Der deutsche Aktienmarkt startet mit Gewinnen in die neue Handelswoche. Getragen von sinkenden Ölpreisen und positiven Impulsen aus Asien legt der DAX am Montagmorgen zu. Immobilienwerte wie Vonovia reagierten kurzzeitig negativ auf die Landtagswahlergebnisse in Berlin. Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern setzt Bundeskanzler Friedrich Merz unter Druck.
Leitindex profitiert von Ölpreiskorrektur
Der DAX stieg zum Handelsstart am Montag um 0,7 Prozent auf 25.485 Punkte. Der Broker IG taxierte den Leitindex am Montagmorgen gegen 7:28 Uhr bei rund 25.418 Punkten, etwa 0,4 Prozent über dem Freitagsschlusskurs von 25.304 Punkten. Der MDAX gewann ebenfalls 0,4 Prozent und notierte bei 31.202 Zählern.
Ein wesentlicher Treiber war der vierte Handelstag in Folge fallender Ölpreise. Brent Rohöl verlor am Montag 1,75 Prozent und fiel auf 102,05 US-Dollar pro Barrel zur Lieferung im November. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte bei rund 98,15 US-Dollar je Barrel.
Xuyi Zhao, leitende Ölanalystin bei Guotai Junan Futures, erklärt hierzu: „Der Markt geht von einer Phase mit einer sich verschlechternden Versorgungslage in eine Phase über, in der das Schlimmste der Verknappung möglicherweise vorüber ist.“
Zudem stützten Kursgewinne an asiatischen Börsen die Stimmung. Der MSCI Index der Asia-Pacific-Aktien außerhalb Japans kletterte am Mittwoch, dem 16. September 2026, um 0,6 Prozent.
In den USA schloss der S&P 500 am Freitag mit einem leichten Plus von 0,17 Prozent, während der Dow Jones Industrial 0,18 Prozent verlor. Die vergangene Woche war von der ersten Leitzinserhöhung der US-Notenbank seit drei Jahren geprägt. Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von 92,5 Prozent für eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte ein.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen überschritt wieder die Marke von fünf Prozent, erstmals seit 2007.
Immobilienwerte nach Berliner Wahlergebnis unter Beobachtung
Die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern lösten Reaktionen an den Märkten aus. In Berlin erreichte Die Linke nach vorläufigem amtlichem Ergebnis 25,7 Prozent, die CDU 18,8 Prozent. Die Wahlsiegerin der Linken in Berlin, Elif Eralp, kündigte an, große Wohnungsunternehmen enteignen zu wollen und einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einzuführen.
Der Immobilienkonzern Vonovia verzeichnete infolgedessen eine kurzfristig negative Kursreaktion. Beobachter achten verstärkt auch auf Firmen wie Deutsche Wohnen, die von politischen Maßnahmen im Wohnungssektor betroffen sein könnten.
Die Lage am Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Nach Angaben des Ifo-Instituts sind die Neuvertragsmieten in den sieben größten deutschen Städten seit 2013 um 75 Prozent gestiegen. Eine Analyse des Bundesbauministeriums für Niedersachsen zeigt, dass die Angebotsmieten im ländlichen Raum seit 2021 um über zehn Prozent zulegten.
Eine Studie des Pestel-Instituts nennt eine Wohneigentumsquote von 43,5 Prozent und stellt fest, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete lebt. Bei den 25- bis 45-Jährigen sind es demnach fast 75 Prozent.
Wahlergebnisse belasten Bundeskanzler Merz
In Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD nach vorläufigem Ergebnis mit 38,2 Prozent stärkste Kraft. Die SPD kam auf 35,5 Prozent. Die CDU verfehlte mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde.
Dieses Ergebnis setzt Bundeskanzler Friedrich Merz unter Druck. Merz kommentierte die Exit-Polls mit den Worten „It’s a disaster.“ Nach Berichten ist dies für die Konservativen das schlechteste Ergebnis seit 1949.
Zuvor galt ein Tief von neun Prozent bei der CDU in Bremen 1951 als historisch schlecht.
Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), deren Partei in Mecklenburg-Vorpommern bei 35,5 Prozent lag, steht im Blick der politischen Analyse.
Ausblick auf die Handelswoche
In dieser Woche stehen mehrere Termine an, die die Märkte beeinflussen könnten. Am Mittwoch werden vorläufige Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, den Euroraum und weitere Volkswirtschaften erwartet. Zudem veröffentlicht die OECD ihren Interim Economic Outlook.
Ebenfalls am Mittwoch gibt die US-Federal Reserve ihre Zinsentscheidung bekannt, gefolgt von einer Pressekonferenz des Vorsitzenden Kevin Warsh.
Am Donnerstag treffen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington zusammen. An diesem Tag entscheidet auch die Bank of England über ihren Leitzins. Am Freitag steht die Zinsentscheidung der Bank of Japan an. Notenbankentscheide und geopolitische Entwicklungen dürften weiterhin im Fokus der Anleger stehen und die Marktstimmung prägen.







