen darauf hin, dass die Automatisierung von Kreditorenbuchhaltungen (Accounts Payable) bereits einen substanziellen Markt darstellt. Dieser umfasste im Jahr 2023 etwa 3,85 Milliarden US-Dollar und soll bis 2031 auf 7,8 Milliarden US-Dollar anwachsen. Causa Prima plant, in die Vereinigten Staaten zu expandieren und ein Büro in New York zu eröffnen.
Die Geschwindigkeit, mit der die Agent-to-Agent-Plattform Marktakzeptanz finden wird, bleibt abzuwarten.







