Das französische Startup CIXI hat mit dem PERS-Antrieb ein E-Bike-Antriebssystem entwickelt, das vollständig elektronisch arbeitet und ohne Kette oder Riemen auskommt. Das als „Pedal-by-Wire-System“ beschriebene Konzept beseitigt die mechanische Verbindung zwischen Pedal und Hinterrad. Es kombiniert digitale Funktionen mit Energierückgewinnung.

CIXI sieht darin das Potenzial, das Fahrgefühl von E-Bikes zu verändern. Eine Aussage, die in der ursprünglichen Quelle von einem „Elektroauto-Fahrgefühl“ sprach, ist in frei zugänglichen Informationen nicht näher ausgeführt.

Der PERS-Antrieb wird als technologische Neuerung präsentiert, die das Potenzial hat, die Fahrradbranche grundlegend zu verändern. Das System verzichtet auf einen klassischen Antriebsstrang mit Kette oder Riemen. Stattdessen erfasst es die Pedalbewegung elektronisch und wandelt diese in Motorkraft um.

Ein manuelles Schaltsystem entfällt laut Hersteller, da das System den Tretwiderstand automatisch anpasst. Ferner bietet das System Rekuperation, also Energierückgewinnung beim Bremsen. Für Fahrzeuge mit drei oder mehr Rädern ist zudem ein Rückwärtsgang per Pedal vorgesehen.

Wartungsarm und flexibel: Vorteile des PERS-Systems

Ohne Kette oder Riemen entfallen Aspekte wie eine fettige Kette, Kettenabwurf und klassischer Schaltverschleiß. Dies reduziert den wartungsintensiven Anteil des Antriebsstrangs erheblich.

Das Rahmendesign gewinnt an Freiheit, weil keine starre Kettenlinie mehr einzuhalten ist. Dadurch können Designer neue Formen und Funktionen für Fahrradrahmen entwickeln, die bisher nicht möglich waren.

Die Digitalisierung ist ein Kernaspekt des PERS-Antriebs. Das System lässt sich per App steuern und bietet Funktionen wie Sperren, Geolokalisierung, Fahrstatistiken sowie Over-the-Air-Updates.

Das PERS-System ist in verschiedenen Ausführungen für Pedelecs, S-Pedelecs, Lastenräder sowie Fahrzeuge mit drei oder vier Rädern verfügbar. Für Cargo-Varianten werden je nach Ausführung Drehmomente von bis zu 111 Newtonmeter angegeben. Teilweise kommen dabei zwei Nabenmotoren zum Einsatz. Für Pedelecs nennt CIXI Werte bis zu 85 Newtonmeter Drehmoment und Akku-Kapazitäten von 700 Wattstunden.

Historie und Markteinordnung

Die Idee eines kettenlosen Antriebs ist nicht neu. CIXI stellte im Jahr 2025 gemeinsam mit Look das S-Pedelec Rover 45 vor, das einen kettenlosen Antrieb nutzte. Berichten zufolge überzeugt PERS besonders, wenn Hersteller ihre Fahrräder von Anfang an um das System herum konzipieren.

Bei ersten Testmodellen blieb mitunter sichtbarer Raum des klassischen Antriebsstrangs ungenutzt. Das unterstreicht die Notwendigkeit einer Neugestaltung der Rahmenarchitektur für eine optimale Integration.

Der Markt für E-Bikes befindet sich im Wandel. Das Jahr 2025 war von einigen Insolvenzen in der Fahrradbranche geprägt. Gleichzeitig zeigten Messen wie Eurobike und Cyclingworld zahlreiche neue Modelle und Technologien für das Modelljahr 2026. Viele Hersteller fokussieren sich aktuell auf die Optimierung etablierter Systeme oder auf inkrementelle Innovationen.

In umfassenden E-Bike-Tests und Marktübersichten für das Modelljahr 2026 werden E-Bikes von CIXI bislang nicht prominent erwähnt oder getestet. Dies kann auf eine frühe Phase der Marktdurchdringung hinweisen oder darauf, dass der Rover 45 ein Konzept blieb.

Ausblick und offene Fragen

CIXI adressiert mit PERS Themen wie Wartungsarmut und die Integration digitaler Services. Ob das Pedal-by-Wire-System über die technische Funktionsweise hinaus das in der Anlassquelle beschriebene „Elektroauto-Fahrgefühl“ vermittelt, ist in den frei zugänglichen Quellen nicht belegt. Dies bleibt eine offene Frage. Bislang liegen zudem keine umfassenden Bewertungen durch unabhängige Tester vor.

Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie schnell und in welchem Umfang Fahrradhersteller den PERS-Antrieb in ihre Modellpaletten integrieren. Konkrete Angaben zu Preisen, Verfügbarkeitsterminen oder Lizenzmodellen fehlen in den verfügbaren Informationen. Gelingt CIXI die Kooperation mit nennenswerten Partnern, könnte dies eine breitere Implementierung ermöglichen.

Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass das System als Prototyp bestehen bleibt, während etablierte Antriebssysteme weiter verbreitet sind. Die Branche wird beobachten, ob und wann erste E-Bikes mit dem PERS-Antrieb im Handel verfügbar sind.