Chanel steht im Zentrum einer Debatte: Die Fall 2026 Werbekampagne unter der künstlerischen Leitung von Matthieu Blazy erntet Kritik. Fotografiert von Julien Martinez Leclerc vor der Kulisse des Chanel-Hauptsitzes in der 31 Rue Cambon, wird die Kampagne in Foren wie TheFashionSpot scharf kommentiert. „There’s something about his campaigns, and his visual language overall, that feels oddly generic“, lautet eine Einschätzung.
Eine weitere Kritik: „This whole campaign is an eyesore. Terrible, and makes the clothes look even worse.“ Nutzer sprechen von einem „Absolute disaster. … no mood, no allure, no point of view.“
Blazys Mission: Zwischen Tradition und Transformation
Matthieu Blazy, laut Quellen entweder im Dezember 2024 ernannt oder im April 2025 aktiv geworden, leitet die Modekollektionen von Chanel. Seine Vorgängerin war Virginie Viard, langjährige Stellvertreterin von Karl Lagerfeld. Blazy hat öffentlich die Absicht erklärt, die Grenzen dessen, was Chanel für die Zukunft darstellt, erweitern zu wollen und Modernität einzubringen.
Eine „Revolution“ strebt er dabei jedoch nicht an. Zu seiner Vision gehört auch das Ansprechen einer neuen Generation von Käuferinnen.
Unter Blazy hat Chanel bereits Nicole Kidman, Ayo Edebiri und A$AP Rocky als Botschafter vorgestellt. Die Fall 2026 Kollektion nutzt die Metapher der Raupe und des Schmetterlings. Laut Chanel setzt sie den Dialog zwischen Blazy und Gabrielle Chanel fort, um die sich weiterentwickelnden Identitäten der Chanel-Frau zu erkunden.
Die visuelle Umsetzung der Kampagne stieß in Fachforen auf kritische Resonanz. Ein Mitglied kommentierte: „It’s too busy. Too many models.
They need to select 3 or 4 girls and keep it focused.“
Der ROI der Kontroverse: Eine bewusste Strategie?
Chanel erzielt jährlich rund 20 Milliarden US-Dollar Umsatz. Im Jahr 2023 lagen die Einnahmen bei 19,7 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von über 75 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Medienberichte erwähnen zudem ein weißes Baumwollhemd des Hauses mit einem Preis von nahezu 5.000 US-Dollar.
In Analysen zur Marketingstrategie wird die These vertreten, dass kontroverse Reaktionen mehr Berichterstattung generieren können als universelle Zustimmung. „Controversy generates better return of investment or on investment than consensus. Universal praise equals three to four days of coverage.
Mixed reception, however, equals three to four weeks of debate“, heißt es in einer Zuschreibung. Ebenso wurde formuliert: „'Absolutely horrified' is a headline. 'It was fine' is not a headline.“ Diese Perspektive legt nahe, dass Polarisierung Aufmerksamkeit erzeugt.
Eine solche Strategie wäre mit Blazys erklärter Absicht, die Grenzen von Chanel neu zu definieren, kompatibel.
Bruno Pavlovsky, Präsident der Modeaktivitäten bei Chanel, äußerte sich zur Blazys Ernennung. Er sei aufgrund von Talent, Persönlichkeit und Kultur eine offensichtliche Wahl gewesen und solle die Grenzen von Chanel für die Zukunft verschieben.
Blazys Start: Kommerzieller Erfolg trotz geteilter Meinungen
Blazys erste Kollektion für Chanel (Frühjahr/Sommer 2026) kam Anfang März 2026 in die Läden. Berichten zufolge sorgte sie für lange Warteschlangen am Chanel-Store in der Rue Cambon. Beobachter berichteten unterschiedlich: Manche sahen eine Irritation bei traditionellen Chanel-Kunden, andere bezeichneten den Produktstart als kommerziell erfolgreich.
Luxury Sourcer Gab Waller und Sourcewhere-Gründerin Erica Wright stellten eine gestiegene Nachfrage nach Blazys Debütkollektion fest, auch von Neukunden.
Diese gegensätzlichen Beobachtungen deuten darauf hin, dass Blazys Modernisierungsansatz unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Gleichzeitig generiert er aber Nachfrage.
Ausblick: Chanel auf dem Prüfstand
Die Debatte um die Fall 2026 Kampagne zeigt, dass Blazy die Marke in eine polarisierende Richtung führt. Ob dieser Ansatz langfristig die gewünschte Balance zwischen Traditionspflege und dem Gewinn neuer Zielgruppen erreicht, werden die kommenden Kollektionen, Kampagnen und Verkaufszahlen zeigen. Branchenbeobachter verweisen zudem auf wiederholte Spekulationen, dass Blazy die Herrenmode bei Chanel ausbauen könnte.
Dies bleibt ein Thema, das die Luxusbranche weiter verfolgen wird.







