Die Citigroup hat ihr Zwölfmonats-Kursziel für Bitcoin (BTC) von 82.000 US-Dollar auf 113.000 US-Dollar angehoben. Diese Korrektur um rund 38 Prozent stützt sich laut Bank auf eine Wiederaufnahme der ETF-Zuflüsse, ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld und verstärkte Krypto-Marktaktivitäten. Parallel dazu revidierte die US-Großbank das Kursziel für Ether (ETH) von 2.240 US-Dollar auf 3.028 US-Dollar.
Makroökonomie und ETF-Dynamik treiben Anpassung
Die Neubewertung durch die Citigroup ist in einer internen Notiz vom 30. September 2026 festgehalten und wurde am 1. Oktober veröffentlicht. Sie folgt auf eine Phase erhöhter Unsicherheit am Kryptomarkt.
Die Bank identifiziert eine Wiederaufnahme der Zuflüsse in Bitcoin-ETFs als zentralen Treiber für die erhöhten Prognosen. Die Citi erwartet Zuflüsse von fünf Milliarden US-Dollar in Krypto-Anlageprodukte über die nächsten zwölf Monate. Diese Zuflüsse sollen sich nach Einschätzung der Bank langsam, aber stetig entwickeln.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten bis Mitte Juli 2026 Netto-Abflüsse von 5,8 Milliarden US-Dollar. Bis Ende September kehrten die Zuflüsse für 2026 insgesamt auf rund 800 Millionen US-Dollar zurück.
Das unterstützende makroökonomische Umfeld umfasst laut Citi unter anderem Rückkäufe länger datierter US-Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium. Analysten führen dies zusammen mit einem „soft dollar" und erneuertem Momentum bei Risikoanlagen als Faktor an, von dem der Kryptomarkt profitiert. Bitcoin stieg in den vergangenen drei Monaten um fast 40 Prozent und erholte sich seit den Tiefs im Juli um etwa 40 Prozent.
Ether legte in den vergangenen drei Monaten um nahezu 68 Prozent zu. Die Jahresverluste reduzieren sich damit auf rund vier Prozent für Bitcoin und rund neun Prozent für Ether.
Regulierungs- und Politiklandschaft im Fokus
Eine relevante Entwicklung für die Marktstimmung war die Ablehnung des „Clarity Act“ im US-Senat am 15. September 2026. Der Gesetzentwurf zielte auf einen Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte ab.
Anschließende Ankündigungen von Regelmaßnahmen durch die US-Börsenaufsicht SEC dämpften laut Citi die negative Reaktion auf das Scheitern des Gesetzentwurfs. Citi-Analysten bezeichneten diese Ankündigungen als ein „vorübergehendes, aber bedeutsames Positiv“, das die Wirkung der Senatsentscheidung abmilderte. Die Citi schreibt zudem, dass ein von Behörden entwickeltes Regelwerk in diesem Stadium des Wahlzyklus ein dauerhaftes CLARITY Act ersetzen könnte.
Trotz des jüngsten Optimismus bleiben regulatorische Unsicherheiten und ein politischer Stillstand in den USA nach Einschätzung von Marktteilnehmern ein Bremsklotz für institutionelle Nachfrage und die ETF-Dynamik. Die Ablehnung des Clarity Act verengt den Weg für eine breitere Marktstrukturgesetzgebung. Zudem nennen Quellen als zusätzliches Risiko, dass eine neue US-Administration 2028/2029 bestehende Agenturregeln rückgängig machen könnte.
Dieses Szenario liegt laut Citigroup außerhalb des aktuellen Prognosezeitfensters.
Historische Kurszielanpassungen und aktuelle Marktlage
Die aktuelle Anhebung ist nicht die erste Kurszieländerung der Citigroup im Jahr 2026. Anfang des Jahres notierte die Bank ein Bitcoin-Ziel von 143.000 US-Dollar, reduzierte es im März auf 112.000 US-Dollar und im Juli auf 82.000 US-Dollar. Die nun veröffentlichte Erhöhung stellt damit eine Änderung der Bewertung innerhalb des Jahres dar.
Am Donnerstagabend notierte Bitcoin laut einer der berichtenden Quellen bei rund 83.760 US-Dollar. Das Allzeithoch von Bitcoin lag bei 126.080 US-Dollar im Oktober 2025. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin wird in den Quellen mit rund 1,68 Billionen US-Dollar angegeben.
Hohe Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die in den Berichten bei etwa 5,3 Prozent genannt werden, gelten weiterhin als dämpfender Faktor für das Kurspotenzial von Bitcoin.
Ausblick
Die Anhebung des Bitcoin-Kursziels durch die Citigroup basiert auf der Einschätzung, dass strukturelle Zuflüsse in ETFs und ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld Erholungspotenzial schaffen können. Marktbeobachter richten den Blick auf die weitere Entwicklung der ETF-Zuflüsse sowie auf mögliche regulatorische Klarstellungen durch die SEC, die institutionelles Vertrauen beeinflussen könnten. Gleichzeitig bleiben langfristige politische und regulatorische Unsicherheiten in den USA ein relevanter Faktor für die weitere Marktentwicklung.
Das Bitcoin-Allzeithoch von Oktober 2025 liegt weiterhin über dem aktuellen Kurs und über dem neuen Kursziel der Citigroup.







