Citigroup erhöht Bitcoin-Kursziel auf 113.000 US-Dollar
Die US-Großbank Citigroup hebt ihr Bitcoin-Kursziel für die kommenden zwölf Monate von 82.000 US-Dollar auf 113.000 US-Dollar an. Parallel dazu erhöht die Citi ihr Ether-Ziel von 2.240 US-Dollar auf 3.028 US-Dollar. Gründe für die Anhebung sind laut Bank eine stärkere Aktivität am Kryptomarkt, ein freundlicheres makroökonomisches Umfeld und wieder einsetzende Zuflüsse in Exchange Traded Funds.
Citigroup begründet die optimistischere Prognose mit der anhaltenden Stärke des Kryptomarktes. Aktuelle Bitcoin-Notierungen liegen in den Berichten zwischen rund 83.700 US-Dollar und 86.500 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein impliziertes Aufwärtspotenzial von etwa 35 bis 38 Prozent.
Das neue Kursziel liegt damit rund zehn Prozent unter dem Bitcoin-Rekordhoch von etwa 126.080 US-Dollar aus dem Oktober 2025.
Für Ether ergibt sich aus dem neuen Ziel ein Aufwärtspotenzial von rund zwölf bis 13 Prozent, ausgehend von den aktuellen Notierungen. Die Analysten prognostizieren zudem Nettozuflüsse von fünf Milliarden US-Dollar in Krypto-Investmentprodukte für die nächsten zwölf Monate. Diese Zuflüsse sollen langsamer, aber stetiger erfolgen.
Volatile Prognosen: Ein Rückblick auf die Citi-Kursziele
Die aktuellen Kurszielanpassungen der Citigroup folgen einer Serie von Revisionen in den vergangenen Monaten. Im Juli 2026 senkte Citi ihr Bitcoin-Ziel von 112.000 US-Dollar auf 82.000 US-Dollar. Dies geschah nach einem Einbruch der Nachfrage nach Krypto-Fonds.
Bereits im März 2026 war das Ziel von 143.000 US-Dollar auf 112.000 US-Dollar reduziert worden. Zu diesem Zeitpunkt notierte Bitcoin bei etwa 74.298,11 US-Dollar. Auch das Ether-Ziel wurde damals von 4.304 US-Dollar auf 3.175 US-Dollar gesenkt.
Diese Schwankungen spiegeln Anpassungen der Analysten an wechselnde Marktbedingungen wider. Sie zeigen die Volatilität der Prognosen in einem dynamischen Umfeld.
Marktbewegungen und makroökonomische Treiber
Die jüngste Einschätzung der Citigroup fällt in ein komplexes Marktumfeld. Bitcoin legte in den drei Monaten bis Oktober 2026 um rund 40 Prozent zu. Ether verzeichnete in derselben Periode ein Plus von etwa 68 Prozent.
Seit Jahresbeginn verzeichnen die beiden führenden Kryptowährungen laut Berichten hingegen noch Verluste: Bitcoin rund vier Prozent, Ether rund neun Prozent. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin wurde in den Meldungen mit etwa 1,68 Billionen US-Dollar angegeben.
Als makroökonomische Treiber werden in den Berichten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen genannt. Diese notierten nahe ihrem höchsten Stand seit 2007. An einem Donnerstag wurden rund 5,30 Prozent genannt, ein Wert, der in den Berichten als höchster Stand seit 2002 bezeichnet wurde.
Einige Analysten heben hervor, dass die Ursache des Renditenanstiegs entscheidend ist: Steigt er aufgrund fiskalischer und Term-Premium-Bedenken, kann dies dem Kryptomarkt nicht zwangsläufig schaden.
Zudem werden Rückkäufe längerlaufender Anleihen durch das US-Finanzministerium genannt. Diese werden in den Berichten mit einer Schwächung des US-Dollars und einer Belebung des Kryptomarktes in Verbindung gebracht.
Politische Entwicklungen und regulatorische Klarheit
Regulatorische Entwicklungen fließen ebenfalls in die Einschätzung der Citi ein. Die Ablehnung des Clarity Act durch den US-Senat am 15. September 2026 verengte laut Berichten den Weg zu einem umfassenden Marktstrukturgesetz für Krypto. Anschließende Regelankündigungen der Securities and Exchange Commission (SEC) milderten nach den Berichten die negative Stimmung wieder ab.
Citi wird mit den Worten zitiert: „In diesem Stadium des Wahlzyklus kann die Klarheit bei der Regelsetzung eine nachhaltige Clarity Act ersetzen.“ Zugleich sehen die Analysten das Risiko, dass ein Regierungswechsel im Jahr 2028 von Agenturen erlassene Regeln rückgängig machen könnte. Dieses Risiko liege jedoch außerhalb des aktuellen Prognosezeitraums.
Einige Marktbeobachter weisen auf einen Widerspruch hin. Citi prognostiziert ein Bitcoin-Plus von bis zu 38 Prozent, erwartet aber Nettozuflüsse von nur fünf Milliarden US-Dollar in Krypto-Investmentprodukte in den nächsten zwölf Monaten. Zum Vergleich werden in Berichten Nettozuflüsse von 6,34 Milliarden US-Dollar in US-Spot-Bitcoin-ETFs allein im dritten Quartal und 3,05 Milliarden US-Dollar in Ether-Fonds genannt.
Kommentatoren interpretierten dies dahingehend, dass das Kursziel nicht allein auf einem breiten Nachfragevolumen basiert. Es könnte stattdessen auf einer engeren Definition der Zuflüsse oder auf der Erwartung eines nachlassenden Tempos beruhen.
Ausblick
Die Anhebung der Kursziele nach einem Quartal mit starken Kursgewinnen wird in einigen Berichten als eher rückblickende Anpassung denn als neue, weitsichtige Prognose bewertet. Die weitere Entwicklung der ETF-Zuflüsse und die Reaktion der Märkte auf die Zinspolitik werden in den Berichten als Faktoren genannt. Diese werden die Validität der Prognosen in den kommenden Monaten prüfen.







