Die Deutsche Zinshaus Gruppe plant, ein ehemaliges Vier-Sterne-Hotel in Frankfurt am Main in ein Micro-Living-Objekt umzuwandeln. Unter dem Projektnamen „Gallo263“ entstehen an der Mainzer Landstraße 261 bis 263 im Gallusviertel 132 möblierte Mikroapartments. Dieses Vorhaben reagiert auf die anhaltende Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten in Ballungszentren.
Umnutzung im Gallusviertel
Das Bestandsensemble aus dem Jahr 1968 diente früher als Mövenpick Frankfurt City an der Messe. Der Hotelbetrieb stellte im Februar 2026 aufgrund der Insolvenz der Revo Hospitality Group ein. Die Deutsche Zinshaus Gruppe erwirbt die leer stehende Immobilie, um sie einer neuen Nutzung zuzuführen.
Das Unternehmen plant eine Modernisierung und architektonische Aufwertung des Gebäudes. Zugleich erfolgt eine technische und energetische Erneuerung des Ensembles. Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Das Projekt umfasst 132 möblierte Mikroapartments mit Größen zwischen 25 Quadratmetern und 44 Quadratmetern. Im Erdgeschoss sind bis zu drei Gewerbeeinheiten vorgesehen. Die Gesamtmietfläche beläuft sich auf rund 5.200 Quadratmeter.
Die Deutsche Zinshaus Gesellschaft mbH kommentiert das Vorhaben auf LinkedIn: „Vom leer stehenden Hotel zu 132 neuen Wohnungen: Mit GALLO263 schaffen wir neuen Wohnraum an der Frankfurter Galluswarte.“
Strategische Positionierung im Wachstumsmarkt
Das Projekt zielt auf Studierende, Expats, Young Professionals und Projektmitarbeiter ab. Das Gallusviertel hat sich nach Angaben der Projektpartner städtebaulich entwickelt. Es gilt als zunehmend attraktiver Standort für junge Berufstätige und Studenten.
Die Deutsche Zinshaus Gesellschaft mbH betont, das Projekt zeige, „wie wir Potenziale im Bestand nutzen möchten: durch ein Nutzungskonzept, das Gebäude, Standort und die Bedürfnisse künftiger Bewohner zusammenbringt.“ Moritz Kraneis, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Zinshaus Gruppe, erklärte in einem Gastbeitrag: „Der Wohnungsmangel bleibt bestehen – unabhängig von den Entwicklungen am Zinsmarkt.“
Die Deutsche Zinshaus Gruppe im Überblick
Die Deutsche Zinshaus Gesellschaft mbH gründeten die Zwillingsbrüder Moritz und Philipp Kraneis im Jahr 2010. Zur Geschäftsführung gehören ferner Lars Greve und Christian Motter. Die Gruppe weist ein realisiertes Transaktionsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro aus.
Im Bestand befinden sich 350 Immobilien mit zusammen rund 275.000 Quadratmetern Mietfläche. Zusätzlich hat die Gruppe historisch über 450 Liegenschaften mit mehr als 6.500 Wohn- und Gewerbeeinheiten angekauft. Die Deutsche Zinshaus ist an 25 Investitionsstandorten aktiv.
Das Unternehmen fokussiert sein Geschäftsmodell auf operative Wertschöpfung durch Entwicklung, energetische Optimierung von Beständen und Verbesserung von Grundrissen.
Wettbewerbsumfeld und Marktentwicklung
Das Micro-Living-Segment in Frankfurt verzeichnet bereits mehrere Projekte. Beispiele sind die Mona Lisa Urban Apartments der VIVUM Gruppe mit 117 Einheiten. Ein weiteres Projekt ist „Bright Side“ in der Weilburger Straße im Gallusviertel mit 185 möblierten Einzimmerapartments (Wohnungsgrößen 22 bis 34 Quadratmeter) und Mieten ab 600 Euro zuzüglich Nebenkosten.
Im September 2025 erwarb PGIM eine Büroimmobilie im Gallusviertel mit dem Ziel, diese in ein Micro-Living-Objekt mit mehr als 300 Wohneinheiten umzuwandeln. Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte in Deutschland steigt. Parallel dazu wächst die Nachfrage nach flexiblen Wohnformen in urbanen Zentren.
Diese Entwicklungen signalisieren einen zunehmenden Wettbewerb und die Attraktivität des Frankfurter Marktes für Mikroapartments.
Ausblick und Herausforderungen
Der Baubeginn für Gallo263 ist für das erste Quartal 2027 geplant. Die Verwertung des Hotelinventars läuft bereits; für den Verkauf fungiert unter anderem Twins Company als Verwerter.
Die Modernisierung des Bestands erfordert erhebliche Investitionen in technische, energetische und architektonische Maßnahmen. Dieses Projekt kann dazu beitragen, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und die Situation auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt zu beeinflussen. Offen bleibt, wie sich Mietpreise in diesem Segment langfristig entwickeln und ob die angekündigten „attraktiven Gesamtmieten unterhalb des Wettbewerbs“ nachhaltig zu realisieren sind.
Die weitere Marktentwicklung und die Reaktion auf Zinszyklen bleiben für Investoren und Projektentwickler relevante Faktoren.







