Der aktuelle Report des Wirtschaftsmagazins Forbes für das Jahr 2026 beleuchtet die zehn vermögendsten Selfmade-Milliardäre weltweit. Elon Musk behauptet weiterhin den Spitzenplatz, und mehrere Gründer aus der Technologiebranche sind in den vorderen Rängen vertreten. Die Rangliste basiert auf kontinuierlich aktualisierten Daten, die zuletzt am 13. August 2026 abgerufen wurden.
Forbes definiert einen Selfmade-Milliardär als Person, die ihr Vermögen aus eigener Kraft aufgebaut hat und nicht durch Erbschaft zu diesem Reichtum gelangte. Die aktuellen Zahlen spiegeln eine starke Präsenz von Gründern aus Technologie, Software und E-Commerce wider.
Technologie-Giganten dominieren das Forbes-Ranking
Das Ranking der zehn reichsten Selfmade-Milliardäre wird von bekannten Namen der Technologiebranche angeführt. An der Spitze steht Elon Musk, geboren 1971 in Pretoria, Südafrika. Musk gründete SpaceX und Neuralink, ist CEO von Tesla und übernahm 2022 die Online-Plattform X (ehemals Twitter).
Er initiierte 1995 sein erstes Internet-Startup, gründete später X.com (später PayPal), stieg 2004 bei Tesla ein und gründete 2006 Solar City, das Tesla 2016 akquirierte. Forbes führt ihn weiterhin an der Spitze der Liste und vermerkt, dass er seinen Platz vom Vorjahr hält.
Dicht dahinter folgen weitere Technologiegründer. Lawrence Page, Mitbegründer von Google, war von der Gründung bis 2001 sowie von 2011 bis 2015 CEO von Google. Ab 2015 wechselte er als CEO zum Mutterkonzern Alphabet Inc., eine Position, die er bis 2019 innehatte. Page bleibt Vorstandsmitglied von Alphabet.
Ebenfalls in den vorderen Rängen platziert sich Jeff Bezos, Gründer von Amazon.com Inc. Bezos startete als Onlinehändler für Bücher, CDs und DVDs, ging drei Jahre nach Gründung an die Börse und baute Amazon zu einem großen Online-Versandhändler aus. Zu Amazons Diensten gehören unter anderem Amazon Prime Video, Amazon Music, Amazon AWS und Amazon Echo mit der Sprachassistenz Alexa.
Im Juli 2021 trat Bezos als CEO von Amazon zurück.
Auf dem vierten Platz rangiert Sergey Brin, Mitbegründer von Google. Brin emigrierte im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie aufgrund antisemitischer Verfolgung aus Russland in die USA. Er trat im Dezember 2019 als Präsident von Alphabet Inc. zurück, bleibt jedoch Aktionär und Mitglied des Verwaltungsrats. Forbes schätzt sein Vermögen auf 257,4 Milliarden US-Dollar.
Michael Dell belegt den fünften Platz; sein Vermögen wird ebenfalls mit 257,4 Milliarden US-Dollar angegeben. Dell gründete 1984 mit einem Startkapital von 1.000 US-Dollar das Unternehmen PCs Limited (später Dell Computer Corporation). Er brach dafür sein Studium ab und entwickelte ein Jahr nach Gründung den ersten PC.
Der heutige Konzern Dell Technologies entstand 2016 durch eine rund 60 Milliarden US-Dollar schwere Fusion mit EMC.
Die weiteren Plätze in den Top Ten belegen Mark Zuckerberg, Larry Ellison sowie Jensen Huang; Huangs Vermögen beziffert Forbes mit 108,1 Milliarden US-Dollar. Auf dem neunten Rang steht Steve Ballmer, dessen Vermögen Forbes mit 120,8 Milliarden US-Dollar angibt. Ballmer kaufte 2014 die Basketballmannschaft Los Angeles Clippers für zwei Milliarden US-Dollar; Forbes schätzt den aktuellen Wert des Teams auf 4,65 Milliarden US-Dollar.
Ballmer und seine Ehefrau spendeten seit 2014 mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar für philanthropische Projekte. Die Top Ten schließt Amancio Ortega, Gründer der Inditex-Gruppe, ab; sein Vermögen wird mit 102,8 Milliarden US-Dollar angegeben. Im Vorjahr rangierte Ortega auf Platz acht.
