Perriands Vermächtnis: Salzburger Retrospektive würdigt Design-Ikone und ihre Marktrelevanz
Das Museum der Moderne Salzburg bereitet die erste große Retrospektive in Österreich zur französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand vor. Die Schau mit dem Titel „Charlotte Perriand. Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur“ öffnet am 1.
Mai 2026 am Mönchsberg und läuft bis zum 13. September 2026. Diese Ausstellung rückt Perriands Einfluss auf die Entwicklung des modernen Designs in den Fokus.
Die anhaltende kommerzielle Relevanz ihres Werks zeigt sich unter anderem in der Rolle von Cassina als autorisiertem Hersteller ihrer Möbel.
Die Ausstellung erstreckt sich über rund 990 Quadratmeter und integriert seltene Originalmöbel, erstmals gezeigte Fotografien und Archivdokumente. Besucher erleben originalgetreue Raumrekonstruktionen, welche Perriands Design erlebbar machen. Dazu gehört die neu gebaute, originalgetreue Rekonstruktion der alpinen Schutzhütte „Refuge Bivouac“ von 1933.
Diese entstand aus einem Forschungsprojekt von Studierenden der Technischen Universität München (Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren) und der Fachhochschule Salzburg (Studiengang Green Building) und verbleibt nach der Tournee im Museumsbestand. Ebenso wird eine Rekonstruktion des „Équipement intérieur d’une habitation“ von 1929 gezeigt, das Perriand mit Le Corbusier und Pierre Jeanneret für den Salon d’Automne entwarf.
Charlotte Perriands prägende Karriere
Charlotte Perriand (1903 bis 1999) gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Architektur und des Designs des 20. Jahrhunderts. Mit 24 Jahren trat sie 1927 in das Atelier von Le Corbusier und Pierre Jeanneret ein. Dort leitete sie die Abteilung Inneneinrichtung.
Ihre Entwürfe, darunter die Chaise longue basculante oder der Fauteuil Grand Confort, entstanden oft in Zusammenarbeit. Lange Zeit wurden diese Werke dem Schaffen Le Corbusiers zugeschrieben. Neuere Forschung und Ausstellungen rücken ihren eigenständigen Beitrag stärker in den Fokus.
Perriands Arbeitsweise verfolgte einen holistischen Ansatz, der Architektur, Design und Fotografie zu einer umfassenden Vision von Lebensräumen verband. Ihre Objekte verstand sie nicht als autonome Elemente, sondern als Bestandteile größerer Ensembles. Sie entwickelte eine eigenständige, minimalistische Formensprache und experimentierte mit Materialien wie Stahlrohr in ihrer frühen Phase und später mit Holz und Bambus.
Ihr Ziel war es, das menschliche Dasein zu verbessern und Lebensräume für alle Menschen nachhaltig zu gestalten. Ein Credo ihrer Arbeit fasst sie so zusammen: „Jeder noch so kleine Bleistiftstrich musste einen Sinn haben, einem Bedürfnis entsprechen oder einer Geste oder Haltung Rechnung tragen und zu Preisen der Massenproduktion realisierbar sein.“ Diese Aussage unterstreicht die Ausrichtung ihrer Arbeit auf industrielle Umsetzbarkeit.
Kommerzielle Relevanz und Partner der Ausstellung
Die anhaltende kommerzielle Relevanz von Charlotte Perriands Werk spiegelt sich auch in den Partnern der Salzburger Ausstellung wider. Premium-Partner ist Cassina, das als einziges Unternehmen berechtigt ist, Charlotte Perriands Möbel herzustellen. Diese Exklusivlizenz weist auf die kontrollierte Produktion und die autorisierte Verbreitung ihrer Entwürfe hin.
Cassina engagiert sich aktiv in der Verbreitung von Designkultur und unterstützt die Ausstellung in Salzburg.
Die Salzburger Schau ist Teil einer Reihe internationaler Retrospektiven zu Perriand in den vergangenen Jahren und den kommenden Monaten. Das Design Museum in London widmete ihr 2021 die Ausstellung „Charlotte Perriand: The Modern Life“. Die Kunstmuseen Krefeld präsentierten vom 2.
November 2025 bis 15. März 2026 unter dem Titel „L’Art d’habiter / Die Kunst des Wohnens“ die erste umfassende Retrospektive in Deutschland. Nach Salzburg folgt ab dem 9.
Oktober 2026 die Ausstellung „Charlotte Perriand. Free to Rethink the World“ in der Fundació Joan Miró in Barcelona. Dies ist die erste ihr in Spanien gewidmete Ausstellung.
Die Kunstmuseen Krefeld haben die Salzburger Ausstellung federführend organisiert. Kooperierende Partner sind das Museum der Moderne Salzburg und die Fundació Joan Miró. Unterstützung erhält das Projekt zudem von den Archives Charlotte Perriand, mit besonderem Dank an Pernette Perriand-Barsac und Jacques Barsac.
Weitere Sponsoren in Salzburg sind der Salzburger Tourismus Förderungs Fonds und das Institut français d’Autriche.
Ausblick auf den Designmarkt
Die Reihe internationaler Retrospektiven in den vergangenen Jahren und den kommenden Monaten zeigt anhaltendes Interesse an Perriands Werk. Die Partnerschaft mit Cassina stellt die autorisierte Produktion ihrer Möbel sicher und unterstreicht den kommerziellen Wert ihrer Entwürfe.
Die Retrospektiven rücken Perriands Einfluss auf Ästhetik und Funktionalität des Wohnens in den Fokus. Die Verbindung von Design, Architektur und Fotografie in ihrem Ansatz wird in der Ausstellung betont und gilt als relevant für zeitgenössische Fragen in Architektur und Design. Marktbeobachter sehen darin eine fortgesetzte Wertschätzung für funktionales und ästhetisch anspruchsvolles Design, das auf Nachhaltigkeit und die Verbesserung von Lebensräumen abzielt.







