Chanel kehrt nach einem Umsatzrückgang im Jahr 2024 zum Wachstum zurück. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Luxusmodehaus einen Umsatzanstieg von zwei Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Der Betriebsgewinn stieg um fünf Prozent auf 4,7 Milliarden US-Dollar.
Verantwortlich für diesen Aufschwung ist maßgeblich der neue Kreativdirektor Matthieu Blazy. Seine ersten Kollektionen lösten eine hohe Nachfrage aus und sprachen neue Kundensegmente an.
Blazys Impuls: Kreativität trifft auf Kommerz
Nach einem Umsatzrückgang von 4,3 Prozent im Jahr 2024 markiert das Ergebnis von 2025 eine Trendwende. Leena Nair, CEO von Chanel, hebt hervor, dass 2025 eine „kreative Dynamik in allen Geschäftsaktivitäten“ zu beobachten gewesen sei. Unternehmen und Beobachter führen einen Teil des Wachstums auf diese kreativen Impulse zurück.
Blazys erste Ready-to-Wear-Kollektion präsentierte das Haus im Oktober 2025. Sie kam im März 2026 in die Boutiquen. Marktbeobachter berichten von ausverkauften Artikeln und langen Wartelisten. Simon Longland, Director of Fashion Buying bei Harrods, spricht von einer „phänomenalen Rekrutierung neuer Kunden, die zuvor noch nie Chanel-Produkte erworben hatten.“
Im Geschäftsjahr 2025 erhöhte Chanel die Preise insgesamt um rund drei Prozent. Im Modesektor lagen die Erhöhungen bei etwa zwei Prozent. Für 2026 plant das Unternehmen ähnliche, inflationsorientierte Preisanpassungen.
Regionale Entwicklungen und strategische Investitionen
Regional ergibt sich ein differenziertes Bild: Amerika wuchs währungsbereinigt um 7,2 Prozent, Europa um 2,5 Prozent. Die Region Asien-Pazifik schloss 2025 mit einem Rückgang von 0,8 Prozent ab. Festlandchina, Hongkong und Taiwan zeigten im vierten Quartal 2025 jedoch wieder positives Wachstum. Dieser Trend setzt sich 2026 fort.
Leena Nair führt die positive Dynamik in China auf langfristige Investitionen in diesem Markt zurück.
Chanel investierte 2025 insgesamt 2,395 Milliarden US-Dollar in Markenaktivitäten und Kundenerlebnisse. Zusätzlich flossen rund 1,449 Milliarden US-Dollar in die Kapitalexpansion, etwa in neue Boutiquen und Fabriken. 2025 eröffnete Chanel 41 neue Filialen, darunter Parfümerie- und Beauty-Boutiquen, Mode-Boutiquen sowie Uhren- und Schmuckgeschäfte. Für 2026 sind weitere 30 Filialeröffnungen geplant.
Das Unternehmen tätigte zudem Beteiligungen an Zulieferern. Dazu zählen eine Mehrheitsbeteiligung an Renato Corti und eine Minderheitsbeteiligung an Mantero Seta.
Chanel im Lyst Index und Reaktionen des Marktes
Chanel erreichte im ersten Quartal 2026 erstmals Platz eins im Lyst Index. Analysten von Morgan Stanley warnen, dass Chanels Wiederaufleben im Kontext eines insgesamt schwächeren Marktwachstums zulasten der Wettbewerber gehen könnte.
Harsharan Mann, Portfolio Manager bei Aviva Investors, bezeichnet den Hype um Chanel als wichtigen Indikator für den Luxusmarkt. Er erklärt, Luxus sei ein angebotsgesteuerter Markt, in dem neue Kreativität auch in schwierigeren wirtschaftlichen Zeiten Interesse und Verkäufe auslösen könne.
Ausblick: Strategische Neuausrichtung und anhaltende Investitionen
Chanel setzt seinen langfristigen Investitionsansatz fort. Neben den geplanten Preisanpassungen und Filialeröffnungen plant das Unternehmen, die neue globale Zentrale in London noch vor Jahresende 2026 einzuweihen. Gleichzeitig nimmt eine neue Parfümfabrik in Frankreich den Betrieb auf. Im September 2026 startet ein Kulturprogramm im Museum of Art Pudong in Shanghai.
Diese Maßnahmen verdeutlichen eine Kombination aus Ausbau der physischen Präsenz und kulturellen Aktivitäten. Die Marktreaktion auf kommende Kollektionen von Matthieu Blazy und die Absatzentwicklung in Asien werden entscheidend dafür sein, wie nachhaltig sich der aktuelle Wachstumskurs fortsetzt. Beobachter verfolgen, ob der aktuelle Hype langfristig auf die Unternehmensperformance durchschlägt.