Regionale Entwicklungen und Vermögensverschiebungen
In den USA führt Diane Hendricks die Liste der vermögendsten Selfmade-Frauen Amerikas das neunte Jahr in Folge an; ihr geschätztes Nettovermögen beträgt 21,7 Milliarden US-Dollar. Die Forbes-Liste der Selfmade-Milliardärinnen umfasste 2026 insgesamt 43 Frauen, gegenüber 38 im Vorjahr. Erstmals wurde 2026 für diese Liste eine Mindestgrenze von einer Milliarde US-Dollar festgelegt.
Dadurch fielen unter anderem Dolly Parton, Kylie Jenner und Selena Gomez von der Liste.
Neu auf dieser Liste ist unter anderem Beyoncé Knowles-Carter; ihr Debüt führt Forbes maßgeblich auf die „2025 Cowboy Carter Tour“ zurück, die über 450 Millionen US-Dollar aus Ticketverkäufen und Merchandise einspielte.
In Russland gilt Tatyana Kim als die vermögendste Frau, mit einem geschätzten Vermögen von 8,1 Milliarden US-Dollar (6,99 Milliarden Euro). Kim gründete Wildberries 2004 mit 700 US-Dollar Startkapital. Forbes schätzte den Umsatz von Wildberries für 2024 auf neun Milliarden US-Dollar (7,77 Milliarden Euro). 2024 fusionierte Wildberries mit der Russ Group zur RWB; Kim hält 100 Prozent der Anteile an Wildberries LLC und 65 Prozent an RWB.
Kritiker hinterfragen Kims Selfmade-Status, da ihr Ex-Ehemann 2020 durch Aktienverkäufe fünf Millionen US-Dollar verdiente; Wildberries-Vertreter dementierten, dass dieses Kapital in die Gründung des Unternehmens geflossen sei.
In Deutschland verstarb Klaus-Michael Kühne in der Nacht auf den 24. August 2026 im Alter von 89 Jahren in Schindellegi (Schweiz). Forbes und andere Quellen führen sein geschätztes Vermögen mit mehr als 35 Milliarden Euro.
Kühne war Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats von Kühne + Nagel, das er in den 1990er-Jahren an die Börse brachte; zudem hielt er Beteiligungen, unter anderem an Hapag-Lloyd.
Das österreichische Ranking des Magazins trend führt einige durch den KI-Boom beeinflusste Vermögensverschiebungen auf: Der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz ist neu in der Liste der reichsten Österreicher. Er gründete Ende 2022 mit Shalev Hulio die KI-Cybersicherheitsfirma Dream Security (Standorte Tel Aviv, Wien, Abu Dhabi). In einer Finanzierungsrunde wurde das Startup mit mehr als 2,6 Milliarden Euro bewertet; Kurz’ 15-Prozent-Anteil wird mit knapp 400 Millionen Euro angegeben.
Willibald Dörflinger und die Erben des verstorbenen Hannes Androsch halten laut trend rund 36 Prozent an AT&S. Der Wert dieses Pakets lag Ende Juni 2026 nach Kursgewinnen bei rund 2,8 Milliarden Euro. Hannes Bardach führte Frequentis an die Börse; ein Kursplus von über 250 Prozent erhöhte sein Vermögen.
Er hält 68 Prozent der Anteile. Der Oberösterreicher Peter Steinberger stellte Anfang 2026 den KI-Agenten Open Claw vor und kooperierte nach Angaben von trend mit OpenAI; sein Gehaltspaket wird dort auf eine deutlich neunstellige Summe geschätzt.
Offene Fragen zur Vermögensentwicklung und Marktdynamik
Die Forbes-Rangliste der Selfmade-Milliardäre 2026 unterstreicht die Dominanz von Persönlichkeiten aus Technologie, Software, E-Commerce und verwandten Bereichen. Offene Fragen bestehen hinsichtlich der genauen Vermögensentwicklung der oberen sieben Platzierten, da Forbes für einige der Top-Plätze keine konkreten Zahlen veröffentlicht. Lediglich für Sergey Brin und Michael Dell nennt Forbes jeweils 257,4 Milliarden US-Dollar.
Die Debatte um den Selfmade-Status einzelner Unternehmer, wie im Fall von Tatyana Kim, bleibt Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Experten werden die Dynamik der Vermögensbildung in diesen Sektoren weiterhin beobachten, insbesondere im Hinblick auf neue Technologien wie KI und deren Einfluss auf die globale Vermögensverteilung.







