142 Millionen US-Dollar in Bitcoin verlassen Coinbase Institutional: Ein Blick hinter die Kulissen institutioneller Krypto-Transaktionen

Eine Transaktion von 1.700 Bitcoin im Wert von rund 142 Millionen US-Dollar hat die institutionelle Verwahrstelle von Coinbase verlassen. Am 28. September 2026 überwies man diese Summe an eine anonyme Wallet. Dieser Vorgang liefert einen Einblick in die Bewegungen großer Akteure im Kryptomarkt.

Solche Transfers sind typisch für Institutionen, die ihre Positionen neu ausrichten, Risiken streuen oder sich auf große außerbörsliche Geschäfte vorbereiten. Die Verlegung von Bitcoin aus den Depots von Coinbase Institutional signalisiert in der Regel kein Verkaufsereignis im herkömmlichen Sinne. Marktbeobachter verweisen auf strategische Motive.

Institutionen verschieben Vermögenswerte häufig in Cold Storage zur Langzeithaltung. Ebenso rebalancieren sie Portfolios über mehrere Custody-Anbieter als Risikomanagement oder bereiten sich auf Over-the-Counter- (OTC-)Geschäfte vor, die außerhalb öffentlicher Orderbücher abgewickelt werden.

Coinbase als zentraler Knotenpunkt für institutionelle Krypto-Verwahrung

Der implizite Bitcoin-Preis bei dieser jüngsten Transaktion lag bei etwa 83.500 US-Dollar pro Bitcoin. Dieser Wert liefert einen Datenpunkt dafür, in welchem Preisbereich institutionelle Akteure bereit sind, große Volumina zu bewegen. Coinbase Institutional ist eine spezialisierte Plattform für Großkunden wie Hedgefonds, Family Offices und Emittenten von Spot-Bitcoin-ETFs.

Das Unternehmen fungiert als regulierter Verwahrer für diese Kunden.

Mit dem Aufstieg der Spot-Bitcoin-ETFs entwickelt sich Coinbase Institutional zu einem der wichtigsten Knotenpunkte in der Finanzinfrastruktur des Kryptomarktes. Mehr als 80 Prozent der Bitcoin-ETF-Vermögenswerte werden demnach über Coinbase Custody verwahrt. Die Recherche beziffert dieses Risiko mit 74 Milliarden US-Dollar.

Unternehmen wie BlackRock, Franklin Templeton und Grayscale Investments nutzen Coinbase als Custodian für ihre Spot-Bitcoin-ETFs.

Die Rolle von Coinbase Institutional und Coinbase Prime geht über die reine Verwahrung hinaus. Die institutionelle Plattform bietet Handel, Finanzierung und Staking-Dienste an. Im Jahr 2024 wählte der U.S.

Marshals Service Coinbase Prime als Anbieter für Custody- und Handelsdienstleistungen für beschlagnahmte digitale Assets. Die Webseite des Unternehmens gibt Assets Under Custody von über 300 Milliarden US-Dollar an, mehr als 470 Assets zur Verwahrung und über 275 handelbare Assets. Das Quartals-Handelsvolumen beläuft sich auf 236 Milliarden US-Dollar.

Marktentwicklungen und Geschäftszahlen von Coinbase

Die Geschäftszahlen von Coinbase spiegeln Veränderungen im Markt wider. Im Gesamtjahr 2024 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 6,6 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 111 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch unter dem Höchststand von 7,4 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2021. Im ersten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 1,6 Milliarden US-Dollar.

Transaktionsgebühren machten 2024 61 Prozent des Gesamtumsatzes aus. 86 Prozent dieses Gebührenumsatzes stammten von Privatanlegern. Das Geschäft mit Abonnements und Dienstleistungen wuchs 2024 um 64 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Die jährliche Kostenbasis des Unternehmens beziffert die Recherche mit drei bis 3,5 Milliarden US-Dollar.

Die Liquiditätsposition Ende 2024 lag bei 9,3 Milliarden US-Dollar.

Frühere signifikante Bewegungen sind ebenfalls dokumentiert. Die Recherche nennt unter anderem 2.258 Bitcoin (circa 132 Millionen US-Dollar) im Juni, einen Abfluss von 659 Bitcoin (circa 52 Millionen US-Dollar) im August sowie 826 Bitcoin (circa 70 Millionen US-Dollar) Tage vor der jüngsten Transaktion. Dem stehen Zuflüsse von 2.269 Bitcoin (circa 171 Millionen US-Dollar) und 2.400 Bitcoin (circa 202 Millionen US-Dollar) in den Wochen zuvor gegenüber.

Die Quelle nennt dafür Monate, nicht durchgängig die Jahre, was die genaue Einordnung erschwert. Diese Zu- und Abflüsse zeigen die dynamische Natur institutioneller Kapitalbewegungen im Kryptobereich.

Offene Fragen und Marktausblick

Die Identität der empfangenden Wallet bleibt anonym. Adressen, die in diesen institutionellen Transfers verwendet werden, sind häufig neu generiert oder ungetaggt, um die Privatsphäre der Kunden zu schützen. Rick Schonberg übernahm im August die Leitung von Coinbase Custody. Er war zuvor unter anderem bei Goldman Sachs, State Street und Tagomi tätig.

Eine relevante offene Frage betrifft den Umgang mit Hard Forks und daraus resultierenden Coins. Bei einer Hard Fork wie der auf Blake 2B können Bitcoin-Bestände in zwei Netzwerke aufgespalten werden. Coinbase hält laut Recherche 2,9 Millionen Bitcoin (Stand Juni 2026).

Teile dieser Bestände wären bei einer solchen Spaltung betroffen. Nach der Hard Fork am 1. September 2026 hat Coinbase Kunden die auf der neuen Blake-2B-Kette entstandenen Coins nach Angaben der Quelle nicht gutgeschrieben.

Das wirft Fragen auf, wie Coinbase diese Werte künftig handhabt und ob das für institutionelle Kunden ausreichend transparent ist. Der Analyst Matthew Kratter von Bitcoin University weist darauf hin, dass Coinbase rechtlich nicht verpflichtet sei, Kunden Zugang zu solchen Fork-Coins zu gewähren.

Analysten und On-Chain-Forscher betrachten Wallet-zu-Wallet-Transfers als Informationsquelle für Positionierungen und Risikomanagement großer Marktteilnehmer. Verkaufsdruck von Institutionen zeigt sich hingegen typischerweise an Börsen mit sichtbaren Orderbüchern. Die jüngsten Abflüsse von Coinbase Institutional beobachten Analysten aufmerksam, ebenso wie mögliche Folgebewegungen und deren Auswirkungen auf Liquidität und Preisbildung von Bitcoin.