Doug Field, einst in Schlüsselpositionen bei Apple, Tesla und zuletzt Ford, wechselt zu Mind Robotics. Das Startup für industrielle KI und Robotik, eine Ausgründung des Elektrofahrzeugherstellers Rivian, ernennt Field zum neuen President. Diese Personalie gab das Unternehmen auf der TechCrunch Disrupt 2026 in San Francisco bekannt.
Fields Rolle bei Mind Robotics
Als President verantwortet Doug Field alle Aspekte des Geschäfts bei Mind Robotics. Dazu gehören die Produktentwicklung, das Engineering und operative Aufgaben. Rivian-CEO RJ Scaringe, der Mind Robotics gründete und als Chairman fungiert, überträgt Field damit das Tagesgeschäft.
Scaringe erklärte, er und Field hätten eine gemeinsame Vision für die Entwicklung und den Einsatz von Robotik in Gesellschaft und Wirtschaft.
Field selbst betonte die Komplexität und Bedeutung der Integration von KI und Robotik. Er hob hervor, dass Mind Robotics ein herausragendes Team versammelt habe und einen einzigartigen Vorteil besitze: die Möglichkeit, Roboter von Beginn an in einer realen, hochvolumigen Fabrikumgebung einzusetzen und zu trainieren.
Mind Robotics konzentriert sich Unternehmensangaben zufolge auf den Aufbau einer Full-Stack-Plattform. Diese besteht aus Basismodellen, zweckbestimmter Hardware und einer Bereitstellungsinfrastruktur. Ziel ist die Automatisierung industrieller und fertigungsbezogener Aufgaben im großen Maßstab.
Das Unternehmen setzt dabei nicht auf die Nachahmung menschlicher Biomechanik, sondern auf spezialisierte industrielle Anwendungen.
Das Startup mit Hauptsitz in Palo Alto, Kalifornien, gründete Rivian-CEO RJ Scaringe Ende 2025.
Finanzierung und Investoren
Mind Robotics hat seit seiner Gründung nach Angaben beteiligter Quellen mehr als eine Milliarde US-Dollar Kapital aufgenommen. Die jüngste Finanzierungsrunde über 400 Millionen US-Dollar führte Kleiner Perkins an und bewertete das Unternehmen mit 3,4 Milliarden US-Dollar. Berichte zeigen, dass dies einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber der Series A-Bewertung im März 2026 entspricht.
Der Volkswagen-Venture-Arm Incharge Capital beteiligte sich ebenfalls an dieser Runde.
Zuvor schloss Mind Robotics im Dezember 2025 eine Seed-Runde über rund 115 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Eclipse. Im März 2026 folgte eine Series A-Runde über 500 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen mit etwa zwei Milliarden US-Dollar bewertete. Rivian ist Gründungsunternehmen, erster Kunde und hielt Ende Juni 2026 rund ein Drittel der Anteile an Mind Robotics.
Die Bekanntgabe der 400 Millionen US-Dollar-Runde wirkte sich Berichten zufolge positiv auf den Aktienkurs von Rivian aus. Die RIVN-Aktie stieg demnach um 4,2 Prozent. Weitere namentlich genannte Investoren von Mind Robotics sind Accel, Andreessen Horowitz, Salesforce Ventures und Eclipse.
Doug Fields Karriereweg
Doug Field war zuletzt Chief EV, Digital and Design Officer bei Ford. Er verließ das Unternehmen im April 2026 infolge einer Reorganisation. Dabei integrierte Ford die bisher separate EV-Organisation in die globalen Fertigungsabläufe.
Vor seiner Zeit bei Ford war Field als Vice President für Special Projects bei Apple tätig. Dort leitete er das Elektroauto-Projekt „Project Titan“, das 2024 eingestellt wurde. Davor arbeitete er bei Tesla als Senior Vice President of Engineering und war an der Entwicklung des Model 3 beteiligt.
In früheren Stationen war Field Mitarbeiter Nummer eins sowie Vice President für Design und Engineering bei Segway. Seine berufliche Laufbahn begann er 1987 als Entwicklungsingenieur bei Ford, wo er bis 1993 tätig war.
Ausblick und Marktimplikationen
Analysten beobachten die Entwicklung von Mind Robotics genau. Sie werden insbesondere prüfen, ob das Unternehmen die skalierte Automatisierung von Fertigungsprozessen realisieren kann. Dies soll das Potenzial der jüngsten Milliardenbewertung rechtfertigen.
Rivian hat mit Mind Robotics eine bedeutende Ausgründung geschaffen. Daneben existiert mit Also ein weiteres, von Rivian ausgegründetes Unternehmen mit Fokus auf Micromobility. Die Entwicklung dieser Spin-offs könnte Rivians Position als Innovationsführer im Bereich Elektromobilität und darüber hinaus stärken.
Gleichzeitig müssen die neuen Unternehmen ihre strategische Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis stellen, um ihre hohen Bewertungen zu bestätigen.







