Ein aktivistischer Investor mischt die Deutsche Telekom auf: Elliott Investment Management hat eine größere Beteiligung an dem DAX-Konzern aufgebaut und fordert eine Abkehr von den Plänen zur vollständigen Fusion mit T-Mobile US. Stattdessen drängt der US-Hedgefonds auf umfangreichere Aktienrückkäufe, um den Unternehmenswert für die Aktionäre zu steigern. Mit dieser Haltung stellt sich Elliott gegen Telekom-Chef Timotheus Höttges, der eine vollständige Zusammenführung der beiden Unternehmen anstrebt.
Elliotts Forderung nach Aktienrückkäufen
Elliott Investment Management positioniert sich klar gegen die aktuelle Strategie der Deutschen Telekom. Der Hedgefonds verlangt, dass die Telekom von einer vollständigen Fusion mit ihrer US-Tochter T-Mobile US absieht. Anstelle des hierfür benötigten Kapitals soll der Konzern Aktienrückkäufe tätigen.
Elliott begründet die Forderung damit, dass die Telekom-Aktie in Frankfurt in den vergangenen zwölf Monaten rund neun Prozent an Wert verloren hat. Aus Sicht des Investors ist es effizienter, Kapital direkt an die Aktionäre zurückzugeben, anstatt es in eine grenzüberschreitende Fusion zu investieren. Die genaue Höhe von Elliotts Beteiligung an der Deutschen Telekom ist bisher nicht bekannt.
Nach deutschem Wertpapierrecht ist eine Meldung jedoch erst ab einer Schwelle von drei Prozent der Stimmrechte vorgeschrieben.
Höttges’ Vision und die Fusionshürden
Telekom-Chef Timotheus Höttges verfolgt seit Längerem das Ziel einer vollständigen Zusammenführung der Deutschen Telekom und T-Mobile US. Eine solche Transaktion hätte den nach Marktkapitalisierung weltweit größten Mobilfunkanbieter geschaffen; die avisierte Bewertung lag bei rund 300 Milliarden US-Dollar und hätte China Mobile übertroffen. Die Deutsche Telekom hält derzeit knapp 54 Prozent der Anteile an T-Mobile US, dessen Marktwert über 200 Milliarden US-Dollar beträgt.
Der Marktwert der Deutschen Telekom liegt bei rund 138 Milliarden Euro.
Die Realisierung dieser Vision ist mit Herausforderungen verbunden. Im Juli 2026 berichteten Medien, dass das Management von T-Mobile US eine Fusion nicht mehr unterstützt. Als Gründe gelten Bedenken von Aktionären der US-Tochter sowie mögliche regulatorische Hürden in den Vereinigten Staaten.
US-Aufsichtsbehörden könnten fordern, dass T-Mobile-Erlöse im Inland investiert bleiben, was eine vollständige Integration erschweren würde. Diese Entwicklungen stellen eine Herausforderung für Höttges dar.
Marktreaktion und politische Dimension
Die Nachricht von Elliotts Einstieg hat den Markt umgehend beeinflusst. Die ADR-Papiere der Telekom in New York stiegen um bis zu fünf Prozent, während T-Mobile US-Aktien rund drei Prozent hinzugewannen. Auch die Telekom-Aktie in Frankfurt legte im späten Handel um knapp drei Prozent auf etwa 29 Euro zu.
JP Morgan Chase und Co. belässt die Einstufung für die Deutsche Telekom auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 38 Euro. Dabei wird auch der Abschied von Finanzchef Christian Illek erwähnt. Ein weiterer Faktor in der Diskussion um die strategische Ausrichtung der Deutschen Telekom ist die staatliche Beteiligung. Bund und KfW halten zusammen mehr als 28 Prozent der Anteile am Konzern.
Diese Beteiligung erfordert politische Rückendeckung für größere strukturelle Maßnahmen und kann den Spielraum des Managements bei strategischen Entscheidungen einschränken.
Ausblick auf die Auseinandersetzung
Die Auseinandersetzung zwischen Elliott und dem Management der Deutschen Telekom dürfte relevant bleiben. Die genaue Höhe der Elliott-Beteiligung ist weiterhin unklar. Analysten und Marktbeobachter werden verfolgen, wie das Telekom-Management auf die Forderungen von Elliott reagiert und ob Timotheus Höttges seine Fusionspläne angesichts des Drucks aufrechterhalten kann.
Die kommenden Wochen könnten weitere Details zu Elliotts Strategie und den Reaktionen der Deutschen Telekom bringen und damit die zukünftige Ausrichtung des Konzerns beeinflussen.







